Knights setzen sich nach Verlängerung mit 119:115 gegen Paderborn durch
Thriller statt „Tatort“

Ein wahres Offensiv-Feuerwerk erlebten die Basketball-Fans am Sonntagabend in der Sporthalle Stadtmitte. 119:115 lautete das Endergebnis der Partie Knights gegen Paderborn. In der Verlängerung besiegelte Kapitän Radi Tomasevic mit zwei souverän verwandelten Freiwürfen den Kirchheimer Sieg. Die Gäste waren in der regulären Spielzeit mit einem vergebenen Korbleger in den Schlusssekunden gescheitert.

Kirchheim. Es war ein basketballerischer Leckerbissen, der den Besuchern in der Sporthalle Stadtmitte geboten wurde. Beide Teams überschlugen sich mit erfolgreichen Offensivaktionen, und es war lange nicht klar, wer an diesem Abend als Sieger vom Platz gehen sollte. Verteidigung schien ein Fremdwort zu sein. In der ersten Halbzeit lagen beide Mannschaften gleichauf und keines der Teams konnte sich entscheidend absetzen. „Wir haben sehr großes Verletzungspech und haben unser Glück in der Offensive gesucht“, beschrieb Gäste-Trainer Glasauer die Situation der Paderborner, die mit nur sieben gesunden Spielern angereist waren.

Wer jedoch erwartet hatte, dass sich dies negativ auf den Beginn der zweiten Hälfte auswirken würde, lag falsch. Es waren die Paderborner, die zunächst in Führung gingen und diese Punkt für Punkt ausbauten. „Wir haben in dieser Phase alle möglichen Verteidigungsvarianten versucht. Nichts hat geklappt.“ sagte Knights-Trainer Ignjatovic zu den Minuten, in denen die Ritter mit 16 Punkten in Rückstand gerieten. Der Paderborner Guy Aud, der mit 29 Punkten Topscorer des Abends war, schien in dieser Phase nicht zu stoppen und traf traumwandlerisch sicher jeden seiner Würfe.

Doch angetrieben vom Kirchheimer Publikum kämpften sich die Knights zurück in die Partie. Angeführt von Radi Tomasevic holten die Ritter auf und brachten das Publikum auf Touren. So gingen die Ritter Mitte des Schlussviertels wieder in Führung. „Wir mussten nach den ersten drei Vierteln, die wir nahezu komplett mit unserer Starting Five gespielt hatten, einfach durchwechseln. Das hat Kirchheim natürlich ausgenutzt“ zollte Gäste-Trainer Glasauer den Kirchheimern Respekt.

Doch wieder zeigten die Gäste ihre Klasse und kämpften sich zurück. Es deutete sich ein Schlagabtausch an, der bis in die Schlusssekunden des Spiels ging. Beide Teams schafften es bei jedem Angriff zu punkten. Sebastian Adeberg war es dann, der den Rittern knapp 20 Sekunden vor Schluss den 105:105-Ausgleich bescherte. Die Paderborner hatten jedoch den letzten Angriff. Der Ball lag in Guy Auds Händen. Doch der konnte seinen Zug zum Korb nicht erfolgreich beenden. Es ging in die Verlängerung.

Zunächst waren es die Teckstädter, die schnell mit vier Punkten in Führung gingen. Doch Paderborn gab zu keinem Zeitpunkt auf und kämpfte sich erneut zurück in die Partie. In der Schlussminute übernahmen dann Sebastian Adeberg und Radi Tomasevic Verantwortung und retteten den Kirchheimer Sieg. Doch nicht nur die beiden Deutschen erwischten einen glänzenden Tag. Gleich sechs Knights-Spieler punkteten zweistellig.

„Bei unseren Heimspielen wird es nie langweilig“, sagte ein sichtlich geschaffter Trainer Ignjatovic der den Blick gleich auf die nächste Aufgabe richtete. „Ich hoffe wir können durch den knappen Sieg einiges an Energie mit nach Cuxhaven nehmen.“ Für die Knights steht nun die längste Auswärtsreise der Saison an. Am kommenden Samstag treffen die Ritter auf die Bascats, die ihrerseits gegen Gotha erfolgreich waren. Spielbeginn ist um 18 Uhr.

Eine kleine Besonderheit gab es gestern zum Abschluss des Basketballtages. Gäste-Trainer Glasauer hob auf der Pressekonferenz die Leistung von Knights-Kapitän Radi Tomasevic (23 Punkte) besonders hervor. „Mein alter Freund Radi hat heute ein tolles Spiel gemacht. Er war derjenige, der die Partie gedreht hat.“ Ein Grund für die Leistungsexplosion dürfte der Besuch der Eltern des 34-jährigen Guards gewesen sein. In der ersten Reihe verfolgten Mutter und Vater Tomasevic die Partie. Eine Seltenheit. Die Tomasevics sind in der Regel einmal pro Saison bei einem Knights-Spiel dabei. Die Kirchheimer Fans dürften sich dies spätestens seit gestern wohl häufiger wünschen.cs