Kirchheim. Beide fliegen das Kirchheimer Erfolgsmodell von Schempp-Hirth den Discus 2ax. Puskeiler rückte für den verzichtenden Michael Buchthal (Freudenstadt) in den Kader nach. 24 Teilnehmer fliegen in der Standardklasse mit. Insgesamt nehmen 90 Piloten an der Segelflug-WM in Südamerika teil, 42 in der Clubklasse und 24 in der Weltklasse 24.
Der Flugplatz von Adolfo Gonzales Chaves ist etwa 400 Kilometer südwestlich von Buenos Aires entfernt. Das Wettbewerbsgebiet ist flach und wird von der Landwirtschaft dominiert – bei Außenlandungen steht den Teilnehmern sicherlich manches Abenteuer bevor. Viele Wiesen und Äcker sind eingezäunt, die Tore meist verschlossen. Die Suche nach dem Besitzer blieb bei der letztjährigen Vor-WM ab und an erfolglos. So mussten mancher Flügel und Rumpf mühevoll über die Zäune zu den Transportanhängern gewuchtet werden. Manche auf Straßenkarten verzeichnete Wege sind nicht vorhanden, stellten die insgesamt sechs deutschen Piloten bei ihren ersten Trainingsflügen fest, nachdem einige bereits außenlanden mussten.
Das Wetter zeigt den WM-Piloten derzeit seine windige und kühle Seite. So fegte zu Silvester ein heftiger Sandsturm über den Flugplatz. Die deutschen Teilnehmer mussten teilweise den Campingplatz verlassen, da immer wieder Äste von den Bäumen abgerissen wurden. Einige Trainingsflüge wurden ebenso vom starken Wind beeinträchtigt. So hofft man, dass zum geplanten WM-Start am morgigen Sonntag sich das Wetter endgültig ausgetobt hat und dann gutes Segelflugwetter bringt.
Mario Kießling ist zum engeren Favoritenkreis zu zählen. Der zweifache Vizeweltmeister der Standardklasse (2008 und 2010) will nach zweimal Silber endlich Gold erfliegen. Als stärkster Konkurrent ist der amtierende Weltmeister der Standard- und 15-Meter-Klasse, Sebastian Kawa aus Polen, zu beachten.
Patrick Puskeiler aus Jebenhausen besitzt ebenso Grand Prix- und WM-Erfahrung. Wenn es bei ihm gut läuft, ist ebenfalls ein Spitzenplatz drin. Der Deutsche Aeroclub ist außerdem mit dem zweifachen Juniorenweltmeister Felipe Levin vom LSV Homberg in der Standardklasse vertreten. In der Clubklasse heben Simon Ruopp vom LSV Münsingen-Eisberg und Marco Barth vom LSG Bietigheim-Löchgau ab. Weltmeister Arndt Hovestadt vom LFV Greven geht die WM ebenso zuversichtlich an. Als Teammeteorologe ist Patrick Puskeilers älterer Bruder Marc vor Ort.
Durch die heftigen Regenfälle im Vorfeld ist die argentinische Pampa teilweise mit großen Wasserpfützen überflutet. Dies wird die große Unbekannte sein, da die Piloten abwarten müssen, wie sich schlussendlich die Thermik bei teils heftigem Wind entwickelt.
