Schwache Knights-Defensive kostet Punkte in Gotha
Wieder über 100

Mit 97:107 haben Kirchheims Zweitliga-Basketballer am Samstagabend in der „blauen Hölle“ von Gotha verloren. Vor etwa 2 000 Zuschauern ragte auf Kirchheimer Seite Justin Stommes mit 29 Punkten heraus. Eklatante Fehler in der Kirchheimer Defensive verhinderten einen Sieg beim direkten Tabellennachbarn. Die Ritter haben nun wieder direkten Kontakt zu den Abstiegsplätzen.

Gotha. Es sollte ein wichtiger Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld werden. Mit einem Sieg in Gotha hätte man den Abstand auf den zweiten Abstiegsplatz auf vier Punkte vergrößern können. Doch nachdem am Samstag auch Crailsheim gewinnen konnte, ist der Abstiegskampf wieder offen. Nur der direkte Vergleich mit Crailsheim verhinderte, dass die Knights auf einem Abstiegsplatz in die neue Woche gehen.

Besonders das Defensiv-Verhalten seiner Mannschaft bereitete Coach Frenkie Ignjatovic Sorgenfalten. „107 Punkte zu kassieren ist nicht in Ordnung. Vor allem auf der Centerposition waren wir heute unterlegen.“ Den Unterschied machten Gothas Center Leo Niebuhr (20 Punkte) und Forward Torvoris Baker (19 Punkte, 10 Rebounds). „Unter den Brettern haben sie uns zu deutlich dominiert“, so Ignjatovic. Doch auch Gothas Guard Chase Griffin war von den Gästen nie in den Griff zu bekommen. 28 Punkte bei einer nahezu perfekten Wurfquote gingen auf das Konto des Amerikaners.

Dabei hatte Kirchheim konzentriert begonnen. Justin Stommes erzielte bereits im ersten Viertel 12 Punkte. Nach einem offenen Schlagabtausch gingen die Knights mit einer Vier-Punkte Führung (28:24) in den zweiten Abschnitt. Vorerst ging es so weiter: In der Offensive traf Stommes nach Belieben. Unterstützung bekam er von Sebastian Adeberg und Cedric Brooks. Doch Gotha witterte seine Chance. Immer wieder erlaubte die Kirchheimer Abwehr den Gastgebern leichte Punkte. Stommes wurde nun in direkte Manndeckung genommen und in der Offensive lief Chase Griffin heiß. Mit einem 46 :52 Rückstand gingen die Gäste in die Kabine.

Die mitgereisten Knights-Fans und die, die sich das Spiel in Kirchheim im „3Königs“ per Live-Übertragung anschauten, hofften nun auf die Wende. Nachdem vor allem die Verteidigung der Knights bei den zurückliegenden drei Siegen das Prunkstück der Mannschaft war, schien an diesem Tag der Wurm drin zu sein. Gotha punktete fast nach Belieben und die Verteidigung der Ritter bekam Griffin, Niebuhr, Baker und Albert Kuppe (18 Punkte) nicht in den Griff. Doch so einfach wollten sich die Ritter dann doch nicht geschlagen geben. Im Schlussviertel stellte Ignjatovic auf eine aggressive Pressverteidigung um. Die schnellen Guards Chris Alexander, der vor allem in der ersten Halbzeit mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, und Kapitän Radi Tomasevic sollten dabei für die Ballgewinne sorgen.

Dies gelang auch, doch auf jeden erzielten Punkt von Kirchheim, folgte zumeist sofort ein Fehler in der Verteidigung, der von den Rockets gnadenlos bestraft wurde. Die Ritter kämpften bis zum Schluss, doch es sollte an diesem Abend nicht mehr sein. Am Ende des Spiels stand für den Gastgeber eine beeindruckende Wurfquote von 72 Prozent. Fast genauso sicher zeigten sich die Thüringer von jenseits der Drei-Punkt-Linie, von wo aus jeder zweite Wurf sein Ziel fand.

„Gotha hat ein tolles Spiel gemacht und auch einige gut verteidigte Würfe getroffen. Dennoch müssen wir hinten ganz anders zu Werke gehen“, zollte Ignjatovic den Hausherren Respekt. „Unsere Offensive hat ebenfalls funktioniert, auch wenn das Zusammenspiel noch besser werden kann.“ Für die Knights geht es nun am kommenden Sonntag (17 Uhr) mit Jena erneut gegen einen Tabellennachbarn. Da die direkten Konkurrenten aus Gotha und Crailsheim sich momentan in starker Verfassung zeigen, kann sich Kirchheim eine weitere Niederlage nicht leisten.cs