Lokalsport
VfL holt Remis in Waldhausen

Fußball-Landesliga  Dem klaren Heimerfolg über den MTV Stuttgart lässt der VfL Kirchheim in Waldhausen fast den nächsten Sieg folgen. Mit dem 1:1 zeigen sich die Teckstädter nicht ganz zufrieden. Von Reimund Elbe

Salih Egrlic hatte den VfL in Waldhausen in Führung gebracht. Archivfoto: Tobias Tropper

Vor dem Restrundenstart gab es nicht wenige Insider, für die der Abstieg des VfL Kirchheim aus der Landesliga bereits beschlossene Sache war. Die aktuelle Antwort des VfL dürfte die Pessimisten vorsichtiger werden lassen. Vier Punkte aus den ersten beiden Partien lautet die ebenso erstaunliche wie Mut machende Bilanz.

Nüchtern betrachtet befinden sich die Kirchheimer immer noch in höchster Abstiegsgefahr, was durch den Schwächeanfall des Verbandsligisten TSV Oberensingen befeuert wird. Nach dem 1:2-Auftakt beim SSV Ehingen-Süd vor einer Woche in Kirchbierlingen wurde das Team von Maik Schütt nun auf dem Kunstrasen am Hölderlin-Gymnasium am Samstag von Ex-Oberligist SF Dorfmerkingen 4:0 demontiert. Randgeschichte: Die Partie hatte rund 30 Minuten verspätet begonnen, einer der Schiedsrichterassistenten auf dem Weg nach Nürtingen eine Autopanne. Ein Oberensinger Abstieg zurück in die Landesliga würde den Druck im Landesliga-Tabellenkeller weiter erhöhen.  

Felix Lache will von solchen Rechenspielen nichts wissen. Für ihn zählt das Hier und Jetzt, der gute Start ins Restprogramm. Das 1:1 beim SV Waldhausen stuft das Mitglied des neuen Trainer-Trios als „enttäuschend“ ein. Was auf den ersten Blick überraschend klingt, der SV Waldhausen ging in den Spieltag als Tabellenzweiter (verlor diesen Platz allerdings an Türkspor Neu-Ulm), hat insbesondere mit dem Spielverlauf zu tun.

Bereits in der achten Minute waren die Gastgeber in Unterzahl geraten. Nach einem Zweikampf zwischen VfL-Offensivkraft Meksud Colic und SVW-Kapitän Leon Weber präsentierte Schiedsrichter Marco Komander dem Waldhausener die Rote Karte. Dem Vernehmen nach soll Weber seinen Kontrahenten belei­digt haben. Der Rote Karton spielte dem VfL selbstverständlich in die Karten. Die Kirchheimer setzten nicht nur auf Kampf, sondern auch auf technischen Feinarbeit.  

„Es war hier alles andere als einfach für uns“, resümierte VfL-Routinier Tobias Heim, denn das einheimische Publikum habe immer wieder das Wort Heimvorteil ganz besonders interpretiert – durch etliche (nicht druckreife) Zwischenrufe in Richtung der Gäste. Salih Egrlic fuhr in der 19. Minute die Ernte ein. Nathan Winter hatte ihm mit einem Querpass aufgelegt, der spätere Torschütze bekam den Ball blitzschnell unter Kontrolle, schoss und traf. 

„Wir hatten im weiteren Verlauf noch einige Chancen und Halbchancen“, bilanzierte Tobias Heim, der in der 77. Minute ansehen musste, wie der SV Waldhausen zum Ausgleich kam. Unparteiischer Komander sanktionierte das Schimpfen eines VfL-Kickers gegen eine Schiedsrichterentscheidung mit einem indirekten Freistoß im Strafraum. Acht Meter vor dem Tor bekam Philipp Schiele die Kugel quergelegt, schoss diese am komplett auf der Torlinie versammelten VfL-Team vorbei ins Netz. In den letzten Minuten agierten beide Mannschaften mit offenem Visier, ohne Zählbares zu erreichen.

Für den VfL Kirchheim steht das nächste Heimspiel kommenden Sonntag gegen den FC Blaubeuren an. „Wir wollen den Klassenerhalt packen“, gibt sich Felix Lache nach dem sehr ordentlichen Start noch kämpferischer. Wie weit der Reifeprozess des VfL tatsächlich fortgeschritten ist, wird sich alsbald zeigen. In der Hinrunde unterlagen die Kirchheimer beim FC nach einer 1:0-Führung noch mit 1:2.