Weilheim/Kirchheim. Trotz der Tatsache, dass man mit vier Punkten Rückstand auf Platz eins und einem auf Platz zwei ein heißer Aufstiegskandidat ist, will in Weilheim noch niemand von der Verbandsliga reden. Vor allem Trainer Alexander Hübbe nicht. „Das ist bei uns kein Thema“, betont der im sechsten Jahr unter der Limburg verantwortliche Mann, der sein Team aber immerhin zu den ernsthaften Sechstligaanwärtern zählt. „Einer der momentan fünf Erstplatzierten wird Meister“, ist sich Hübbe sicher, ohne damit Druck auf seine Spieler aufbauen zu wollen. „Alle anderen Mannschaften bereiten sich ja auch gut vor. Wir wollen einfach so viel möglich rausholen und am Ende sehen, wo wir landen.“
Dass sein Team das Zeug hat, bis Saisonende um die ersten beiden Plätze mitzukämpfen, macht Hübbe an der Qualität seines Kaders fest, die ihn durchaus optimistisch stimmt „Wir sind breiter aufgestellt, haben kein großes Leistungsgefälle. Im Vergleich zur Vorrundenvorbereitung sind wir meiner Meinung nach sogar noch besser drauf.“
Das Abschneiden hat laut Hübbe übrigens keinen Einfluss auf seine weitere Trainertätigkeit in Weilheim, die im Sommer zu Ende geht. Auch im Fall des Nicht-Aufstiegs würde er bleiben, sofern die Verantwortlichen ihn wollen. Erste Gespräche sollen in den kommenden Wochen anlaufen, zumal Hübbe den aktuellen Kader gerne zusammenhalten würde. „Ich gehe davon aus, dass 90 Prozent der Spieler bleiben, egal, wo man nächste Saison spielt.“
Ob und in welchem Maße dies auch für den VfL Kirchheim gilt, wird sich ab Ende März zeigen, wenn der Sportliche Leiter Norbert Krumm in Verhandlungen mit den Spielern treten wird – bis dahin stehen vier richtungsweisende Aufgaben für die abstiegsbedrohten Teckstädter an, die aber allesamt unter die Kategorie „machbar“ fallen. Nach dem Auftakt gegen den Tabellenzehnten TSV Bad Boll kommenden Sonntag geht‘s nacheinander gegen die direkten Kellerkonkurrenten Bargau (12.), Vaihingen (14.) und Ulm (11.). „Danach wissen wir, wo die Reise hingeht und ob wir zweigleisig planen müssen“, so Krumm, der in Sachen Ligaverbleib allerdings vor Optimismus nur so sprüht. „Die Vorbereitung läuft sehr zufriedenstellend, der Teamgeist ist bestens und alle ordnen sich dem Ziel Klassenerhalt unter.“
Auf dem Weg dorthin hat sich die Personalsituation in der Winterpause deutlich entspannt. Im Gegensatz zur Vorrunde, als der Kader oft nicht mehr als 13 Spieler umfasste, kann Trainer Erol Sarikoc für die restlichen 13 Saisonpartien dank geglückter Transfers, neu belebter Kooperation mit der Jugendabteilung sowie auskurierter Verletzungen und abgelaufener Sperren auf rund 25 Kicker zurückgreifen, die sich im Training gegenseitig ordentlich Dampf machen. „Wir sind endlich auf allen Positionen doppelt gleichwertig besetzt und haben die Qualität, um zurückzuschlagen“, freut sich Sarikoc, der auf eine positive Vorbereitung zurückblickt. „Die Mannschaft hat in den Testspielen überzeugt und mittlerweile richtig Charakter.“
Dass der VfL konkurrenzfähig ist, hat die Mannschaft zum Ende der Vorrunde bewiesen. Aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause gab‘s fünf Punkte, die auch für den Kopf wichtig waren. „Das hat Selbstvertrauen gegeben“, weiß Norbert Krumm um die psychologische Wirkung des versöhnlichen Jahresabschlusses, zumal Mannschaft und Abteilung zuvor eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle zu überstehen hatten: Trainerwechsel, Machtspielchen im Kader, Zwist um die Jugendspieler sowie die allgegenwärtige Finanz- und Funktionärsnot erschwerten den Kampf um den Klassenerhalt zusätzlich. „Das ist vorbei, wir lassen das Negative hinter uns und schauen wieder nach vorne“, beschwört Krumm den neuen Kampfgeist.
Der wird auch nötig sein, um am Saisonende tatsächlich über dem Strich zu stehen. Momentan hat der VfL vier Zähler Rückstand aufs mutmaßlich rettende Ufer (siehe Infoartikel), liegt punktgleich mit Regelationsplatzinhaber Bargau auf Platz 13. Mit einem erfolgreichen Start in die Restrückrunde könnte sich der VfL also rasch aus den gefährdeten Gefilden verabschieden. „Mit sechs bis acht Punkten aus den ersten vier Spielen wäre ich schon zufrieden“, sagt Trainer Sarikoc.
