Fußball-Bezirksliga
VfL gegen Jesingen: Was Jürgen Klopp mit dem Kirchheim-Derby zu tun hat

Der VfL Kirchheim geht favorisiert ins Duell gegen den TSV Jesingen. Auf den TSV Weilheim wartet die nächste knackige Aufgabe. 

Gibt‘s am Sonntag einen neuen Stadtmeister? Das letzte Duell zwischen dem VfL Kirchheim und dem TSV Jesingen Ende Mai endete torlos. Foto: Markus Brändli

Die Lokalrivalen sind nun auch tabellarische Nachbarn. Der vergangene Spieltag hat den TSV Weilheim nach dem 1:1 gegen den FC Heiningen sowie den VfL Kirchheim (2:1 gegen den FC Frickenhausen) im Tableau noch enger zusammengeführt. Lediglich ein Punkt trennt den Tabellensechsten TSVW vom Liga-Siebten VfL.

Während das Gros der Bezirksliga-Partien bereits am Samstag abgearbeitet wird, rücken alle drei Teams aus der Teckregion erst am Sonntag aufs Spielfeld. Aufsteiger TSV Weilheim steht dabei nach etlichen beeindruckenden Vorstellungen vor dem nächsten anspruchsvollen Job. „Der SV Ebersbach ist als ein Favorit für den Titel benannt worden“, weiß Weilheims Chefcoach Salvatore De Rosa, einst langjähriger Kicker im Ebersbacher Strut. 

Es ist das zweite Duell des Trainers De Rosa mit seinem Ex-Verein. In der Abstiegssaison 2022/23 siegte der TSVW 3:2. „Mit Ach und Krach“ habe seine Mannschaft am 21. April 2023 im Strut gewonnen, erinnert sich der 33-Jährige. Salvatore De Rosa hatte kurz zuvor das Amt unter der Limburg übernommen. 

Die Situation vor dem Match am 23. November 2025 stellt sich nicht unspannend dar. Der SV Ebersbach mischt ganz vorne mit, nur das schlechtere Torverhältnis verhindert aktuell das Belegen von Tabellenplatz zwei. „Die Ebersbacher haben aufgrund ihrer guten Jugendarbeit einige junge Spieler im Team. Sie spielen dynamisch. Wir treffen auf Erfahrung plus Qualität“, betont De Rosa. Das Remis gegen den vermeintlichen Titel-Topfavoriten FC Heiningen habe derweil die Laune beim Aufsteiger weiter verbessert. „Stimmung gut, personelle Lage auch gut“, vermeldet der Weilheimer Trainer.

Ferdi Er bleibt vorsichtig

Während die Weilheimer in Ebersbach am Sonntag bereits um 14 Uhr starten, beginnt der innerstädtische Hit zwischen dem VfL Kirchheim und dem TSV Jesingen eine Stunde später. Gespielt wird auf dem Wembley-Kunstrasenplatz. Ferdi Er bleibt bezüglich der Einschätzung seines Ex-Teams vorsichtig. „Ich kenne natürlich die meisten Jungs“, sagt der 44-Jährige, bis zum vergangenen Sommer als Spielertrainer in den Lehenäckern aktiv. Grundsätzlich sei der TSVJ nach dem Trainerwechsel von Cesare D’Agostino hin zu Christian Mirbauer schwer einzuschätzen.

Den jüngsten Sieg über den FC Frickenhausen, sichergestellt quasi mit der letzten Aktion, sieht Ferdi Er als stimulierend an. „So etwas stärkt den Zusammenhalt“, weiß der Routinier. Auszumachen sei das gute Zusammenspiel zudem an einzelnen Situationen. „Wenn ein Spieler beispielsweise auf dem Boden liegt, kümmern sich gleich einige Teamkollegen um ihn“, führt der VfL-Coach an. Auch der Jubel beim Gewinnen eines Zweikampfs stehe sinnbildlich für die vorhandene Power. 

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen weilten die Kirchheimer Bezirksliga-Kicker dienstags übrigens in der Beurener Therme – Regeneration statt Trainingseinheit. „Die Jungs machen es momentan richtig gut auf dem Platz und haben sich das verdient“, merkt Ferdi Er an.

Gute Stimmung erwartet

Für Christian Mirbauer ist das innerstädtische Derby die vierte Partie am Regiepult der Jesinger. Beim gedanklichen Ansatz fürs prestigeträchtige Match hält er es frei nach einem Ausspruch von Trainerlegende Jürgen Klopp. „Der Wille zu gewinnen muss wichtiger sind als die Angst, zu verlieren“, so Mirbauer in der freien Interpretation eines „Kloppo“-Zitats. Demnach dürften die Jesinger also mutig zu Werke gehen. Vier Punkte hat der neue Trainer aus den bisherigen drei Partien seit Amtsantritt geholt, einer oder drei weitere sollen demnach beim Derby auf dem Wembley-Kunstrasenplatz folgen.

Jesingens Abteilungsleiter Sven Andler verspürt ebenso Vorfreude, sieht den TSVJ allerdings „klar in der Außenseiterrolle“. Noch können die Kicker aus den Lehenäckern ihr selbstgestecktes Ziel von sechs Punkten aus den letzten vier Partien vor Weihnachten erreichen. Die Form des Teams sei ansteigend, so Andler, der noch auf einen anderen Aspekt setzt: „Ich bin mir sicher, dass wieder sehr viele Jesinger unser Team vor Ort unterstützen werden.“