Remseck. Keine Frage: Auch in Bestbesetzung hätte Kirchheims Coach Pasko Tomic kaum mit einem Sieg beim Meister rechnen können. Nach dem Bänderriss von Shkelzen Bekteshi am vergangenen Dienstag sanken die ohnehin schon geringen Chancen bis in den Promille-Bereich. Und wenn dann noch der neue Topscorer Derrick Stevens die Lampen in der Luise-Meitner-Halle in Remseck ausschießt, ist es klar, dass der Plan, den Remstälern die Meisterfeier zu vermiesen, nicht aufgehen kann.
Was allerdings nicht nötig gewesen wäre, war die taktische Undiszipliniertheit des VfL. Obwohl die guten Schiedsrichter unter dem Korb der Gastgeber fast jede Kleinigkeit ahndeten (19:8 Fouls), versuchte es der VfL viel zu einseitig von außen. Allein Stevens nahm mindestens 20 Dreier. Vor der Pause traf er drei, nach der Pause gar keinen mehr – er blieb in den zweiten 20 Minuten sogar völlig ohne Punkt und bei für ihn blamablen zehn Punkten.
Tatsächlich agierte die BG zu Beginn des Spieles, das die Meisterfeier einläuten sollte, extrem nervös, und hätten Manuel Ivanovic, Stevens, Constantin Munz und Dominik Eberle nicht acht von zwölf Freiwürfen verschossen, wäre viel mehr möglich gewesen als der Zwischenstand von 11:10 (7.) und das Viertelresultat von 19:12 für die Heimmannschaft. Nach dem 23:19 (14.) kam dann schon der vorentscheidende Lauf des Meisters. Vincent Zabel (26) und Florian von Stackelberg (23) erzielten alle acht Punkte zum 31:21 (17.), mit dem 40:31 ging es in die Pause.
Bis der Sack zu war und die Meisterfeier gesichert, dauerte es allerdings noch ein bisschen. Denn der VfL kämpfte tapfer. Jetzt steuerte endlich auch mal Matti Beck wieder Punkte bei, dazu machte Paul Howard drei seiner wenigen Punkte, und so war beim 44:38 (23.) wieder alles offen. Doch jetzt funktionierte plötzlich die sonst so starke Abwehr nicht mehr, was der BG den sicherlich entscheidenden 17:6-Lauf zum 61:44 (30.) ermöglichte. Das 61:48 zum Start ins Schlussviertel weckte kurz eine kleine Hoffnung, doch wieder war es Zabel, dem sechs Punkte zum 67:48 gelangen – der Knopf war dran, die BG Remseck Meister und Aufsteiger in die 2. Regionalliga, die Bierfässer konnten angezapft werden.
Für den VfL sieht es nun so aus: Nach dem überraschenden 68:67-Sieg von Söflingen beim MTV Stuttgart ist die TSG mit neun Siegen (und dem besseren direkten Vergleich) von den Kirchheimern nicht mehr einzuholen. Auch der TV Derendingen hat nach dem (erwarteten) 88:72 gegen den SV Möhringen nun neun Siege und belegt den achten Platz. Nur, wenn Derendingen die letzten beiden Spiele (in Rottenburg und gegen Söflingen) verliert und der VfL seine beiden Spiele (gegen Göppingen und in Reutlingen) gewinnt, ist also noch der Sprung auf Platz acht möglich – alle anderen Szenarien bedeuten Relegation oder Schlimmeres.ut
VfL Kirchheim: M. Beck (4), C. Bozic (8), Eberle (10), Howard (10/1), Ivanovic (8), Marino, Munz (5), Reichmuth, Reza (2), Stevens (10/3)
