Wendlingen. Wenn am Sonntag um 13 Uhr Schiedsrichter Elia-Giorgio Ciampini vom TSV Oberboihingen die Frauen-Landesligapartie im Rübholz freigibt, könnten die Gastgeberinnen einen tabellarischen Anreiz setzen. Per Triumph über den VfB Stuttgart II würden die Fußballerinnen aus Wendlingen und Ötlingen ihre Minimalchance auf einen der ersten beiden Tabellenplätze bewahren und dem Top-Duo der Liga im weiteren Rundenverlauf womöglich noch mal Gesellschaft leisten.
Viel Konjunktiv, denn Frauen-Landesligist TSVW geht mit einem Rückstand von elf (Stuttgart) beziehungsweise zehn Zählern (FC Donzdorf) ins Saison-Restprogramm. „Wenn man im Himalaya unterwegs ist, will man auch den Mount Everest besteigen“, sagt Trainer Uwe Porstner bildhaft und augenzwinkernd, aber momentan sei der Rückstand auf die Spitzenteams aus Stuttgart und Donzdorf schon etwas groß.
Doch im Fußball könne bekanntlich viel passieren. Porstner will mit solchen Worten zweifelsohne den Spannungsbogen beim Tabellendritten hochhalten, zumal bei einer Niederlage das Dümpeln im Niemandsland der Tabelle droht.
Der Coach zeigt sich mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden. Die Bilanz des Testspielprogramms: zwei Siege, zwei Niederlagen. Mit einem Match gegen das U 18-Juniorenteam des TSV Weilheim endete am 3. März das Warmlaufprogramm. „Es gilt ein großer Dank an die Weilheimer“, sagt der Coach, die Partie gegen die Jungs der Limburgstädter (1:5) sei ein echter Test für sein Team gewesen.
Abhärtung tut gut, auch hinsichtlich des Duells mit den am Sonntag im Rübholz anrückenden Gegnerinnen. Partien gegen den VfB Stuttgart II endeten aus TSVW-Sicht bislang immer enttäuschend. Die wohl bitterste Pleite war jenes 1:3 am 4. Juni 2023, das den Wendlingerinnen und Ötlingerinnen nicht nur die Landesliga-Meisterschaft kostete, sondern in letzter Konsequenz auch den Aufstiegsrelegationsplatz zwei. Am ersten Spieltag der Vorrunde rauschte der TSV Wendlingen an der Obertürkheimer Hafenbahnstraße knapp an einem Remis vorbei. Stuttgarts Farah Jusufovic traf in der 70. Minute zum spielentscheidenden 1:0 pro VfB.
Das Team von Uwe Porstner kam weitgehend verletzungsfrei durch die ersten Übungseinheiten im neuen Jahr. Zudem hätten sich Neuzugang Linda Ganter (SG Au-Wittnau), die nach einer hartnäckigen Knieverletzung zurückgekehrte Laura Gerlinger sowie USA-Rückkehrerin Lea Micko laut Coach „sehr gut eingefügt“. Der Trainer hat somit reichlich personelle Alternativen. Zumindest eine gute Basis, um den aktuellen Tabellenplatz am 2. Juni über die Ziellinie zu bringen – nach jetzigem Stand ein realistisches Szenario. Reimund Elbe

