Neckartenzlingen. „Das war die mit Abstand schlechteste Halbzeit, die ich von meiner Mannschaft bisher erlebt habe“, ärgerte sich Weilheims Trainer Burger nach dem Spiel über die ersten 30 Minuten. Glücklicherweise agierten die Gastgeber, die von ihren Fans liebevoll „Neckargänse“ genannt werden, weder effektiver noch wesentlich besser als der TSVW. Zudem hielt Torhüter Bernhard Illi sein Team mit grandiosen Paraden vor allem in den ersten 20 Minuten im Spiel, sodass sich die Gastgeber nicht entscheidend absetzen konnten.
Leidtragende waren die Zuschauer, die in Halbzeit eins ein wahres Festival an technischen Fehlern, Unkonzentriertheiten und Fehlpässen zu sehen bekamen. Beide Mannschaften verzeichneten miserable Wurfquoten und überboten sich an Harmlosigkeit in ihren Angriffsbemühungen. Das Spiel besaß zu diesem Zeitpunkt kein Bezirksliga-Niveau. „Die Darbietung in Halbzeit eins hatte nicht viel mit Handball zu tun“, resümierte Burger.
Entsprechend deutliche Worte richtete der Weilheimer Trainer in der Halbzeitpause an seine Mannschaft, die zunächst noch ihre Wirkung verfehlten. Bis zum 15:17 (40.) lief der TSVW immer einem Rückstand hinterher. Doch in den verbleibenden 20 Minuten drehten die Gäste auf und entschädigten mit sehenswert herausgespielten Toren für die ernüchternde Leistung in Halbzeit eins. Zwar konnten die Weilheimer nicht vollends überzeugen, dennoch kontrollierten sie fortan das Spielgeschehen.
Der zwischenzeitlich eingewechselte Alexander Müske war mitentscheidender Faktor für den Sieg des TSV Weilheim. In der Schlussphase vereitelte er reihenweise Neckartenzlinger Chancen. Vom 15:17 (40.) erspielten sich die Weilheimer innerhalb von sechs Minuten eine 21:18-Führung und ließen den Neckargänsen in der Schlussviertelstunde keine Chance mehr. Insbesondere Timmy Hiller, der krankheitsbedingt unter der Woche ebenso wie Müske und Spielmacher Auweter nicht hatten trainieren können, steuerte in der Schlussphase wichtige Treffer für den TSVW bei. Vier Minuten vor Schluss führten die Gäste mit 29:23 – die Entscheidung. Nach dem Schlusspfiff war auf Weilheimer Seite die Erleichterung über den Pflichtsieg zu spüren.
Für den TSVW stehen nun entscheidende Wochen ins Haus. In den drei Partien bis zur Winterpause wird sich zeigen, ob man seinen Platz im oberen Tabellendrittel behaupten kann. Kommendes Wochenende gastiert der TV Altbach in Weilheim, anschließend treffen die Limburgstädter auswärts auf die HSG Ebersbach/Bünzwangen und den Tabellennachbarn TSV Dettingen/Erms.pa
TSV Neckartenzlingen: Gaiser, Commercon – Schmid (10/3), Tomschi (5), Jäger (2), Kleinschmidt (2), Rieger (2), Greinert (2), Edinger (1), Hummel (1), Huber, Roth, Nistler
TSV Weilheim: Illi, Müske – Hiller (11/3), Klett (4), T. Sigel (3), Banzhaf (3), Seyferle (3), S. Sigel (3), F. Zettl (1), Fehringer (1), D. Zettl (1), Auweter, Klein
