Lokalsport
Trost am Telefon

Größer könnten die Kontraste nicht sein: Während die Fußballer des B-Ligisten TSV Owen einen der schönsten Tage der jüngeren Teamgeschichte erlebten, kassierte Bezirksligist SGEH eine unfassbare Klatsche, verbunden mit einer der höchsten Punktspielniederlagen in der Klubhistorie.

Kirchheim. SGEH-Trainer Pedro Pereira war gestern Abend nicht zum Scherzen aufgelegt. „So ein 0:10 steckt man nicht leicht weg“, bekannte der Portugiese mit leiser Stimme. Der 39-Jährige hat als Fußballer zwar schon einiges erlebt, „doch an eine zweistellige Niederlage in einem Punktspiel wie jetzt in Neuhausen, kann ich mich spontan nicht erinnern.“

Noch am Abend führte Pereira ein langes Telefongespräch mit Fußball-Abteilungsleiter Frank Zintgraf. „Es war ein sehr guter Meinungsaustausch und es gab tröstliche Worte“, betont der Trainer, „jetzt ist es wichtig, dass wir diese Niederlage und den Saisonverlauf genau analysieren. Klar ist, dass so eine Pleite nicht passieren darf.“ Eine Trainerentlassung oder ein Rücktritt Pereiras scheint nach aktuellem Stand jedoch ausgeschlossen. Aufbauarbeit müssen die SGEH-Funktionäre nicht nur bei den Feldspielern, sondern vor allen Dingen auch bei Keeper Giancarlo Della Malva leisten. Pereira: „In der vergangenen Saison hatten wir mit dem 1:7 gegen die SF Dettingen auch eine empfindliche Niederlage erlitten und dann das nächste Spiel gewonnen. So etwas ist möglich.“

Kein Trost für die Sportgemeinschaft, dass der Tabellenletzte VfB Oberesslingen/Zell mit dem 0:8 gegen den TSV RSK Esslingen ein ähnliches Waterloo erlebte. Tabellarisch überholt wurde die SGEH vom SV Göppingen II (2:1 gegen den TSV Wendlingen). Kommenden Samstag rückt auf der Berghalbinsel Spitzenreiter TSV Deizisau (gestern nur 1:1 gegen den FC Eislingen) mit Trainer Tonio Pepe an.

Die Trainersuche beim A-Ligisten AC Catania Kirchheim neigt sich offenbar dem Ende entgegen. „Möglich, dass wir in den kommenden Tagen Vollzug melden können“, erklärte ACC-Spielleiter Thomas Beller nach der 2:4-Niederlage gegen den TSV Holzmaden. Ende Oktober war aus dem Spielertrainer Ercan Güllü der Spieler Güllü geworden – seitdem sucht der Klub einem neuen Übungsleiter. Die Situation hat sich für die ACC-Fußballer nach der Heimniederlage ebenso verschärft, wie für den VfL Kirchheim II (1:2 gegen die SF Dettingen). SFD-Goalgetter Tim Lämmle traf gestern zweimal, führt mit nunmehr 20 Treffern die Kreisliga A-Torjägerliste an.

Teils turbulent ging es gestern auf den Plätzen in der Kreisliga B zu. Für das Resultat des Wochenendes sorgte dabei der TSV Owen in der Kreisliga B, Staffel 6. Das hart erkämpfte 3:2 gegen den Spitzenreiter SV Nabern brachte dem Team von Trainer Claus Eberle den siebten Sieg hintereinander, während die Naberner die erste Saisonniederlage kassierten. „Wir haben nur ein Chance, wenn wir die starke Offensive des SVN in Schach halten können“, hatte Eberle vor der Partie betont. Und diesen Job erledigten die Owener dann weitgehend ohne Fehl und Tadel. Owens Torwart Georgios Konstantoulas musste sich über mangelnde Beschäftigung zwar nicht beklagen, fing zwei Treffer ein, doch entschärfte einige Topchancen.

Kurios: Beim Stande von 2:0 für den SV N ging einem Naberner Zuschauer der Hund von der Leine. Das kleine Tier aus dem familiären Umfeld des Naberner Spielers Marco Hiller tollte und tobte mit dem Spielgerät der Fußballer ausgelassen herum, ehe es wieder eingefangen werden konnte. Kurz nach diesem Break begann die Aufholjagd des TSVO. Owens Sprecher Harry Streicher verteilte nach dem 3:2-Coup nicht nur ein dickes Lob an die Mannschaft, sondern auch an Claus Eberle. „Man sieht, was ein Trainer in einem Team bewirken kann“, sagte er zum Sprung des TSV Owen in die Kreisliga B-Spitzengruppe. Der erfolgsverwöhnte SV Nabern blieb das zweite Mal hintereinander ohne Sieg. Da dürfte es kein großer Trost sein, dass das Team von Trainer Viktor Oster mit 76 Treffern weiterhin in der Tabelle der offensivstärksten württembergischen Mannschaften ganz vorne mitmischt.

Beim B-Ligisten TSV Ötlingen herrschte Fußballflaute. Bereits am Samstag musste die „Zweite“ das B5-Match gegen den FC Frickenhausen III aus Personalmangel absagen. Am Sonntagmorgen sagten die Oberlenninger in Absprache mit Staffelleiter Stefan Cserny (Notzingen) das Match wegen Unbespielbarkeit des Platzes ab. Solche Probleme hatte die Jesinger „Zweite“ beim 17:0-Rekordsieg gegen den TSV Beuren II nicht. Das Kurort-Team war allerdings nur mit zehn Spielern angerückt und zu allem Überfluss verletzte sich im Match auch noch der Torwart.