Lenningen. Wie schon im letzten Spiel gegen Ludwigsfeld zeigte die SG Lenningen auch in der Begegnung gegen die SG Kuchen-Gingen vor heimischem Publikum zwei total verschiedene Halbzeiten. Die erste Hälfte wurde nach gutem Start und Gleichstand bis zur zehnten Minute anschließend völlig aus der Hand gegeben. Lenningen ließ viele hundertprozentige Torchancen aus und aus dem Rückraum wurden ungenaue, nicht richtig vorbereitete und vor allem unnötige Würfe abgegeben. Auch das alte Thema technische Fehler und Ungenauigkeiten beim Abspielen kam wieder hoch. Dies nutzten die Gäste mit einigen schnellen erfolgreichen Angriffen über die erste oder zweite Welle.
So konnte die SG in den verbleibenden zwanzig Minuten der ersten Hälfte gerade noch ein Tor erzielen. Die von den Gästen konsequente 6:0- Abwehr schmeckte den Lenningerinnen gar nicht. Die eng gestaffelte Abwehrreihe ließ keine Möglichkeiten für SG-Kreisläuferin Carolin Luxenhofer zu, obwohl sie von ihren Rückraumspielerinnen immer wieder gesucht wurde. Erschwerend kam an diesem Abend noch dazu, dass die SG in der Abwehr nicht die notwendige Beweglichkeit und Schnelligkeit besaß. So konnten die Kuchener Damen entweder über die halbrechte Rückraumposition oder über die Außenpositionen ihre Treffer setzen. Gewohnt sicher verwaltete SG-Torhüterin Lisa Kullen das Tor. Sie war aber bei vielen Situationen chancenlos und allein gelassen.
Beim 4:11-Pausenstand zeichneten sich auf den Minen der Spielerinnen und auch der Zuschauer bereits ernste Sorgenfalten ab, weil bereits ein Debakel in der Luft lag. In der Halbzeit fand SG-Trainer Matthias Attinger aber wohl die richtigen Worte. Zudem stellte er die wenig erfolgreiche Angriffsformation der ersten Halbzeit um. Sabrina Klein übernahm die Mitte-Position, flankiert von der auf halbrechts und halblinks spielenden Saskia Schweikert und Ramona Ringelspacher. Die Umstellung zeigte Erfolg und auch ein grandioser Kampf- und Siegeswille kehrte ins Team zurück. Vom 6:13 kam die SG mit schönen Spielzügen auf 12:15 heran.
Im Angriff wurden mit Standardsituationen wie dem Kreuzen und Einlaufen von rechtsaußen auf die Mitte einfache und wichtige Tore geworfen. Ringelspacher konnte sich als Linkshänderin beim Einlaufen einige Male gut und erfolgreich in Szene setzen. Auch der Rückraum hatte mit den Treffern von Susanne Schilling und Saskia Schweikert nun wieder eine gute Wurfquote. Auch über die Rechtsaußenposition traf dieses Mal Susanne Kazmaier zweimal, sodass die SG in der zweiten Halbzeit viel gefährlicher und durchschlagskräftiger war als in der ersten Hälfte.
Den Zwei-Tore-Rückstand konnte die SG Lenningen allerdings bis zum Spielende nicht mehr verringern. Die Mannschaft kämpfte sich tapfer nach den Rückständen beim Stand von 13:17 und 15:19 immer wieder heran, aber mehr als die Zwei-Tore-Differenz war an diesem Abend einfach nicht drin. Das ist mehr als schade, denn mit einem Sieg wäre die SG vor Konkurrent HSG Altbach-Plochingen gewesen, die das wesentlich leichtere Restprogramm haben und mit Sicherheit noch den einen oder andern Punkt holen werden.
Nächste Woche sind die Lenninger Frauen spielfrei, danach wird am 5. April zu Hause der Tabellendritte, die SG Schnaitheim, empfangen. Ein Gegner von ähnlichem Format wie die SG Kuchen-Gingen.rs
SG Lenningen: Kullen, Schmierer – Kazmaier (2), Ringelspacher (3), Luxenhofer (2/2), Dangel, Klein (1), Schilling (3), Mück, Schweikert (6/2)
SG Kuchen-Gingen: Sperr, Daiss - Goll, Schmidt, Stoll, Wiedmann, Ambrosch (6/3), Engelmann (1), Bausch (7), Dittmann (1), Gass (4/1)
