Basketball-Oberligisit VfL Kirchheim peilt gegen Söflingen die ersten Punkte an
Tomic hofft auf Überraschung

In der Sporthalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums steigt am Sonntag (17.30 Uhr) der nächste Versuch der VfL-Oberliga-Basketballer, zu Punkten zu kommen. Gegner ist die TSG Söflingen.

Kirchheim. Bundesligaturnen in der Sporthalle Stadtmitte, das heißt für die Basketballer: Ab ins Exil – insgesamt sieben Spiele bestreiten die Kirchheimer Korbjäger an diesem Wochenende in der Sporthalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums, aber nur für eines der sieben Teams ist das vielleicht sogar ein Vorteil.

Die Erste trainiert seit Jahren als einzige Mannschaft regelmäßig am Freitagabend an der Hahnweidstraße. Es ist dies sogar das einzige Training unter echten Wettkampfbedingungen, denn am Dienstag (ein Drittel in der Sporthalle Stadtmitte) und am Freitag (Freihof-Realschule) steht Tomic nur jeweils ein Mini-Spielfeld zur Verfügung. Eigentlich ist es ein mittleres Wunder, dass man es unter diesen Bedingungen überhaupt in die Oberliga geschafft hat – aber an diesem Sonntagabend könnte man erstmals von der Misere profitieren.

Tomic sagt denn auch: „Vielleicht können wir Söflingen überraschen.“ Schließlich steht ihm sein kompletter Kader zur Verfügung, und zu was der in der Lage ist, hat er ja vor drei Wochen, vor der Herbstferien-Pause, recht eindrucksvoll beim Tabellenführer TV Marbach angedeutet, als es nur eine 72:86-Niederlage gab.

Seither ging das weiter, was Tomic schon seit Ende September immer wieder erstaunt: Die Trainingsbeteiligung ist trotz vieler Spieler, die von auswärts kommen müssen und in Studium und Beruf ausgelastet sind, erstaunlich gut, Tomic meint sogar: „Super!“ Am Dienstag konnte ausnahmsweise sogar die ganze Sporthalle Stadtmitte benutzt werden, da die Knights ins Fitness-Studio ausgewichen waren.

Beste Voraussetzungen also für den Underdog der Liga, im fünften Spiel die ersten Punkte einzufahren? Das wäre sicherlich übertrieben. Nach den sieben Abgängen ist die Liga-Tauglichkeit des VfL schließlich noch nicht bewiesen, und am Sonntag kommt ein gestandener Oberligist nach Kirchheim, der von der Papierform her normalerweise eine Nummer zu groß ist. Zwei Siege – 73:65 in Derendingen und zuletzt 112:34 gegen Konstanz – und zwei Niederlagen 74:79 zu Hause gegen Böblingen und 77:88 in Rottenburg – stehen für die TSG Söflingen bisher zu Buche. Macht man den Quervergleich, bleibt da immer noch Luft zum VfL: Der hat gegen Rottenburg und Böblingen sehr deutlich verloren und Konstanz nicht besiegen können.

Tomic sieht die Ulmer Vorstädter als „gut eingespieltes, sehr ausgeglichenes, abgezocktes Team“, das seit zwei Jahren in fast unveränderter Aufstellung antritt. Hinter Topscorer Irfan Mecinovic (mit 16 Punkten pro Spiel Nummer sieben der Liga) punkten auch Florian Witschen (14,2), Tino John (11,0) und Patrick Scherer (10,7) zweistellig im Schnitt, Philip Hranjec (9,5), Ivica Slipac (9,0) und Benjamin Gulde (8,0) liegen nur knapp dahinter.

Zum Vergleich: beim VfL Kirchheim sind bisher die Center Constantin Munz (14,5), Dominik Eberle (13,0) und Cveti Bozic (8,0) am erfolgreichsten, wobei Munz und Bozic aber erst zwei- beziehungsweise einmal dabei waren. Es gibt also durchaus kleine Gründe, die Hoffnung von Tomic zu teilen. Andererseits gilt aber auch dessen vorsichtige Aussage: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber wir brauchen Zeit.“ut

VfL Kirchheim: M. Beck, C. Bozic, Eberle, Gritschke, Kiriakidis, C. Munz, Reichmuth, Reza, Schlipf, Schraml, Wanzke.