Fußball
Weilheim bleibt der Königsmacher​

Fußball-Bezirksliga Der TSV sägt Heiningen als Leader ab. Der VfL siegt, und die Jesinger Mini-Serie hat eine Delle.

Nai Pascal Amekpo (links) und der TSV Weilheim haben Heiningen ein 1:1 abgetrotzt. Foto: Markus Brändli

Seinem heimlichen Ruf als „Königsmacher“ in der Fußball-Bezirksliga ist der TSV Weilheim auch gestern wieder gerecht geworden. Zwei Wochen nach dem 1:0-Husarenstreich gegen den damaligen Tabellenführer 1. FC Donzdorf gelang dem Team von Salvatore De Rosa erneut gegen einen amtierenden Leader ein unerwarteter Erfolg. Dem Favoriten 1. FC Heiningen trotzte der Aufsteiger ein gerechtes 1:1 (0:0) ab – und machte Donzdorf damit unabsichtlich wieder zum Primus der Liga.

Führung nach Freistoß

In einer ausgeglichenen ersten Spielhälfte, in der die Weilheimer in puncto Ballbesitz und Spielanteile auf Augenhöhe mit dem Gegner agierten, war lediglich die Qualität der (vergebenen) Torchancen auf Heininger Seite etwas besser. Im zweiten Spielabschnitt servierte Weilheims Routinier Christoph Bauer nach einer guten und bis dahin ausgeglichenen Stunde einen Freistoß maßgerecht auf Finn Schubarth, der zur TSV-Führung vollendete. Die Gäste aus Heiningen zeigten sich freilich keineswegs geschockt und markierten nur wenige Zeigerumdrehungen später den Ausgleich. Am Ende der unterhaltsamen Partie hätten der Ex-Heininger Mike Tausch und Jannick Hoyler noch den sprichwörtlichen Lucky Punch landen können, blieben aber im Abschluss beide glücklos. TSV-Coach De Rosa war nur partiell zufrieden: „Wir haben dem FCH einige Chancen auf dem Silbertablett serviert.“

VfL mit Last-Minute-Treffer

Der Spannungsbogen in der Partie der alten Kontrahenten reichte buchstäblich bis zur letzten Sekunde. In der vierten Minute der Nachspielzeit gelang VfL-Offensivkraft Fotios Adeneler gegen den 1. FC Frickenhausen der 2:1-Siegtreffer. Vorausgegangen waren 93 teils aufregende bis hitzige Minuten auf dem Wembley-Platz – und ein taktischer Kniff von VfL-Spielertrainer Ferdi Er, der sich kurz vor dem Siegtreffer eingewechselt hatte. Da der Gegner um dessen Kopfballstärke wusste, wurde dieser von gleich mehreren Gegenspielern bewacht. Die dadurch entstandene Lücke nutzte Adeneler. „Ich hatte auf einmal vier Mann um mich rum – und um Fotios kümmerte sich niemand“, schilderte der einstige Oberliga-
akteur grinsend die Situation. Adeneler war es auch, der nach einer knappen Stunde die erstmalige Führung erzielt hatte. Schlitzohrig mit der Hacke zirkelte er den Ball gegen die Laufrichtung von FCF-Keeper Höschele ins Netz. Der Rest war ein kampfbetontes Spiel zweier gleichwertiger Teams im Dauer-Nieselregen – und wohl deshalb auch nichts für Fußball-Ästheten. Der zwischenzeitliche Ausgleich fiel per umstrittenem Foulelfmeter durch FCF-Kapitän Claudio Portale – mit Sergio und Aurelio einer von drei Brüdern der Fußballfamilie. Papa Antonio, einst VfL-Oberliga-Stürmer, wurde derweil als Schlachtenbummler am Spielfeldrand gesichtet.

Standards als Killer

Außer Spesen nichts gewesen: Mit leeren Händen kehrten die Kicker des TSV Jesingen aus dem Esslinger Stadteil Serach zurück. Die jüngste Miniserie mit vier Punkten aus zwei Spielen ist gerissen, und die Bilanz hat eine Delle bekommen. Auf dem Kunstrasenplatz am Schelztorgymnasium unterlag das Team von Coach Christian Mirbauer 1:2 (0:0) gegen den TSV RSK Esslingen. Besonders die RSK-Standardsituationen bereiteten den Gerstenklopfern sichtlich Bauchweh. „Bei Eckbällen und Freistößen wurde es immer gefährlich“, resümierte Mirbauer nach der Partie. Schon in Halbzeit eins hatten die Einheimischen mehr Ballbesitz und die besseren Chancen. Nach der Pause war die schnelle RSK-Führung ein Genickschlag für die Jesinger, deren „Fangschlag“ das 2:0 nach 73 Minuten war. Zwar gelang noch der Ausgleich durch das Premierentor von Daniel Kannapin. Zu mehr reichte es nicht mehr. Lichtblick aus Sicht von Christian Mirbauer vor dem Derby am Sonntag beim VfL Kirchheim: „Wir bekommen nicht mehr so viele Gegentore wie früher.“