Weilheim/Köngen. Am Ende wirkte auf dem Weilheimer Kunstrasenplatz weniger das Ergebnis als vielmehr die Art und Weise des Sieges euphorisierend. Selbst einstmals höherklassig kickende Fußballkünstler wie Gerhard „Gegge“ Weiler oder Peter Kuch kamen ins Schwärmen: „In der Mannschaft sind überragende Einzelakteure wie Ferdi Er und Emrah Polat. Aber auch das Teamgefüge passt“, meinten sie unisono.
Einer der Protagonisten tauchte in doppelter Ausführung auf. Weilheims Michael Schweizer traf im Duell der Zwillinge auf seinen beim SCG spielenden Bruder Markus Schweizer. Körperlich ins Gehege konnten sich die beiden positionsbedingt nicht kommen. Dass der Geislinger Schweizer ein Tor erzielte, empfand der Weilheimer Schweizer durchaus in Ordnung. Er habe sich über den Treffer gefreut, „wenn auch nur ganz kurz“, wie er augenzwinkernd hinzufügte.
Weniger amüsant verlief die Partie für Geislingens David Leu. Sechs Tage nach seinem 28. Geburtstag wurde der Mittelfeldrenner der Eybachtaler bei einer Standardsituation von Weilheims Steffen Kuch angerempelt. Der Geislinger fühlte sich in der Ausführung behindert. Das daraufhin folgende „Verpiss dich“ in Kuchs Richtung fand Schiedsrichter Jochen Rottner unpassend und schickte den ehemaligen Donzdorfer und Heidenheimer Akteur per Roter Karte zum Duschen.
Weilheims Trainer Alex Hübbe sah auf dem relativ kleinen Kunstrasenplatz kaum einen Geislinger Nachteil nach der Dezimierung: „Die kann man mit einer Systemumstellung auffangen.“ Ansonsten fand er nur ein Haar in der Suppe: „Wir haben viel zu viele Chancen ungenutzt gelassen.“ Uwe Heth, einstmals beim VfL Kirchheim in der Oberliga aktiv und nun in koordinierender Jugendfunktion bei seinem Heimatverein TSV Weilheim tätig, brachte es nach Spielende auf den Punkt: „Der TSV Weilheim schwebt jetzt in Aufstiegsgefahr.“
Weit weg von solchen Gedankenspielen ist momentan der VfL Kirchheim. Dennoch gelang im Derby beim TSV Köngen ein (Teil-)Erfolg. „Es war ein Punkt für die Moral,“ resümierte der Sportliche Leiter Norbert Krumm. Auch Abteilungsleiter Dr. Fabian Preuss hatte eine geschlossene und kämpferische Mannschaftsleistung und ebenso ein verdientes Remis gesehen wie Trainer Erol Sarikoc. Der ärgerte sich nach Spielschluss lediglich über die Entstehung und das Verhalten beim Freistoß, der zum Ausgleich geführt hatte – und über die Verletzung von Mittelfeldmotor Nebih Kadrija, die die aktuelle Ausfallliste beim VfL weiter verlängert.
Beim TV Echterdingen, personell quasi eine „Kirchheimer Filiale“, scheint die Welt nach durchwachsenem Beginn wieder in Ordnung. Dem kaum erwarteten 4:1-Sieg der Truppe von Trainer Aleksandar Kalic vor Wochenfrist gegen die SF Dorfmerkingen folgte am Samstag ein 1:1 beim bärenstarken Aufsteiger TSGV Waldstetten.
TVE-Regisseur Marcel Helber: „Die Waldstettener sind richtig bissig und giftig und kämpfen wie die Löwen.“ Kleine Pikanterie: Nächste Woche tritt zum Rückrundenbeginn der TSV Weilheim beim TV Echterdingen an, der das Hinspiel im August 1:0 gewonnen hatte . . .
Foto: Genio Silviani