Leichtathletik
Warum ist der Leichtathletikkreis Esslingen so erfolgreich?

Zwischen Titeln, Rekorden und Teamgeist: Unter den vier Achalm-Kreisen ist der Kreis Esslingen der Beste – das hat Gründe.

Symbolbild: Thomas Kaltenecker
Symbolbild: Thomas Kaltenecker

Wahlen sind bei Mitgliederversammlungen oft eine zähe Angelegenheit. Beim Leichtathletik-Kreistag in Bernhausen konnte dieser Tagesordnungspunkt schnell abgehakt werden. Der gesamte 13-köpfige Ausschuss mit dem Vorsitzenden Martin Moll (Kirchheim) stellte sich zur Wiederwahl. Daraus lässt sich schließen, dass in den vergangenen zwei Jahren konstruktiv, ergebnisorientiert und harmonisch zusammengearbeitet worden sein musste.

Die rund 40 Anwesenden aus 18 Vereinen jedenfalls honorierten das Engagement und die Verlässlichkeit des Kreisausschusses, durch den im vergangenen Jahr ein nahezu vollumfängliches Wettkampfangebot für alle Athleten jeder Altersklasse geschaffen werden konnte. Dies sei nur möglich gewesen, weil sich kompetente und wettkampferfahrene Ehrenamtliche für die lokale und regionale Leichtathletik einsetzten, betonte Moll. In diesem Zusammenhang dankt er auch den zahlreichen Ausrichtervereinen und den rund 70 Kampfrichterinnen und Kampfrichtern für ihre insgesamt 434 Wettkampfeinsätze bei insgesamt 25 Kreis-Veranstaltungen.

Dass der Leichtathletikkreis im Jahr 2025 so erfolgreich war, sieht Moll auch in der guten Trainerstruktur in den Vereinen, wobei allerdings eine gewisse Konzentration auf leistungsstarke Leichtathletikgemeinschaften festzustellen sei. Was man aber vermeiden konnte war eine Abwanderung zu den Großvereinen wie VfB Stuttgart oder den VfL Sindelfingen. Diese Tatsache begründet mit die gute Meisterschafts-Bilanz von drei Deutschen, sieben Süddeutschen- 15 baden-württembergischen- und 19 Württembergischen Titeln. Darüber hinaus gab es 14 Top-8-Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften und 12 neue Kreisrekorde. Von den nationalen und internationalen Medaillen-Errungenschaften im Seniorensport ganz zu schweigen.

Auch aus regionaler Sicht war der Kreis Esslingen der stärkste unter den vier „Achalm“-Kreisen, zu denen noch Reutlingen, Tübingen und Zollernalb gehören. Von 198 vergebenen Regionaltiteln gingen 99 in den Kreis Esslingen. Auch die Zahl der in Bundes- und Landeskader nominierten Athleten hat sich um fünf auf 24 erhöht.

Grundlage für diese Erfolgsbilanz sei die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit in den Vereinen. Die 2024 ins Leben gerufene Kinderleichtathletik (KiLa)-Liga habe sich gut entwickelt und auch der Übergang von der KiLa (6-11 Jahre) in die Wettkampf-Leichtathletik der U14 funktioniere sehr gut. Dies sei in vielen anderen Kreisen und Regionen nicht so, was den WLV auf den Plan brachte, in einem Pilotprojekt regionale U14-Talent-Teams zu gründen. Auch im Kreis will man sich in diesem Jahr mit diesem Thema beschäftigen.

Im Wurfbereich hat sich in den letzten Jahren der TSV Frickenhausen einen Namen gemacht. Nach erfolgreichen Meisterschafts-Ausrichtungen folgt nun für den Verein am kommenden Wochenende mit der Austragung der Baden-Württembergischen Winterwurf-Meisterschaften ein mutiger Schritt auf eine höhere Wettkampfebene. pm

Kreisausschuss: Vorsitzender, Presse: Martin Moll (Kirchheim); Schriftführer: Florian Mertens (Bernhausen); Kasse: Rolf Bauer (Nellingen); Wettkampfbeauftragter: Peter Brändle (Köngen); Kampfrichter-Beauftragte: Anja Fruhmann (Denkendorf), Dietmar Bauder (Köngen), Lars Bärhold (Bernhausen); EDV-Beauftragter: Philipp Steeb (Echterdingen); Schüler- und Jugend-Beauftragte: Conny Luber (Owen); Statistik: Jörg Beinlich (Neuhausen)