Die auch für die Teckregion angekündigten Gewitterstürme tobten sich am Donnerstagabend in anderen württembergischen Regionen aus. Dass die VfL-Fußballer beim Bezirksliga-Flutlichtmatch auf dem Wembley-Kunstrasen trotzdem in brutale Turbulenzen gerieten, hatte insbesondere mit dem Gegner zu tun. Der alte und neue Bezirksliga-Tabellenführer FC Donzdorf demontierte die Gastgeber 6:0 (3:0).
Es gab vier Szenen, die sinnbildlich für die Kirchheimer Heimpleite standen. So ordnete beispielsweise das 1:0 pro Donzdorf nach 14 Sekunden Spielzeit die Verhältnisse unerwartet zügig. In der Schlussphase weitere Situationen mit großer Symbolkraft: VfL-Spielertrainer Ferdi Er verdrehte sich bei einem Zweikampf den linken Fuß, humpelte ebenso mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld, wie wenige Augenblicke später Teamkollege Nico Bihn mit Kühlpad auf dem rechten Knie.
„Das passt irgendwie zu unserem Spiel“, haderte Ferdi Er. Bei ihm besteht Verdacht auf eine Bänderdehnung am linken Knöchel. Dass der einzige VfL-Treffer (Kopfball von Argjend Shalaj) beim Stande von 0:5 wegen angeblicher Abseitsposition nicht zählte – die Story Nummer vier. „In Summe waren wir immer einen Schritt zu langsam“, konstatierte enttäuscht VfL-Torwart Nico Nagel, für den der FC Donzdorf nun „einer der Mitfavoriten der Bezirksliga ist“.
Zwei ehemalige VfL-Kicker waren zu diesem Zeitpunkt deutlich fröhlicher unterwegs – und in Gedanken auch bei den Verlierern: FCD-Chefcoach Manuel Doll und Patrick Liebl. „Ich fühle mich in Donzdorf pudelwohl“, betonte Doll. Nichtsdestotrotz habe er nach wie vor eine enge Bindung zum VfL Kirchheim, für den er in Summe mehr als zehn Jahre gespielt hat. Acht Jahre kickte Liebl für die Teckstädter, er arbeitet zudem im VfL-Vereinssportzentrum als Fitnesscoach. „Das Spiel heute im FC-Trikot an der Jesinger Allee war für mich somit auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, ich wünsche dem VfL auf jeden Fall eine gute Runde“, sagte der Außenverteidiger. Die Donzdorfer Treffer vor rund 150 Zuschauern erzielten Josip Skrobic, Jonathan Sedlmayer (beide zwei), Tolunay Gedik und Melih Karahan.

