Weilheim. Platz sechs nach sieben Spieltagen – so gut war der TSV Weilheim seit dem Aufstieg in die Landesliga vor zwei Jahren noch nie. Und es kann noch besser werden. Mit einem Sieg morgen beim Ligaschlusslicht TSV Regglisweiler (Anpfiff 15 Uhr) könnte sich der TSVW vorläufig in der Spitzengruppe der siebten Liga festsetzen. Ganz neue Gefühlswelten für die Weilheimer: Nach zwei Zitterspielzeiten müssen sie sich ob ihres famosen Saisonstarts allmählich an die Favoritenrolle gewöhnen.
Dass es in dieser Spielzeit bislang so gut läuft, hat mehrere Gründe. Die Verpflichtungen des oberligaerfahrenen Michael Zimmermann (SV Bonlanden) und des lauffreudigen Michael Schweizer (SC Geislingen) haben sich als echte Glücksgriffe erwiesen, besetzen diese zwei doch just jene Positionen, auf denen die Weilheimer zuvor Probleme hatten. Außerdem kommen die Routiniers Thomas Edelmann und Carmelo Scaffidi doch öfters zum Einsatz, als von beiden vor Saisonstart angekündigt – ein weiterer, Stabilität bringender Aspekt, zumal auch die jüngeren Spieler in den vergangenen beiden Jahren deutlich an Klasse und Erfahrung dazugewonnen haben. Fazit nach rund einem Viertel der Saison: Die Weilheimer werden mit dem Abstieg in dieser Spielzeit nichts zu tun haben.
Als weiterer Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung von Felix Hummel vom A-Ligisten SGEH. Obwohl der 20-Jährige bisher nur zu Kurzeinsätzen kam, hat Hummel bereits vier Tore erzielt. In der Partie gegen den SC Türkgücü Ulm am Mittwoch gelang dem Stürmer ein Doppelpack innerhalb von nur zwei Minuten. Mit etwas Glück hätte es sogar ein lupenreiner Hattrick werden können, denn nur drei Minuten nach seinen beiden Toren strich ein Flachschuss nur um wenige Zentimeter am Tor vorbei – ob Hummel in den nächsten Spielen auch mal eine Chance von Beginn an bekommt? „Im Moment will ich nichts ändern, solange Felix als Einwechselspieler dermaßen torgefährlich ist“, sagt Weilheims Trainer Alexander Hübbe. Auch die Frage, wer in Zukunft die Elfmeter schießt, scheint geklärt zu sein. Nachdem Thomas Edelmann, Kai Hörsting, Marcel Mettang und Carmelo Scaffidi bereits vom ominösen Punkt versagt hatten, erwies sich zuletzt Nick Strohmaier als treffsicherer. Beide Elfmeter gegen Türkgücü Ulm verwandelte der Verteidiger schulbuchmäßig.
Im Spiel beim TSV Regglisweiler muss der Weilheimer Trainer am Sonntag weiter auf Thomas Edelmann (Urlaub) und Markus Gabriel (Bänderdehnung im Knöchel) verzichten. Beide Abwehrspieler fehlten auch schon in der letzten Begegnung gegen Ulm. Aufgrund der guten Leistung im letzten Spiel ist davon auszugehen, dass sich an der Anfangsformation nichts ändern wird – Hübbe ist bekannt für seine „Never change a winning team“-Taktik.
Der TSV Regglisweiler ist vor zwei Jahren mit dem TSV Weilheim in die Landesliga aufgestiegen, und jedes Jahr muss Trainer Peter Reder eine neue Mannschaft zusammenstellen. Mit Cronus Pfluger, der in der vergangenen Saison 14 Tore erzielte, fehlt der Toptorjäger – Pfluger weilt studienbedingt in Holland. Dazu verließen mit Manuel Simon (FV Illertissen) und Stefan Hess (SSV Ulm) zwei weitere Leistungsträger den Verein. Zu allem Überfluss werden die Regglisweiler Kicker von einer Verletztenmisere geplagt, vier Spieler fielen schon in der Vorbereitung längerfristig aus. In der letzten Partie unterlag der TSVR dem TSV Deizisau mit 0:2. „Wir waren die bessere und überlegene Mannschaft, und Deizisau macht aus zwei Torchancen zwei Tore“, ärgerte sich Abteilungsleiter Georg Steck.me
