SG-Handballerinnen nach Vorwochensieg von Wolfschlugen überrollt
Wechselbad der Gefühle

Regelrecht unter die Räder sind die Landesliga-Handballerinnen der SG Lenningen bei ihrem Auswärtsspiel in Wolfschlugen gekommen. Die SGL zeigte ihre schlechteste Saisonleistung und verlor mit 29:41.

Wolfschlugen. Kaum zu glauben, dass nur eine Woche zwischen dem famosen Sieg der SG-Frauen gegen Nellingen und der herben Niederlage am Samstag gegen Wolfschlugen lag – auf eitel Freude und Sonnenschein folgen nun tiefste Finsternis im Täle und ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle.

Ohne Druck, Elan, Einsatz und Engagement wurde das Spiel den Gastgeberinnen von Beginn an überlassen. Auch die Motivation wurde wohl in der Kabine abgelegt, anders ist die desolate Vorstellung nicht erklärbar. Dies trifft auch auf die ansonsten gut eingestellte Abwehr zu, die bei dieser Partie löchrig wie ein Schweizer Käse war. Zu der bekannten Defensivschwäche auf den Außenpositionen gesellte sich noch ein statischer und unbeweglicher Mittel- und Halbblock dazu. Wie angewurzelt stand die Abwehr ohne Positions- und Spielerbezug da, kein aktives Rochieren und Entgegengehen an den Ballhalter. So konnten die Gastgeber auch aus dem Rückraum leichte Tore erzielen. Mussten sie aber gar nicht, da die SG mit einer nicht zu übertreffenden Anzahl von technischen Fehlern, wie Ballverlusten und Fangfehlern, Fehlpässen auf kürzester Distanz dem Gegner die Bälle quasi in die Hände spielte. Den Großteil der 41 Tore konnte Wolfschlugen somit aus schnellen Kontern einfachst und effizient erzielen. Oswin Gabler, Handballurgestein aus Lenningen, brachte es denn auch auf den Punkt. „Die Gastgeber waren wacher im Kopf.“

Dabei hatten die SG-Frauen eigentlich nichts zu verlieren, galt der TSVW im Vorfeld als Favorit, bei dem die Lenningerinnen höchstens für eine Überraschung sorgen konnten. Doch bereits zu Beginn war zu erkennen, dass das Positiverlebnis der Vorwoche nicht konserviert werden konnte. Von Beginn an war die mangelnde Bewegung in der Abwehrt erkennbar, sodass der TSV Wolfschlugen sich bereits nach zehn Minuten mit vier Toren abgesetzt hatte. Bezeichnend für den Verlauf der Partie, der Fehlwurf der SG in der neunten Minute und der postwendend schnelle Konter zum 8:4 für die Gastgeber.

So zäh wie das Stellungsspiel in der Abwehr war auch der Spielaufbau der SG. Zu behäbig und statisch, ohne Gefahr für die TSVW-Abwehr. Einziger Lichtblick: Die Treffer von Lena Barner aus dem Rückraum, die mit schöner Regelmäßigkeit einschlugen. Spielhandlungen, wie das Einlaufen von Schmid und Emmenegger mit Torabschlüssen, konnten an einer Hand abgezählt werden.

In Hälfte zwei dasselbe Bild: Wolfschlugen mit Kontern oder einfachsten Aktionen erfolgreich, die SG immer noch blockiert und ideenlos. In den letzten zehn Minuten nahmen die Gastgeber das Tempo etwas zurück, sodass die SG durch Treffer von Schilling, einen Heber von Schweikert und einen Konter von Blocher das Ergebnis wenigstens noch etwas verschönern konnte.

Am kommenden Samstag fordert Trainer Bruno Rieke von seiner Mannschaft zwei Punkte. Dann geht es gegen Mitabstiegskandidat SC Altbach – Druck kann ja auch förderlich und antreibend wirken.rs

SG Lenningen: Kullen, Fiegenbaum – Barner (13/4), Blocher (3), Ringelspacher, Emmenegger (6), Klein, Schilling (2), Tegethoff, S. Schweikert (4), A-K. Schmid (1)

TSV Wolfschlugen: Bonfert – Ma. Massong, Steinhübel (4), Schweier (4/1), Bertsch (1), Notheis (2), Klages (3), Genkinger (6), Horeth (6), Höger (4), Rokowski (4/3), Mi. Massong (3), Baumgärtner (4)