Fußball-Verbandspokal
WFV-Pokal: VfL verliert 1:4 gegen Neuhausen

Der VfL Kirchheim spielt in Runde eins des WFV-Pokalwettbewerbs eine grandiose erste Halbzeit gegen den FV Neuhausen, verliert aber die Partie 1:4 (1:2) weil die Kaltschnäuzigkeit fehlte.

Die „Blauen“ haben bei Dauerregen eine Überraschung verpasst. Foto: Markus Brändli

Der sprichwörtliche rote Teppich des Erfolgs war quasi schon ausgerollt für die Bezirksliga-Kicker des VfL Kirchheim: In der ersten Runde des WFV-Pokalwettbewerbs gegen den Landesligisten FV Neuhausen lieferte die Truppe des Trainergespanns Ferdi Er und Philip Kühnert eine nahezu tadellose erste Halbzeit ab, war früh in Führung gegangen und hatte danach zahlreiche Möglichkeiten, die leichtfertig vergeben wurden. Am Ende rächte sich der Chancenwucher und der Landesligist siegte unterm Strich standesgemäß 4:1 (2:1) und zog damit in die zweite Runde des Verbandspokals ein.

„Wir hätten eigentlich in der ersten Halbzeit 4:0 führen müssen“, bestätigte Ferdi Er das, was die rund 100 trotz Starkregen verbliebenen Zuschauer gesehen hatten. Nach dem witterungsbedingten Umzug vom Stadion auf den Wembley-Kunstrasenplatz – Schiedsrichter Felix Rauch hatte den Stadionrasen zuvor sehr kurzfristig und kompromisslos aufgrund vereinzelter Pfützen für „unbespielbar“ erklärt – nahmen die VfL-Kicker das Heft des Handelns von Beginn an in die Hand und spielten den Landesligisten zeitweise fast an die Wand. Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten. VfL-Stürmer Meksud Colic zirkelte den Ball schon nach vier Zeigerumdrehungen diagonal zum 1:0 in die Maschen des Neuhausener Tores. Das war ganz nach dem Geschmack des VfL-Anhangs, der in der Folgezeit weitere Hochkaräter der „Blauen“ registrierte. In der zwölften Minute scheiterte Colic am gut aufgelegten Neuhausener Torspieler Tim Brückner. Eine Viertelstunde später parierte der Goalie gegen Argjend Shalaj, ehe in der Folgezeit erneut Colic gleich zweimal aus aussichtsreicher Position abschloss und erneut am Keeper scheiterte (29., 32.). 

Chancen für den Landesligisten waren bis dahin Mangelware. Lediglich ein von Valon Dodaj getretener Freistoß in der 21. Minute hatte zuvor für ein bisschen Puls auf der VfL-Bank besorgt. Goalie Nico Nagel war aber souverän zu Stelle. Ein, so VfL-Spielertrainer Ferdi Er, „dummer Abwehrfehler von mir“ führte dann zur ersten FVN-Chance aus dem Spiel heraus – und auch umgehend zum Ausgleich durch Dodaj (38.). Ein weiterer Schnitzer in der VfL-Hintermannschaft brachte die Gäste quasi mit dem Halbzeitpfiff bereits auf die Siegerstraße. Den Treffer aus gut 18 Meter hatte David Govorusic per Freistoß erzielt.

Im zweiten Spielabschnitt  wurde nicht nur das Wetter besser, sondern auch das Spiel des FV Neuhausen. Coach Ugur Yilmaz hatte in der Kabine offenbar die richtigen Worte gefunden. Der Landesligist ging nun deutlich konzentrierter ans Werk. In die Karten spielte dem FVN der etwas ungestüme Einsatz des bereits verwarnten VfL-Defensivakteurs Nico  Bihn, der dafür folgerichtig den Gelb-Roten Karton des Unparteiischen sah (62.) und sein Team in ein taktisches Dilemma stürzte. Die VfL-Coaches mussten notgedrungen auf eine Dreierkette in der Abwehr umstellen, vergrößerten dadurch aber auch die Abstände und taten sich fortan  schwer im Zugriff auf die gegnerischen Spieler.

Govorusic scheiterte in der Folgezeit zunächst noch am glänzend parierenden VfL-Keeper Nagel (64.). Beim Zwölf-Meter-Kracher von Ammar Memic zum 1:3 (66.) war der Torspieler aber ebenso chancenlos, wie beim 1:4 durch Peter Güth (84.), der damit auch den Endstand markierte und einen am Ende verdienten Sieg des Landes- über den Bezirksligisten sicherstellte.

FVN-Coach Ugur Yilmaz freute sich über den Sieg, kritisierte aber auch die Teamleistung in der ersten Halbzeit: „Wir haben in dieser Phase krasse Fehler gemacht, die zum VfL-Tor und den Chancen führten. Da haben wir Geschenke verteilt.“ VfL-Spielertrainer Ferdi Er hofft, dass nicht allzu viele Spieler des derzeit ausgedünnten Kaders Blessuren von der Partie davongetragen haben und bekräftigte nochmal den Anspruch an das unmittelbar bevorstehende Teckboten-Pokalturnier in Notzingen: „Den Pott wollen wir gewinnen.“