Lokalsport
Wendlinger Frauen: Zwei Rückkehrerinnen und eine Neue

Fußball In den Kader des Landesligisten TSV Wendlingen kam über den Winter Bewegung. Mit einem Test gegen Verbandsligist TSV Münchingen beginnt heute die intensive Phase in der Vorbereitung. Von Reimund Elbe

Uwe Porstner galt zum Rundenbeginn noch als Neueinsteiger in der Frauen-Landesliga, trotzdem hatte der 50-Jährige offenbar schon damals erstaunlich gute prophetische Gaben. „VfB und Donz­dorf“ lautete im September 2023 die Vorhersage des Jesingers in Sachen oberste Titelanwärterschaft – eine Punktlandung. Die Stuttgarterinnen führen das Feld knapp vor dem FC Donzdorf an. Zehn Punkte hinter dem Liga-Zweiten hat es sich vor der Winterpause die Spielgemeinschaft aus Wendlingen und Ötlingen eingerichtet.

Diesen Tabellenplatz drei betrachtet Coach Porstner als ermutigend für die Restrunde. „In Summe lief die Hinrunde für uns sehr zufriedenstellend“, lautet seine Einschätzung, obwohl seiner Ansicht nach der eine oder andere Zähler „zu leichtfertig“ aus der Hand gegeben worden sei. „Luft nach oben“ sei leistungsmäßig jedenfalls noch vorhanden. 

Mit dem Testkick gegen den Verbandsliga-Tabellenfünften TSV Münchingen beginnt am Samstagnachmittag (Anpfiff 15.30 Uhr) im Wendlinger Sportzentrum Speck die nächste Phase der Rückrunden-Vorbereitung. Am 15. Januar hatte der Trainer erstmals zu Übungseinheiten im neuen Jahr gebeten. Montags und mittwochs wird in Wendlingen geschwitzt, freitags im Ötlinger Rübholz. Quasi als Beigabe fungiert zudem donnerstags ein Hallen-Fitnesstraining. Klingt nach einem intensiven Programm.

„Der Fokus liegt wie vor der Hinrunde auf dem taktischen Bereich“, berichtet Porstner. Besonders im Kreieren von gefährlichen Offensivaktionen steckt bei den Wendlingerinnen womöglich noch reichlich Potenzial. 25 Treffer bedeuten einen Liga-Durchschnittswert. Fast schon furchterregend wirkt dagegen die Trefferausbeute des Tabellenführers VfB (44) und dessen hartnäckigsten Verfolgers FC Donzdorf (59). Nur zwölf Gegentore kassierte der TSV Wendlingen allerdings in der Vorrunde – der drittbeste Wert in der Liga.

Personell variabler

Personell sieht es vor dem Re-Start am 10. März (im Rübholz gegen Tabellenführer VfB Stuttgart II) noch gut aus. Ein großes Hallo im Teamkreis gab es für Lea Micko, Rückkehrerin nach einem mehrmonatigen USA-Aufenthalt. In der vergangenen Saison war sie mit zwölf Toren eine der erfolgreichsten TSVW-Offensivkräfte. Laura Gerlinger hat offenbar ihre langwierigen Knieprobleme überwunden, kann wieder voll belas­ten. Mit Linda Ganter kommt eine Fußballerin von der SG Au-Wittnau zum TSVW, die bei ihrem Ex-Klub zum Stammpersonal zählte. Am 19. November des vergangenen Jahres bestritt die Mittelfeldakteurin ihre letzte Partie für den aktuellen Spitzenreiter der südbadischen Landesliga, Staffel eins, zog danach nun in den Kreis Esslingen, schloss sich dem TSV Wendlingen an. „Dadurch werden wir personell noch variabler“, unterstreicht Uwe Porstner.   

„Oben mitspielen“ hatte TSVW-Defensivakteurin Caroline Müller im September des vergangenen Jahres vor dem Saisonstart als tabellarische Zielzone definiert. Als Drittplatzierte, weit weg von den Abstiegsplätzen, ist das den Wendlingerinnen und Ötlingerinnen bislang ganz passabel gelungen.