Holzgerlingen. Ohne die verletzten Jan Reichmuth und Chara Kirikakidis, dafür erstmals seit zwei Monaten wieder mit Marsel Sibinovic, trat die Truppe von Pasko Tomic in Holzgerlingen an. Und der VfL startete gleich wie die Feuerwehr: Chris Schraml bestätigte seinen Formanstieg der vergangenen Wochen, seine zwei Dreier rahmten den 13:4-Start (5.) der Gäste ein. Dann jedoch übernahm Holzgerlingens Dominik Lepiorz. Der Topscorer der vergangenen Landesliga-Jahre machte das, was er immer tut: Freiwürfe und Dreier schießen. Zwei Treffer aus dem Dreipunkteland läuteten seine Punkteproduktion ein, sechs Freiwürfe folgten, und so hatte die Kirchheimer Nemesis zwölf Punkte zum 14:2-Lauf der Gastgeber zum 18:15 (8.) beigetragen.
Der VfL berappelte sich allerdings wieder, Cveti Bozic hatte zu Beginn des zweiten Viertels seine beste Phase, und nach dem 32:33-Anschluss (19.) ging es mit 35:39 in die Pause.
Constantin Munz begann die zweite Hälfte mit seinem allerdings einzigen Feldkorb des Abends zum 37:39 (21.) – der Topscorer der vergangenen beiden Spiele fand nie so richtig in die Partie –, dann begannen die schwarzen fünf Minuten des VfL. Lepiorz und einmal auch Steller erzielten die Punkte zum 39:51 (26.), was die Vorentscheidung bedeutete. Doch jetzt zog Kirchheim in der Defensive noch einmal kräftig an. Mit viel Herzblut und hundertprozentigem Engagement hängte sich jeder rein, und so gelang es, die Holzgerlinger Punkteproduktion zu stoppen. Nach dem 45:58 (31.) blieben die Gastgeber fünf Minuten ohne jeden Korberfolg, und auf der anderen Seite schaffte es die Tomic-Truppe durch aggressives Spiel immer wieder an die Freiwurf-Linie. Doch in diesen fünf Minuten wurden acht von zehn Würfen an der Linie vergeben (Bilanz im ganzen Spiel 15:33), und so stand es, als Steller die SV-Flaute beendet hatte, immer noch 49:60 (36.). In den letzten vier Minuten tat sich dann nicht mehr viel, Holzgerlingen geriet nicht mehr in Gefahr und die achte Kirchheimer Niederlage stand fest.
Pasko Tomic: „Ich bin wirklich ein bisschen ratlos. Irgendwie ist es immer dasselbe: Wir bringen uns selbst um den Lohn unserer Anstrengungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass keiner unserer Spieler es gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen – in der letzten Saison haben das immer die beiden Amerikaner, Shkelzen Bekteshi und Manuel Ivanovic übernommen.“
Am kommenden Sonntag steht nun das Heimspiel gegen NSU Neckarsulm an. Der Aufsteiger (2:6 Siege) hat am Wochenende sogar gegen den TV Konstanz (2:6) verloren (71:90), müsste zu den schlagbaren Teams gehören. Das erste Saisonziel für den Tabellenletzten VfL lautet sowieso, mal ein Spiel zu gewinnen. Wenn man das am Sonntag schafft, könnte man vielleicht auch einmal auf den drittletzten Platz schielen, der immerhin in die Relegation führt.ut
VfL Kirchheim: M.Beck (1), C.Bozic (6, 2:7 FW), Eberle (11), Gritschke (10), Munz (3), Reza (6), Schlipf (5/1), Schraml (6/2), Sibinovic (12), M. Wanzke
