Können Sie sich noch an den 15. Oktober 2011 erinnern?
„Nein, nicht direkt. Warum?“
An diesem Tag kletterten die Knights nach einem Sieg über die Saar Pfalz Braves auf Platz eins der Pro A – bis dato zum vorläufig letzten Mal. Es sei denn, Ihr Team gewinnt morgen Abend gegen Göttingen . . .
„Das war mir so gar nicht bewusst, aber gut. Die Aussicht ist verlockend.“
Hand aufs Herz: Hätten Sie vor Saisonbeginn gedacht, dass die Knights am zehnten Spieltag als Tabellenzweiter den Ersten empfangen würden?
„Wir machen alle diesen Job aus der Motivation heraus, so erfolgreich wie möglich zu sein. Bei der Zusammenstellung der Mannschaft vor der Saison hatte ich ein gutes Gefühl, weil die einzelnen Charaktere zusammenpassen und die Chemie ganz einfach stimmt. Aber vorher wissen, dass es gut laufen wird, kann kein Trainer der Welt.“
Hemmt oder beflügelt die Aussicht auf Platz eins das Team?
„Die Stimmung in der Mannschaft ist nicht anders als sonst, es ist ein Spiel wie jedes andere. Natürlich habe ich mit den Jungs über das Thema geredet und dabei gesagt, dass man jetzt genauso gut mit zwei Siegen am Tabellenende stehen könnte. Schließlich lagen wir in fünf der neun bisherigen Spiele zur Halbzeit zurück. Genau deswegen habe ich den Spielern auch verboten, über das Thema Play-offs zu reden. Erst wenn wir bis Weihnachten zehn Siege auf dem Konto haben, können wir uns damit befassen. Bis dahin interessiert mich die Tabelle nicht.“
Inwiefern ist es ein Vorteil, dass die Partie morgen in Kirchheim und nicht in Göttingen stattfindet?
„Zunächst mal freue ich mich, dass Basketball in Kirchheim eine so hohe Zugkraft hat. Ich hoffe morgen natürlich auf eine volle Halle, und dass sich die Energie der Fans auf die Mannschaft überträgt.“
Vergangene Saison gab‘s zwei Niederlagen gegen Göttingen. Wie kann man die BG schlagen?
„Das waren auf beiden Seiten zwei komplett andere Mannschaften als heute. Die Göttinger sind sehr breit und tief aufgestellt, haben viele Spieler mit Erstligaerfahrung. Auf den ersten Blick kann ich bei denen keine Schwachpunkte erkennen. Aber wir dürfen sowieso nur nach uns schauen und versuchen, unser Spiel aufzuziehen.“
Nach dem Spitzenspiel kommen mit Paderborn (12. Platz), Nürnberg (9.), Leverkusen (16.) und Cuxhaven (14.) vermeintlich schlagbare Gegner. Den zehn Saisonsiegen bis Weihnachten steht nichts im Wege, oder?
„Ich lege keinen Wert auf den aktuellen Tabellenstand, dafür ist die Liga zu stark. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und dürfen nicht irrational werden. Was die Mannschaft momentan leistet, übertrifft bereits alle Erwartungen. Wie gesagt: Wenn wir bis Weihnachten zehn Siege haben, ist unser erstes Saisonziel erreicht. Wir hoffen natürlich, dass wir das schaffen werden.“
"Was die Mannschaft leistet, übertrifft alle Erwartungen"