Kirchheim. Wie schwer für den VfL in dieser Saison der Klassenerhalt wird, spiegelte die Partie gegen den Tabellenzehnten eindeutig wider. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Kirchheimer in allen Belangen das schwächere Team, konnten sich nicht eine nennenswerte Einschussmöglichkeit erspielen. Zu groß war die Überlegenheit der Gäste im ersten Spielabschnitt. Das Manko des VfB war freilich die schlechte Chancenverwertung.
Es war noch nicht einmal eine Minute gespielt, da bewahrte VfL-Keeper und Interimstrainer Manuel Doll mit einer tollen Parade seine Farben vor einem Rückstand. Auch in der Folgezeit ließen die Gäste Ball und Gegner laufen. Die beste Möglichkeit für den VfB nach einer knappen halben Stunde. Nach einer Flanke von Sebastian Rief nahm Alexander Herzog das Leder volley und setzte das Spielobjekt nur um Haaresbreite am Kirchheimer Tor vorbei (28.).
Kurz darauf die erste ernst zu nehmende VfL-Chance. Nach einer Flanke von Moritz Gutmann lenkte ein Gästespieler den Ball fast ins eigene Tor (31.). Danach hatte die Elf von Trainer Markus Koch fast Chancen im Minutentakt. Zunächst ging ein Schuss von Pascal Hemmerich ans Außennetz (33.) und vier Minuten später stand Bartosz völlig frei vor dem VfL-Tor, aber mit dem Kopf traf der Neckarremser Spieler das Leder nicht richtig. Auch Micha-Colin Läubin hatte kein Glück, als seine Direktabnahme nach einem Eckball über das Tor ging (39.). Den ersten und einzigen Schuss in der ersten Halbzeit auf das Gästetor gab es kurz vor der Halbzeitpause. Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr setzte Emrah Basol den Ball aber zwei Meter über das VfB-Gehäuse (40.).
Nach dem Seitenwechsel machten die Gäste da weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten. Zunächst ging ein Schuss von Herzog (47.) knapp vorbei und auch Micha-Colin Läubin hatte kein Glück, als sein gefühlvoller Weitschuss knapp am Kircheimer Tor vorbei ging (50.). Danach verhinderte VfL-Torwart Doll mit einer erneut tollen Parade gegen den alleine auf Tor zustürmenden Hemmerich seine Mannschaft vor einem Rückstand(62.).
Nicht einmal drei Minuten später konnten sich die VfL-Spieler über die überraschende 1:0-Führung durch Deni Kalfic freuen. Nach einer der wenigen Unsicherheiten in der Gästeabwehr erzielte der 21-Jährige mit einem sehenswerten Fallrückzieher die Kirchheimer Führung. Die Freude war aber nur von kurzer Dauer, denn nicht einmal 90 Sekunden später gelang den Gästen durch Harun Sever der Ausgleichstreffer (67.).
Kurz darauf wären die Teckstädter nach schöner Vorarbeit von Marcel Helber fast erneut in Führung gegangen, aber Roberto Forzano rutschte am Fünf-Meter-Raum nur um Zentimeter am Ball vorbei (73.). In der Schlussphase erspielten sich die Gäste noch einmal ein klares Übergewicht und hatten zunächst kein Glück, als der eingewechselte VfL-Spieler Alexander Berg für seinen Torwart auf der Torlinie rettete (77.), aber kurz darauf erzielte Alexander Herzog nach einem sehenswerten Solo den Treffer (82.) zum Neckarremser 2:1-Sieg. „Wir haben einfach zu viele Torchancen zugelassen und völlig verdient verloren“, sagte VfL-Mannschaftskapitän Manuel Doll.
Negativer Höhepunkt der Partie war die Rote Karte für Kirchheims Mittelfeldmann Emrah Basol (83.), der seinen Neckarremser Gegenspieler an der Mittellinie per Ellbogencheck niederstreckte – grobes Foul oder Tätlichkeit? Der Unparteiische entschied auf Letzteres und schickte Basol vorzeitig zum Duschen.
VfL Kirchheim: Doll – Marcelles, Mende (46. Berg), Hofstetter, Großhans – Basol, Helber, Gutmann, Kalfic (79. Ince) – Abanoz (63. Zaglauer), Forzano
VfB Neckarrems: Gaßmann – K. Läubin, Stölzel, Ngo, Rief – M-C Läubin, Stawski, Ancona, Sever (88. Di Perna), Herzog – Hemmerich (79. Fleischer)
Tore: 1:0 Kalfic (65.), 1:1 Sever (67.), 1:2 Herzog (82.).
Gelbe Karten: Kalfic – Sever
Rote Karte: Basol (83., Tätlichkeit)
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Manuel Digeser (Rottenburg am Neckar)
