Der Kampf um den sechsten Platz in Deutschlands zweithöchster Basketball-Liga spitzt sich zu: Zwei Spieltage vor Saisonende der ProA liefern sich die Knights aus Kirchheim die nächste Runde im Fernduell um die Qualifikation für den BBL-Pokal mit Gießen. Während die Hessen am Sonntag beim Tabellenvierten in Bremerhaven ran müssen, gastieren die Kirchheimer am Samstag ab 18 Uhr bei den bereits abgestiegenen Giants Leverkusen.
„Wir wollen nach drei Niederlagen in Serie wieder in die Erfolgsspur kommen und vor den Play-offs nochmal Selbstbewusstsein tanken“, stellt Knights-Sportchef Chris Schmidt fest. „Im Moment fehlt es uns an Energie und Rhythmus, aber da müssen wir jetzt unbedingt durch und unsere Identität vor den Play-offs wieder finden.“
An den kommenden Gegner hat man in Kirchheim keine guten Erinnerungen, hatten sich die Bayer Giants doch im Hinspiel am fünften Spieltag mit 93:87 in der Sporthalle Stadtmitte durchgesetzt. „Leverkusen liegt uns überhaupt nicht. Sie sind sehr physisch, groß, athletisch. Sie kontrollieren die Zone und haben auch offensiv viel Qualität. Sollten wir so spielen wie in den vergangenen drei Wochen, wird das definitiv nichts. Aber wir haben in der Saison schon gezeigt, dass wir solche Phasen überstehen und uns fangen können“, ergänzt Schmidt.
Eine wichtige Funktion kommt dabei den Führungsspielern um Lucas Mayer, Phillip Russell und Gian Aydinoglu zu. „Die Jungs, insbesondere Lucas als Kapitän, haben das bislang ausgezeichnet gemacht. Sie sind sich der Situation bewusst und werden vorangehen“, so Schmidt. Viel wird auf die zuletzt fehlende Energie und den Teamgeist ankommen. „Wenn wir schnell, selbstlos, konzentriert und mutig agieren, sind wir schwer zu schlagen,“ weiß Knights-Coach Igor Perovic.
Bretzel und Morgan dabei?
Unklar ist noch, wer ins Rheinland mitreisen wird. Bereits am Freitag begibt sich die Rittertruppe auf den Weg nach Leverkusen. Zur Wochenmitte standen die zuletzt verletzten Akteure Tyrel Morgan und Nico Bretzel wieder auf dem Parkett. Bei ihnen muss jedoch abgewartet werden, wie sie auf die Trainingsbelastung reagieren.
Viel wird auf den Fokus der Kirchheimer ankommen, denn die Leverkusener werden völlig befreit aufspielen können. Seit vergangenem Wochenende steht fest, das die Giants neben Münster den Gang in die ProB antreten werden müssen. Nach der Niederlage gegen Wolmirstedt steht der Abstieg auch rechnerisch fest. Viele knapp verlorene Spiele und Verletzungssorgen zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison der Rheinländer. Der nachverpflichtete Forward Lok Wur sorgte mit 11,7 Punkten und 5,4 Rebounds pro Partie zwischenzeitlich nochmals für Hoffnung. In den Zonen dominiert der erfahrene 2,18-Meter-Mann Dennis Heinzmann. 13,9 Punkte und 8,7 Rebounds im Schnitt sprechen eine deutliche Sprache. Kobe Langley dirigiert als Point Guard das Geschehen bei den Giants.
„Es ist für mich sehr überraschend, dass Leverkusen dort unten steht. Damit hätte ich im Saisonverlauf nicht gerechnet. Das ist eine sehr gute Mannschaft und sie werden vor heimischem Publikum nochmal alles reinlegen, um zu gewinnen,“ ahnt Perovic. cs

