Riezlern. Nach dem Gemeinderatsbeschluss vom 22. September sollen die Kirchheimer Sportvereine jährlich 30 000 Euro der im Spiel- und Trainingsbetrieb entstehenden Nebenkosten der städtischen Sporthallen tragen. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker führte in das Thema durch Vorstellung des kommunalen Haushaltsplanentwurfs für 2013 ein. „Aufgrund der Haushaltslage der Stadt ist es unvermeidbar, die Vereine künftig an den Unterhaltskosten zu beteiligen.“
Die Vereinsvertreter konnten sich auf Grundlage der vorgelegten Zahlen für die jährlichen Nebenkosten nicht mehr weiter gegen die Beteiligung an diesen Kosten sperren. Aus den Belegungsstunden und der Wochenendnutzung von 25 Euro täglich pro Halle errechnete sich eine Nutzungsgebühr von 96 Cents pro Stunde je Halle beziehungsweise Hallendrittel bei mehrteiligen Sportstätten. Die Oberbürgermeisterin will dem Gemeinderat vorschlagen, dass die Gebühr auf fünf Jahre festgeschrieben wird, wenn dies die Haushaltslage erlaubt.
Das Thema „Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Sportvereine und mögliche Wege der Zusammenarbeit“ wurde von Jürgen Heimbach, Geschäftsbereichsleiter Bildung, Wissenschaft und Schulen beim Württembergischen Landessportbund (WLSB), vorgestellt. Nach dem Fazit „Bildung ist mehr als Schule“ wurde verdeutlicht, dass auch die Sportvereine am Bildungsprozess in der Gesellschaft nicht unerheblich beteiligt sind. Da die Bildungspolitik zukünftig auf Gemeinschaftsschulen und Ganztagsschulbetrieb ausgerichtet ist, müssen auch die Sportvereine ihr Angebot verändern und mit den Schulen mit entsprechenden Angeboten im Rahmen der Ganztagsbetreuung zusammenarbeiten. Mögliche Anknüpfungspunkte zur Zusammenarbeit könnten Projektwochen, Schnuppertage sowie Sport- und Schulfeste sein. Die feste Einbindung der Vereine in die Ganztagsbetreuung der Schulen ist für die Vereine eine neue Herausforderung sowohl im personellen als auch im finanziellen Bereich.
Für die weitere Vorgehensweise wurde festgelegt, dass hierzu ein runder Tisch mit Vertretern der Schulen, der Vereine und der Verwaltung stattfinden soll. Die Vereine wollen bis dahin überlegen, was sie durch ergänzende Angebote leisten können, gegebenenfalls in gegenseitiger Kooperation. Aufgabe der Schulen wird sein, ihren Bedarf und den möglichen zeitlichen Rahmen für Kooperationen auszuarbeiten. Die ab dem ersten Quartal 2013 bei der Stadtverwaltung eingerichtete Koordinierungsstelle für den Bereich Schulentwicklungsplanung wird hierbei Unterstützung leisten.
Weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der Ergebnisse der Altenhilfeplanung für den Bereich „Aktives Altern“ mit den Schwerpunkten Gesundheit und Prävention sowie Sport und Bewegung. Hierzu wurde als weitere Handlungsempfehlung die Prüfung der Zugangsmöglichkeiten in den Sportstätten für Ältere und Behinderte aufgenommen.
Über das Thema Integration von Migranten innerhalb der Sportvereine wurde eingehend diskutiert. Vor allem Mädchen und Frauen sind in den Sportvereinen wenig zu finden. Überlegt wurde, ob die Sportvereine zukünftig mehr auf die Migranten zugehen sollten, beispielsweise durch Erweiterung des Sportangebots. Die Stadtverwaltung wird in Gesprächen mit dem Integrationsausschuss und den Moschee-Vereinen versuchen, Erkenntnisse zu erhalten, welcher Handlungsbedarf hier für den Sport besteht.
Zum Thema Hallenbad führte die Oberbürgermeisterin aus, dass der Gemeinderat noch Ende dieses Jahres über den künftigen Standort entscheiden wird. Soweit finanziell machbar, soll spätestens Ende 2016 der Bauantrag für ein neues Hallenbad gestellt werden.hs
