Basketball: Kirchheimer 85:74-Sieg in Tübingen
VfL bläst dank neuem Topduo zur Aufholjagd

Mit den beiden Neuzugängen Derrick Stevens und Paul Howard haben die Kirchheimer Oberliga-Basketballer beim SV Tübingen II 85:74 gewonnen und damit gleichzeitig die Rote Laterne des Tabellenletzten abgegeben.

Tübingen. Bis zum Spiel hatte Kirchheims Coach Pasko Tomic diese Personalien (siehe neben stehender Artikel) geheim gehalten, um den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu überraschen. Der Bundesliga-Nachwuchs hatte allerdings seinerseits ein Überraschungsei dabei: U18-Nationalspieler Mahir Agva (2,08 m). Beim VfL fehlte Scharfschütze Simon Zimmermann, bei Tübingen mit NBBL-Spieler Felix Sieghörtner ebenfalls nur einer der Leistungsträger.

Sehr ungewöhnlich begann das Spiel offensiv für den VfL: Da Tübingen die Zone dicht machte, wurde von außen geballert – und zunächst getroffen. Stevens und Shkelzen Bekteshi, der in der Woche dreimal trainieren konnte und durch die Abgabe der Hauptverantwortung sichtlich befreit aufspielte, lochten jeweils zwei Dreier ein, der VfL ging 12:5 in Führung (6.). Bis zur 12. Minute (29:17) schaffte der VfL tatsächlich nur zwei „normale“ Körbe durch Kapitän Dominik Eberle. Dazu kamen sechs Dreier und sieben Punkte durch Freiwürfe. Brenzlig wurde es zum ersten Mal in der Schlussphase der ersten Hälfte, als vorne nichts mehr fiel und Tübingen durch einen 10:0-Lauf auf 37:35 herankam. Doch zwei Freiwürfe und der schon vierte Dreier von Stevens, der mit der Halbzeitsirene durch die Reuse rauschte, beendeten diese Aufholjagd – 42:35.

So lief es im dritten Viertel weiter: Immer, wenn die Gastgeber einen kleinen Lauf starteten, hielt der VfL mit einem eigenen dagegen. Und profitierte dabei von seiner tollen Freiwurfquote. Nach dem Fehlwurf von Stevens zu Beginn des zweiten Viertels traf der VfL die 16 nächsten alle und von den letzten 19 insgesamt erstaunliche 18.

Trotzdem musste Kirchheim noch einmal zittern. Nach dem 60:48 (28.) stockte die Punkteproduktion, und in den nächsten sieben Minuten gelangen Tübingen 17 Punkte zum 67:65-Anschluss (35.). Tomic: „Das war verrückt. Wir spielen sechsmal eine tolle Defense, Tübingen kommt nicht zum Wurf, wir laufen sechs Schnellangriffe – und treffen keinen Korbleger.“

Da wurden gleich Erinnerungen an all die knappen Niederlagen wach, aber jetzt hat man Stevens – und Paul Howard. Tomic: „Es ist riesig, wie er mit seiner Ruhe und Erfahrung dem Team Halt gibt – vorne und hinten.“ Die Punkte musste er gar nicht selbst machen, das besorgten jetzt wieder Bekteshi mit sechs Zählern der entscheidenden zehn zum 77:65 (37.), und natürlich Stevens.

Mit dem 85:74 konnten übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Der direkte Vergleich gegen Tübingen wurde gewonnen (Hinspiel 58:61), und die Rote Laterne an den Gegner vom Samstag abgegeben (beide 4:11 Siege). Jetzt folgen das Heimspiel gegen den MTV Stuttgart (5:10) und das Gastspiel beim SV Möhringen (4:11) – die Jagd hat begonnen.ut

VfL: Beck (n.e.), Bekteshi (18/2), C.Bozic (7), Eberle (8), Engonidis (n.e.), Howard (11/1), Ivanovic (7), Munz, Reza (n.e.), Schraml, Stevens (34/6, 12:13 FW)