Knights gehen nach einer 43:35-Pausenführung gehen Spitzenreiter BG Göttingen unter
Vom Dreier-Gewitter erschlagen

13 verwandelte Drei-Punkt-Würfe, davon alleine zehn in der zweiten Hälfte, machten am Samstag den Unterschied. Nach einer Acht-Punkte-Führung zur Pause brachen die Knights gegen den Tabellenführer aus Göttingen völlig ein. 74:89 lautete das Endergebnis eines phasenweise tollen Spiels.

Kirchheim. Ein volles Haus, tolle Stimmung – so stellt man sich ein Weihnachtsspiel vor. Doch die Bescherung verlief anders, als sich die Gastgeber insgeheim erhofft hatten. Nach einem mitreißenden Fight in der ersten Hälfte, rückte Göttingen die Verhältnisse wieder zurecht und zeigte, warum die Mannschaft seit Wochen an der Tabellenspitze steht und als Aufstiegsfavorit Nummer eins gilt. Zehn verwandelte Dreier, dazu über die Hälfte aller genommenen Würfe im Ziel – das ließ auch Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic zu dem Urteil kommen, dass Göttingen die derzeit stärkste Mannschaft der 2. Basketball-Bundesliga ist.

Doch Siegchancen hatten auch die Knights. Nach der deutlichen Niederlage in Heidelberg, war die Mannschaft auf Wiedergutmachung getrimmt, und dies sah man: Angefeuert vom frenetischen Publikum, kämpften und arbeiteten sich die Knights in die Partie. Göttingens Offensive kam anfangs kaum zum Zug, auf der Gegenseite glänzten Marcus Smallwood und Radi Tomasevic, die 17 der ersten 19 Kirchheimer Punkte erzielten.

In die erste Viertelpause ging es mit 19:19. Im zweiten Viertel stand dann zunächst einer im Mittelpunkt, mit dem so wohl niemand gerechnet hatte. Ioannis Prodromou wurde kurz vor der Viertelpause eingewechselt und war sofort auf Temperatur. Seine Energie und Einsatz setzten das Startzeichen für ein tolles Viertel. Prodromou stand dann auch bei einer Szene im Mittelpunkt, die die Halle zum Kochen brachte. Bei einem Gerangel mit seinem Gegenspieler Hitchens um den Ball, ging Prodromou zu Boden. Es entstand ein Pulk aus Spielern und Schiedsrichtern. Mittendrin: Kosta Karamatskos, der dort allerdings gar nicht hätte sein dürfen. Karamatskos war von der Bank aufs Spielfeld gerannt und wurde dafür von den Unparteiischen disqualifiziert. Die Folge: zwei Freiwürfe und Ballbesitz für Göttingen. Als Akeem Vargas beide Freiwürfe vergab, bebte die Halle.

Ein furios aufspielender Cedric Brooks, der mit 14 Punkten Topscorer der Ritter war, brachte seine Mannschaft in Führung, die bis zur Halbzeit hielt (43:35). Die Sensation schien plötzlich möglich. Doch nicht an diesem Abend. Mit veränderter Taktik kam Göttingen aus den Kabinen. Die Gäste stellten nun auf eine Zonenverteidigung um und die Gastgeber damit vor große Probleme. Innerhalb kurzer Zeit war der hart erarbeitete Vorsprung dahin. Marco Grimaldi führte bei der BG klug Regie und fand immer einen freien Mitspieler, der dann auch von jeder Position aus traf. Dreier von Brooks und Burnette ließen noch mal Hoffnung keimen, doch die Gäste zeigten nun, warum sie die Tabelle in der Pro A anführen. Mit 32:11 ging das dritte Viertel an Göttingen.

Auch im Abschlussviertel fanden die Gäste, die von vielen mitgereisten Fans unterstützt wurden, immer die richtige Antwort. „Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt. In der Zweiten haben wir dann viel zu viele Fehler gemacht und den Gegner damit aufgebaut“ musste Ignjatovic nach Spielschluss feststellen. Der Dank des Trainers galt den Fans: „ Wir haben heute vor einer tollen Kulisse gespielt. Die Fans haben uns toll unterstützt.“ Göttingens Trainer Roijakkers war sichtlich erleichtert über den Sieg: „Besonders Akeem Vargas und Marco Grimaldi muss ich heute ein Lob aussprechen. Sie haben uns heute den Sieg gebracht.“ Topscorer der Partie war allerdings Paul Guede mit 17 Punkten.

Den Knights steht nun eine arbeitsreiche Winterpause bevor. Wie von Trainer Ignjatovic angekündigt, wird in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr trainiert, um sich auf die schwere Rückrunde vorzubereiten. Diese beginnt am 6. Januar mit dem Heimspiel gegen die BG Karlsruhe.cs