Turnen
VfL-Frauen bleiben weiter auf DTL-Ebene

Am letzten Wettkampftag in Esslingen freut sich vor allem das Regionalligateam des VfL Kirchheim über den Ligaverbleib. Auch die Drittligafrauen halten die Klasse.

Clara kieber und der VfL Kirchheim bleiben in der Regionalliga. Foto: Janett Pietsch

In Esslingen gingen die beiden Turnteams aus Kirchheim mit unterschiedlichen Vorzeichen in den letzten Wettkampftag. Das Drittligateam musste kurzfristig umdisponieren. Wegen verletzungsbedingten Ausfällen von Mia Blum, Henrietta Schäfer und Theresa Lamprecht sowie einem krankheitsbedingten Trainingsrückstand von Nele Gneiting ging die Mannschaft stark geschwächt in den Wettkampf. Lediglich Diana Franz und Laura Brändle starteten in Normalform, Sonja Zuboy hatte als Nachrückerin die Chance, einen Vierkampf zu turnen. Mit ihren zwölf Jahren konnte sie die Ausfälle aber nicht auffangen.

Am Barren hielt das Team den Abstand zu den anderen noch gering, Henrietta Schäfer und Nele Gneiting zeigten gute Übungen, mit 9,80 und 9,60 Punkten schafften sie fast die Zehner-Marke. Zusammen mit Diana Franz und Laura Brändle, die gute Achter-Wertungen erturnten, kam das Team auf 35,80 Gerätepunkte, nur 1,70 Punkte Abstand zur besten Mannschaft am Stufenbarren.

Am Schwebebalken legte Nele Gneiting zwar eine Übung ohne Absteiger vor, doch mussten alle folgenden Teamkameradinnen den Balken teilweise mehrfach verlassen. Mit 39,00 Punkten blieb der Abstand zu den anderen überschaubar. Mit fehlerfreien Übungen wäre mehr drin gewesen.

Am Boden und Sprung machte sich die knappe Mannschaftsbesetzung dann allerdings bemerkbar. Am Boden musste das Team ohne Streichwertung antreten, und am Sprung fehlten die schwierigen Elemente, um bei den anderen Teams bleiben zu können. Jedoch zeigte Diana Franz mit einer 12,15- und Mia Blum mit einer 11,95-Wertung, dass sie mit den besten mithalten können. Nach vier Gerätedurchgängen erreichte der VfL erwartungsgemäß den 8. Platz, in der Abschlusstabelle war es Rang sechs und damit der sichere Verbleib in der 3. Bundesliga.

Verstärkung zahlt sich aus

Weil in dieser Saison der Tabellenletzte der Regionalliga den bitteren Gang in die Relegation antreten muss, war die Ausgangslage für die Frauen des VfL Kirchheim II angespannt wie selten. Als bisheriger Siebter trennten die Kirchheimerinnen vor dem Abschlusstag nur wenige Zehntel vom TSV Wernau – ein hauchdünner Abstand, den selbst der Hallensprecher zu Beginn des Wettkampfes aller acht Teams der Regionalliga Süd eindringlich hervorhob. Kurzfristig gelang es dem VfL, die zweite Mannschaft mit Sophia Beis, Ainoa Weng und Gabrielle Kantz zu verstärken – eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.

Der Auftakt am Boden verlief überzeugend. Fünf saubere Übungen bescherten dem VfL Kirchheim II starke 42,00 Punkte und damit einen ersten psychologisch wichtigen Vorteil. Gegenüber dem TSV Wernau bedeutete das einen Vorsprung von 3,20 Punkten. Beste VfL-Turnerin an diesem Gerät war Alicia-Marina Heim mit 10,90 Punkten.

Am Sprung folgte die nächste Duftmarke: Mit 46,10 Punkten erzielte das Team die beste Gerätewertung der gesamten Saison. Besonders Rebekka Stellwag setzte an ihrem Paradegerät mit 12,15 Punkten ein kräftiges Ausrufezeichen. Der Vorsprung auf Wernau wuchs auf 6,20 Punkte an – eine deutliche Ansage.

Auch am Stufenbarren ließen die Kirchheimerinnen nichts anbrennen. Während Sophia Beis hier einen kleinen Durchhänger hatte, zeigten Clara Kieber, Hannah Schweiss, Alicia-Marina Heim und erneut Rebekka Stellwag stabile Leistungen. Der VfL baute den Vorsprung vor dem abschließenden Gerät auf 6,75 Punkte aus. Am Schwebebalken bewiesen die Kirchheimerinnen beeindruckende Nervenstärke. Gleich drei Zehner-Wertungen – von Gioia Herzog, Clara Kieber und abermals Rebekka Stellwag, die in der Einzelwertung den hervorragenden vierten Platz belegte – besiegelten endgültig den Verbleib in der Regionalliga.

Mit 161,40 Punkten turnte sich der VfL Kirchheim II am letzten Wettkampftag der Regionalliga sogar noch auf einen starken fünften Platz. Der TSV Wernau hat kommende Woche in der Relegation noch eine letzte Chance. mp