Turnen 2. Liga
VfL-Turner starten mit Kantersieg in die Saison

Der VfL Kirchheim hat sich zum Auftakt der 2. Liga zuhause überraschend deutlich mit 43:20 gegen die KTV Ries aus Nördlingen durchgesetzt und damit einen ersten Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht.

Manuel Hofmann war aus Spanien zurückgekehrt und sorgte mit seiner Übung am Pauschenpferd für wichtige Punkte.  Foto: Henning We
Manuel Hofmann war aus Spanien zurückgekehrt und sorgte mit seiner Übung am Pauschenpferd für wichtige Punkte.  Foto: Henning Weise

In der heimischen Raunersporthalle stand für die Bundesligamannschaft des VfL der erste Wettkampf der Saison auf dem Programm. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Kurz vor dem Wettkampf hatte sich Mehrkämpfer Yasin El Azzazy verletzt, Manuel Halbisch stand nicht zur Verfügung, und auch Julian Hausch hatte mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen.

Während die Kirchheimer trotz der Ausfälle mit einer erfahrenen Mannschaft antraten, setzte sich das Team der Gäste aus einer Mischung aus erfahrenen und jungen Turnern zusammen. Bereits vor dem ersten Duell schien die KTV Ries auf dem Papier zu den schwächeren Mannschaften der Liga zu gehören. Umso wichtiger war es für den VfL, diese Begegnung für sich zu entscheiden und damit frühzeitig die Weichen für den angestrebten Klassenerhalt zu stellen.

Den Auftakt für die Kirchheimer machte der österreichische Gastturner Ricardo Rudy, der bereits in der vergangenen Saison das Trikot des VfL trug. Mit einer hochwertigen Übung sicherte er sich die ersten drei Scorepunkte. Marcus Bay zeigte eine Übung mit dem gleichen Schwierigkeitsgrad und steuerte zwei weitere Punkte bei. Auch Benjamin Leitner, der kurzfristig für den verletzten El Azzazy einsprang, gewann sein Duell und holte zwei Scores. Lediglich Markus Neher erwischte mit dem japanischen Gastturner einen äußerst starken Gegner und war in diesem Duell chancenlos. Dennoch gelang es ihm, den Schaden auf lediglich vier Zähler zu begrenzen.

Am Pauschenpferd folgte eine regelrechte Show der Kirchheimer, die an diesem bereits für die Vorentscheidung sorgten. Henning Weise überzeugte gewohnt sicher und nahm seinem Gegner zwei Scores ab. Manuel Hofmann, der nach seinem Auslandssemester aus Spanien zurückgekehrt war, erhöhte das Punktekonto des VfL um weitere vier Zähler. Pauschenpferdspezialist Ricardo Rudy glänzte ebenfalls mit seiner Übung und steuerte fünf Scores bei. Zum Abschluss gelang es Marcus Bay, den britischen Gastturner der KTV mit nur drei Punkten vom Gerät zu schicken. Damit führte der VfL nach dem Pauschenpferd bereits mit 18:7.

Doppelsalto mit ganzer Schraube

An den Ringen griff anschließend Julian Hausch ins Wettkampfgeschehen ein. Trotz seiner körperlichen Beschwerden präsentierte er eine gewohnt sichere Übung und zeigte einen Doppelsalto mit ganzer Schraube zum Abgang. Marcus Bay setzte noch einen drauf und turnte eine zusätzliche Schraube. Zusammen sicherten die beiden fünf Scorepunkte. Martin Miggitsch, ebenfalls aus Österreich angereist, und Markus Neher hielten den Schaden in ihren Duellen mit jeweils starken Gegnern auf insgesamt drei weitere Scores begrenzt.

Am Sprung begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Das Blatt wendete sich jedoch bereits wieder am Barren. Neher und Rudy sammelten gemeinsam fünf Punkte, während Bay und Hausch in ihren Duellen jeweils ein Unentschieden erturnten. Damit war bereits vor dem letzten Gerät klar, dass sich der VfL den Auftaktsieg nicht mehr würde nehmen lassen. Am abschließenden Reck steuerte Martin Miggitsch vier Scores bei, Hausch setzte mit fünf Punkten noch einmal ein Ausrufezeichen und Neher sicherte einen weiteren Scorepunkt.

Die taktische Ausrichtung des VfL, die eigenen Übungen sauber durchzubringen und gleichzeitig die Unsicherheiten der KTV Ries auszunutzen, ging damit über den gesamten Wettkampf auf. Die Kirchheimer leisteten sich nahezu keine Fehler und belohnten sich mit einem deutlichen 43:20-Erfolg. Nach dem ersten Wettkampftag steht der VfL damit auf dem zweiten Tabellenplatz. Der Mannschaft um Trainer Herbert Leikov ist allerdings bewusst, dass die großen Herausforderungen noch bevorstehen und die starken Mannschaften der Liga erst noch auf den VfL warten.

Bis dahin gilt es für die Kirchheimer, möglichst viele Gerätepunkte zu sammeln und vielleicht bereits am kommenden Samstag auswärts im Badischen bei der TG Hanauerland in Kehl den nächsten Sieg einzufahren. hw