Fußball-Landesliga: VfL verliert nach desolater zweiter Halbzeit mit 1:5 gegen SSV Ulm II
Wieder den Befreiungsschlag verpasst

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben es die Landesliga-Fußballer des VfL Kirchheim bei einem Heimspiel verpasst, einen Big Point im Abstiegskampf zu landen. Gegen Mitabstiegskontrahent SSV Ulm II setzte es eine empfindliche 1:5 (1:1)-Schlappe. Verantwortlich hierfür war vor allem eine indiskutable zweite Halbzeit der Teckstädter, die den Ulmern das Toreschießen leicht machte. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus.

Kirchheim. Bis kurz vor der Pause hatte es dabei noch gut für die Blauen ausgesehen. In einer niveauarmen Partie brachte Adonis Bublica die Gastgeber nach einer sehenswerten Kombination über Nebih Kadrija und Michael Bezler mit 1:0 in Front. Auch von dem Schock des verletzungsbedingten Ausscheidens von Goalgetter Fatih Özkahraman nach bereits 25 Minuten ließen sich die Kirchheimer zunächst nicht von ihrem Weg abbringen. So hatte Kapitän Nebih Kadrija zwei weitere Gelegenheiten, um auf 2:0 zu erhöhen. Doch einmal stand er sich selbst (28.) und ein zweites Mal SSV-Keeper Jonas Gebauer im Weg (36.). Bis zum Ulmer Ausgleich sah es nicht danach aus, als ob der VfL Punkte verlieren würde.

Das 1:1 vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff fiel kurios. Kadrija wurde am gegnerischen Anspielkreis gefoult. Als der VfL vergeblich auf den Pfiff des ansonsten gut leitenden Unparteiischen Marcel Gröbel wartete, spielten die „Spatzen“ einfach weiter und Onesi Kuengienda vollstreckte zum schmeichelhaften Ausgleich.

Was in Vaihingen noch gut klappte, einen Rückschlag wegzustecken, funktionierte bei frühsommerlichen Temperaturen im Stadion an der Jesinger Allee ein weiteres Mal nicht. „So eine schwache Halbzeit habe ich von uns noch nicht gesehen. Wir haben alle Tore den Ulmern aufgelegt, die mussten sich nur noch bedanken“, polterte VfL-Trainer Erol Sarikoc nach der Partie.

Tatsächlich war es für das Kirchheimer Schreckgespenst Kuengienda ein Leichtes, nach krassen individuellen Fehlern des VfL mit Vollendung seines Hattricks auf 3:1 für die Regionalligareserve zu erhöhen (50., 66.). Einmal schenkte Sascha Beck den Ball an der Außenlinie her, anstatt ihn zu klären, und beim 3:1 unterlief Innenverteidiger Fatih Özge ein Stockfehler, sodass Kuengienda leichtes Spiel hatte und eiskalt vor dem Tor blieb. Damit ergab sich der VfL in sein Schicksal. Zwar sendete er durch Michael Bezler (68.), der am leeren Tor vorbei schob, und mit einem Distanzschuss von Adonis Bublica (77.) noch einmal letzte Lebenszeichen, um auf 2:3 zu verkürzen, doch am Ende sollte es einfach nicht reichen.

Zwei weitere Abwehrfehler ermöglichten es den Ulmern in der Schlussphase noch auf 5:1 zu erhöhen. Ein gebrauchter Tag war’s für den VfL. „Die zweite Halbzeit kann ich keinem erklären und wir hatten so eine große Chance, uns da unten etwas frei zu schwimmen“, haderte Sarikoc weiter. Viel Zeit sich weiter zu bemitleiden bleibt dem VfL jedoch nicht, bereits am kommenden Sonntag wartet mit dem Auswärtsspiel bei Spitzenreiter TSV Essingen alles andere als eine leichte Aufgabe.wr

VfL Kirchheim: Joos – Beck, Mende, Özge, Hilger – Bublica, Bezler (86. Köber), Uysal, Kisakol – Kadrija, Özkahraman (25. Wagner/77. Yildirim)

SSV Ulm II: Gebauer – Nißl (81. Günes), Hess, Scholz, Schnell – Hain (46. Dogan), Onay, Kücük, El Wardi (62. Lombaya) – Gavric, Kuengienda

Tore: 1:0 Bublica (15.), 1:1, 1:2, 1:3 Kuengienda (41., 50., 66.), 1:4 Gavric (84.), 1:5 Lombaya (90.)

Gelbe Karten: Kadrija, Bezler – Gavric

Schiedsrichter: Marcel Gröbel (Uhingen).

Zuschauer: 125