Owen. Zu viele Chancen ließ die Mannschaft von Trainer Manfred Haase in den 60 Spielminuten liegen. Vor allem wieder in Überzahl vergaben die Gelbhemden beste Möglichkeiten. Spielentscheidend war die Situation vor der Halbzeit, als Owen beim Stand von 10:11 in Überzahl drei Gegentreffer kassierte. Die Partie in der Teckhalle begann eigentlich sehr vielversprechend für den TSVO. Die Mannschaft legte bis zum 5:3 vor, und hatte durch Sascha Meissner sogar die Chance auf 6:3 davonzuziehen. Doch die vergebene Großchance brachte die Gäste wieder ins Spiel. Kurze Zeit später lagen die Gäste sogar mit 6:5 in Front. Owen hielt zwar bis zum 8:8 mit, doch danach war Schmiden am Drücker. Wie schon vor einer Woche in Nürtingen war wieder einmal das Überzahlspiel der Teckstädter der Keim des Übels. Sie agierten völlig ohne Struktur und brachten sich so selbst unnötig in Schwierigkeiten.
Anstatt auf einstudierte Abläufe zurückzugreifen, wollten jeder Spieler nun den Treffer erzielen. Dieses Chaos auf dem Spielfeld schien sich auch auf die Bank zu übertragen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass von dort keine Unterbrechung kam. Anstatt sein Team in einer Auszeit neu auszurichten, gab Owens Coach Haase erst in der Kabine neue Vorgaben aus. Dies beim Stand von 11:15 aus Owener Sicht.
Hier schien er aber die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn Owen war nun viel präsenter auf dem Platz. Die Umstellungen zeigten dann auch schnell Wirkung. Vor allem in der Defensive ließen die Gastgeber kaum mehr etwas anbrennen. Der eingewechselte Uwe Raichle hielt zudem einige Würfe der Pumas. Die Gäste aus Schmiden verloren völlig den spielerischen Faden. Doch Owen vermochte es nicht, entscheidendes Kapital daraus zu schlagen. Statt die Gäste mit schnellem Spiel zu überlaufen und deren Unsicherheit auszunutzen, brachten die Gelbhemden sich ebenfalls durch überhastete Abschlüsse aus dem Konzept.
Dennoch konnte Matthias Büchele knapp 15 Minuten vor dem Ende mit einer feinen Einzelaktion zum 18:18 ausgleichen. Bei den Gästen lief eigentlich spielerisch nichts mehr zusammen. Wieso die Teckstädter dann wieder von ihrer erfolgreichen Abwehrformation abwichen, bleibt wohl ein Geheimnis. Vor allem mit Einzelaktionen war Schmiden dann wieder erfolgreich. Owen hingegen verzettelte sich nun immer wieder in überhasteten Angriffsaktionen. Als sich Raphael Schmid beim Stand von 21:23 im Angriff wegen Meckerns eine Zeitstrafe einhandelte, nahmen die Gäste die Gelegenheit beim Schopf und zogen vorentscheidend auf 26:21 davon. Owen stellte nun auf offensive Abwehr um. Dies zeigte zunächst auch Wirkung, zwei Ballgewinne nutzten die Teckstädter um auf 23:26 zu verkürzen. Doch die restliche Spielzeit war zu kurz. Die Gäste markierten kurz vor Ende noch den finalen Treffer zum 27:23 Erfolg. Die Teckstädter haben sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben. Es war an diesem Tag eindeutig mehr drin für Owen, denn die Gäste, die als klarer Favorit angereist waren, wankten doch Mitte der zweiten Halbzeit beträchtlich.
Nach dieser Niederlage stecken die Gelbhemden im Tabellenkeller fest und müssen nun zum SV Fellbach, der nach der ebenfalls unnötigen Niederlage in Kirchheim sicherlich auf Wiedergutmachung drängt. Somit hat der TSV Owen am nächsten Wochenende sicherlich eine deutlich schwerere Aufgabe. Dennoch darf man nicht vergessen, dass phasenweise eine deutliche Leistungssteigerung bei den Haase-Schützlingen zu verzeichnen war. Auf diese positiven Augenblicke müssen sich Schmid & Co besinnen und in Fellbach den nächsten Anlauf nehmen.jb
TSV Owen: Langlinderer, Raichle – Bäuchle, Dunkel, Mosca (5), Jauss, Dur-Schmid, Kerner (2), Schmid (3), Meissner (2/1), Martin (6/2), Bauer, Thum (1), Büchele (4)
TSV Schmiden II: Wersch , Kirr – Leinhos (3), Schmitt, Müller, D. Petricevic (1), Laurenz (3), Müller (3), Schmidt (1), Walz (2), N.Holder (6/4), Purkert (2), L. Holder (6), P.Petricevic
Schiedsrichter: Felix Häfner und Christian Marin (TSB Schwäbisch Gmünd)
