Kirchheim. Das war knapp: Fast wären die Dettinger Sportfreunde am Sonntag ihre Tabellenführung los gewesen. Aber eben nur fast, denn die Nachspielzeit gehört bekanntlich auch zu einem Fußballspiel. Das 4:3 am vergangenen Sonntag in Raidwangen fiel in der 92. Spielminute. Da Vefolger Grafenberg gleichfalls knapp mit 2:1 in Großbettlingen gewann, geht der Zweikampf morgen in die viertletzte Runde.
Dabei empfangen die SFD den TSGV Großbettlingen, der TSV Grafenberg bekommt es mit Erzrivale VfB Neuffen zu tun, der seit dem 1:2 am Sonntag gegen die TG Kirchheim aus dem Rennen ist.
Der letzte Bezirksligaauftritt der Dettinger datiert vom 4. Juni 2 000 und war ein trauriges Schauspiel: 0:12 gingen die Sportfreunde gegen den damaligen Meister und Aufsteiger FC Eislingen unter. Elf Jahre später winkt die Rückkehr ins Bezirksoberhaus. Vorausgesetzt, von den vier verbleibenden Partien werden mindestens drei gewonnen. Im direkten Duell am Sonntag in einer Woche gegen Widersacher Grafenberg würde den Dettingern nach 44 von 48 möglichen Punkten aus den letzten 16 Spielen ein Remis reichen. „Es wäre mir sehr recht, wenn wir kein zwölftes Jahr Kreisliga dranhängen würden,“ sagt SFD-Boss Wolfgang Mutzbauer. Doch aufgepasst: Großbettlingen stellt die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde, die nach der Niederlage gegen Grafenberg noch dringend einen Sieg braucht, um endgültig in Sicherheit zu sein. Dass der ausgerechnet in Dettingen gelingt, daran will TSGV-Coach Werner Achtzehner nicht so recht glauben. „Wir sind krasser Außenseiter und müssen unsere Punkte eigentlich woanders holen.“ Achtzehner muss morgen erneut auf Mittelfeldstratege Oliver Kurz und den pfeilschnellen Schiko Agus-Saku verzichten.
Im Abstiegskampf hat der TV Neidlingen nach kurzer Schwächephase die Zeichen der Zeit verstanden und drei Siege in Serie hingelegt. Morgen geht es gegen den TB Neckarhausen, einen Mitkonkurrenten im Kampf um Platz elf. Bei einem Neidlinger Erfolg wäre ein weiteres Jahr in der A 2 so gut wie gesichert. „Ein Heimspiel vor stattlicher Kulisse, zudem haben wir aus dem Hinspiel mit dem TBN noch eine Rechnung offen,“ meint TVN-Spielertrainer Roland Schumacher, in dessen Mannschaft Oldie Markus Binder, Patrick Hitzer und Julian Sorwat morgen fehlen werden.
Gegner Neckarhausen fährt nach dem späten Punktgewinn gegen eine verstärkte Nürtinger Bezirksligareserve mit einem lachenden und einem weinenden Auge unter den Reußenstein. Der Abstand auf Platz elf ist unverändert, doch Neckarhausens Coach Steffen Schmidt bleibt optimistisch: „Der elfte Platz ist noch in Reichweite, nachdem am Sonntag alle Anwärter unentschieden gespielt haben. Dennoch sind wir uns bewusst, dass in Neidlingen und gegen Kohlberg zwei Siege her müssen.“ Dabei muss auch er mit Jens Braun, Sebastian Salkowski und Patrick Hornsberger ohne drei Stammkräfte auskommen.
Ein Sieg noch und auch der B 6-Meister und Aufsteiger der vergangenen Saison, die TG Kirchheim, wäre durch. Morgen erwarten die Kalfic-Schützlinge Schlusslicht Kohlberg, beste Voraussetzungen, um eine weitere Saison in der A 2 zu sichern. In die B 6 abgestiegen ist nach dreijähriger Kreisliga A-Zugehörigkeit der TSV Ötlingen. Der kann im Duell gegen den TSV Raidwangen das Bild einer unglücklichen Saison allenfalls noch etwas zurecht rücken. Tief im Schlamassel steckt Frickenhausens Verbandsligareserve, die mit Neckartenzlingen auf einen Gegner trifft, der gleichfalls noch nicht aus dem Schneider ist. Der TSV Beuren schließlich kann mit einem Sieg über den bereits abgestiegenen TSV Altdorf einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.
