Lokalsport
Weilheim auf Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Fußballfans des TSV Weilheim erleben in diesen Tagen eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Während die erste Mannschaft in der Landesliga dem Abstieg entgegen taumelt, feiert die Reserve seit gestern die Meisterschaft in der Sicherheitsliga und den Aufstieg in die Kreisliga A.

Kirchheim. Zum ersten Mal zog Weilheims zweite Garnitur zu ihrem Heimspiel gegen Catania II mehr einheimische Fans an als die Erste bei ihrem Gastspiel auf der Hinteren Halde in Deizisau. Sie wurden für ihr Kommen mit reichlich Toren belohnt. War das 7:0 schon das Meisterstück für den TSV II? Noch herrschte Unsicherheit, denn der SV Nabern hätte bei einem Sieg in Jesingen den Weilheimern noch in die (Meister-)Suppe spucken können. Flugs machte sich die ganze Truppe nach dem Duschen auf den Weg in die Lehen­äcker, wo die Partie zwei Stunden später begann. Ein torloses Unentschieden zerstreute alle Bedenken. Die Weilheimer waren endgültig Meister. Nach dem Abpfiff ließen sie die Sektkorken knallen und duschten ihren Erfolgstrainer Jürgen Fritsch.

Zu diesem Zeitpunkt stand die nächste Pleite der ersten TSV-Mannschaft bereits fest. Wie am Donnerstag in Ebersbach unterlag die Landesliga-Truppe auch in Deizisau mit 0:1 und steht mit vier Punkten Rückstand auf Plattenhardt, aber einem Spiel weniger, auf einem Abstiegsplatz. Die letzten vier Niederlagen mit 0:3, 0:2, 0:1 und 0:1 zeigen: Der TSV hat ein Sturmproblem. Marcel Mettang fehlte wegen einer Augenverletzung, Pascal Hartmann muss­te hinten aushelfen, weil Kai Siegel der Mannschaft helfen wollte, zu früh wieder ins Training einstieg und das mit dem erneuten Ausfall bezahlte, weil seine alte Hüftverletzung wieder aufgebrochen ist.

Eine Klasse tiefer in der Bezirksliga machte der VfL Kirchheim II mit einem 5:0 gegen Neckartailfingen wieder zwei Punkte gut auf den TSV Köngen, der sich in Reichenbach mit einem 2:2 begnügen musste. Sechs Spieltage vor Schluss ist der Relegationsplatz für die Blauen wieder in greifbarer Nähe. Im Abstiegskampf ergatterte die Spielgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang gegen FV 09 Nürtingen einen wichtigen Punkt, steckt aber immer noch tief im Schlamassel. Der ebenfalls bedrohte AC Catania Kirchheim verpasste bei Schlusslicht Harthausen (1:2) einen großen Befreiungsschlag. Es war bereits die zweite Niederlage gegen die Filderstädter (Vorrunde 3:4), die in der gesamten Runde erst zweimal gewonnen haben – ausgerechnet gegen die Italiener aus Kirchheim.

In der Kreisliga A sind die Himmelsstürmer der Sportfreunde Dettingen auf dem Gipfel angekommen. Mit dem Sieg in Altdorf haben sie den bisherigen Spitzenreiter TSV Grafenberg, der in Neckartenzlingen baden ging, überflügelt. Spielertrainer Heiko Blocher wollte den gestrigen Erfolg beim Vorletzten allerdings nicht überbewerten: „Wir haben uns schwer getan und wir hatten auch Glück. Kurz vor Schluss traf der Gegner den Innenpfosten. Statt 2:2 hieß es dann 3:1 durch unser drittes Tor von Nelson Abrantes.“

Titel und Aufstieg in die Bezirksliga sind für die Dettinger nach 13 Spielen ohne Niederlage keine Illusion mehr. Seit der Winterpause haben sie auf Grafenberg acht Punkte gut gemacht. Blocher, im ersten Jahr Coach, führt den Aufschwung auf einen gesunden Konkurrenzkampf in einem breit aufgestellten Kader und eine Umstellung im System zurück. „Wir legen mehr Wert auf den Spielaufbau und spielen jetzt einen technisch sauberen Fußball“, betont er. Zumindest die Teilnahme an der Relegation dürfte den Sportfreunden sicher sein. Konkurrent VfB Neuffen hat schon sieben Zähler Rückstand. Blocher: „Wenn mehr kommt, nehmen wir das gerne mit.“

Der 100-Tore-Sturm von Notzingen hatte diesmal Sendepause – 0:3 gegen Neuenhaus und der allererste schwarze Fleck auf der bisher blütenweißen Weste. Der TSV hat in der Kreisliga B, Staffel 4 fünf Spiele vor Schluss trotzdem noch sechs Punkte Vorsprung vor dem TV Bempflingen. Beim Tälesderby in der Staffel 5 traf Unterlenningens Albert Häußler erst zum 2:2 ins eigene, dann zum 2:3 ins Oberlenninger Tor. Endergebnis 2:4.