Owen. Die Owener Mannschaft von Trainer Mitranic präsentierte sich gleichermaßen saft- und kraftlos wie plan- und ideenlos. Kaum ein Akteur in Reihen der Gastgeber spielte in Normalform. Von Spielstruktur konnte man auf Owener Seite zu keiner Zeit der einseitigen Partie sprechen. Kein Mittel fanden die Gelbhemden gegen eine vielarmige Dettinger Defensive.
Die Gäste hatte von Beginn an die Partie völlig im Griff. Bereits vor dem Spiel waren Owens Spieler vor Dettingens Toptorjäger Eric Klinger gewarnt worden. Doch ohne Erfolg, bis zum 1:5 hatte Klinger bereits vier Treffer auf seinem Konto. Mitranic versuchte mit einer frühen Auszeit den Lauf der Gäste zu unterbinden, doch auch dieses Mittel verpuffte wirkungslos. Die Dettinger hatten sich blendend auf die Owener Offensive eingestellt. Was dennoch aufs Gehäuse der Ermstäler kam, war meist sichere Beute von Torhüter Björn Ellinghaus. Auch der zuletzt so starke Fabrizio Mosca fand keine Bindung zum Spiel. Nur ein einziger Treffer gelang Owens Torjäger.
Insgesamt neun Großchancen vereitelte Ellinghaus im ersten Abschnitt und war somit maßgeblich an der Gästeführung beteiligt. Auf der anderen Seite fanden weder Thomas Langlinderer noch Uwe Raichle zur gewohnten Form und so war bereits in der 18. Spielminute mit Jörg Waldenmayer der dritte Torhüter auf Owener Seite im Kasten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste bereits auf 15:6 enteilt. Immer wieder gelang es den Gästen über die linke Achse Klinger/Beck zum Erfolg zu kommen. Bis zum Seitenwechsel konnte Owen zwar den Rückstand bei neun Toren konstant halten, doch neun Tore in 30 Minuten zeigen deutlich, wo der Schuh am gestrigen Abend drückte.
Auch nach dem Wechsel dasselbe Bild. Die Gäste spulten ihr Pensum locker ab. Beim 10:23 aus Owener Sicht nach knapp 35 Minuten war die Entscheidung längst gefallen und es bahnte sich eine richtige Packung für die Hausherren an. Hätten die Gäste im Gefühl des sicheren Sieges nicht zwei oder gar drei Gänge zurückgeschaltet, wäre es wohl noch bitterer für den TSVO gekommen. Einzig Sebastian Martin und Torhüter Jörg Waldenmayer lieferten so etwas wie Normalform ab.
„So kann man gegen ein Spitzenteam nicht bestehen“, war die bittere Erkenntnis von Abteilungsleiter Dietmar Kerner nach der Partie. Zwar lief es im Angriff ab der 40. Minute etwas besser. Dies lag allerdings vor allem daran, dass die Gäste nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Werke gingen. Der Rückstand der Teckstädter pendelte sich bei zehn Toren ein. Bis zum Spielende wechselten sich beide Teams noch schiedlich friedlich mit dem Torewerfen ab und so stand am Ende ein völlig verdienter 31:19- Auswärtssieg für den weiterhin ungeschlagenen TSV Dettingen/Erms.
Owens Zeitnehmer Stephan Scheu kommentierte die Leistung seiner Mannschaft im Anschluss als „unter aller Kanone, so kann man sich nicht präsentieren gegen einen direkten Konkurrenten um die vorderen Plätze“. Für Owens Coach Mitranic ist in der kommenden Woche vor allem Aufbauarbeit gefragt. Denn am Wochenende steht mit dem Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenführer HSG Leinfelden-Echterdingen gleich der nächste Hochkaräter auf dem Programm.jb
TSV Owen: U.Raichle, Waldenmayer, Langlinderer – Kupferschmid (1), Mosca (1), Stark, Schmid (5/1), Martin (8/1), Bauer (1), Fischer (2), Busch, H. Raichle, Jauss (1)
TSV Dettingen/Erms: Ellinghaus, Syrbe – Bodechtel (3), Kromer (2), Schulz, Beck (6/1), Kästle, Härtel (7), Muckenfuß, Heine (1), Fritz (5), Euchner (1), Klinger (6)
Schiedsrichter: Marcel Lutz und Simon Vogel (TSV Wolfschlugen)