Bad Boll. Entscheidend für den Kirchheimer Erfolg war die Taktik von Trainer Erol Sarikoc, jeweils nach Anpfiff mit mehrminütigem Druck- und Angriffspressing zu Chancen zu kommen. Diesen Plan setzten seine Spieler mustergültig um. Bereits nach 13 Sekunden klingelte es im Boller Kasten. Stürmer Fatih Özkahraman jagte einem Gegenspieler das Leder ab, passte auf Adonis Bublica, der mit einem trockenen Schuss aus 17 Metern Bolls Keeper Marc Scherrenbacher keine Chance ließ.
Etwas länger dauerte es nach Wiederanpfiff für die zweiten 45 Minuten – dafür aber mit doppeltem Erfolg. Exakt nach 18 Sekunden netzte Furkan Uysal nach schöner Vorarbeit von Aydin Kisakol zum bereits 3:0 ein. Und nur eine Minute später machte Goalgetter Fatih Özkahraman mit einem fulminanten Schuss unter die Latte zum 4:0, nach Rückpass von Uysal, bereits den Deckel drauf (47.). Mit solch einer Überlegenheit hätten selbst kühnste VfL-Optimisten nicht gerechnet.
Nach der frühen Führung der Gäste kämpften sich die favorisierten Hausherren zunächst in die Partie zurück. VfL-Goalie Marco Joos musste zweimal sein ganzes Können aufbieten, um den möglichen Ausgleich zu verhindern. Erst räumte er den Ball vor dem durchgebrochenen Heiko Kölle ab (19.), dann parierte Teufelskerl Joos zweimal mit Blitzreflexen gegen Lukasz Majowski und im Nachschuss aus fünf Metern gegen Liridon Elezaj.
Doch auch die Teckstädter ließen nicht nach und hatten ihrerseits eine gute Gelegenheit durch Nebih Kadrija (31.). Der Kapitän zeichnete dann auch für die schöne Vorarbeit beim 2:0 verantwortlich. Adonis Bublica hatte in der 39. Minute keine Probleme mehr, seinen Doppelpack zu schnüren.
Mit dem schnellen 4:0 nach dem Seitenwechsel war die Messe dann gelesen. Eine Unachtsamkeit des ansonsten starken Marco Joos nutzte Bolls Goalgetter Majowski zum 1:4 aus (58.). In der Folge konnten sich die Kurörtler bei ihrem Torhüter Scherrenbach bedanken, dass der VfL keine weiteren Treffer nachlegen konnte. Besonders der an diesem Tag aus einer insgesamt starken Kirchheimer Mannschaft wieder einmal herausragende Nebih Kadrija hatte kein Abschlussglück.
Mit langen Bällen versuchten die Hausherren verzweifelt noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Ein von Heiko Kölle verwandelter Strafstoß bedeutete lediglich noch Ergebniskosmetik (70.).
„Wir sind stolz auf die Mannschaft, die sich für den Aufwand heute schön belohnt hat, mit wichtigen und verdienten Punkten. Wir waren auch fußballerisch die bessere Mannschaft“, erklärte VfL-Coach Sarikoc hinterher. Norbert Krumm, Kirchheims sportlicher Leiter, ergänzte: „Man hat gesehen, dass wir an Substanz gewonnen haben. Es gibt aber keinen Grund zur Euphorie, es war der erste Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen nächste Woche gegen Bargau direkt nachlegen.“wr
TSV Bad Boll: Scherrenbacher – Seidl (46. Blessing), Kivotidis, Aust, H. Kölle – Hartmann, P. Kölle, Höfer (57. Gromer), Persch (61. Vetter) – Elezaj, Majowski
VfL Kirchheim: Joos – Hilger, Özge, Mende, Beck – Uysal, Bublica (66. Köber), Fähndrich, Kisakol – Kadrija, Özkahraman (90. Wagner)
Tore: 0:1, 0:2 Adonis Bublica (1., 39.), 0:3 Furkan Uysal (46.), 0:4 Fatih Özkahraman (47.), 1:4 Lukasz Majowski (58.), 2:4 Heiko Kölle (70., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: P. Kölle, Elezaj, Persch – Joos, Mende, Kisakol
Schiedsrichter: Manuel Eggle (Vaihingen).
Zuschauer: 150
