Fußball-Landesliga: Wiedererstarkten Kirchheimern winkt per Heimsieg Tabellenvorstoß – Weilheimer Härtetest im Härtsfeld
„Wir müssen wieder alles abrufen“

Die Sonne lacht derzeit über der Limburg und Teck – und das nicht nur im meteorologischen Sinne. Mit Siegen sind die Fußball-Landesligisten TSV Weilheim und VfL Kirchheim aus der Winterpause gestartet. Beide Teams müssen bereits wieder am morgigen Samstag ran.

Weilheim/Kirchheim. Der TSV Essingen ist auf dem besten Weg zurück in die Verbandsliga. Vier Punkte Vorsprung weist das Team aus Ostwürttemberg aktuell auf. Am Sonntag steht die Heimaufgabe gegen den SSV Ulm 1846 II an. Zuletzt siegte das Essinger Team, erfolgreich trainiert von Ex-VfB-Profi Helmut Dietterle, verdient mit 3:0 beim SV Vaihingen. Doch erster TSVE-Jäger ist seit dem vergangenen Wochenende der TSV Weilheim. Für die Mannschaft von Alexander Hübbe steht in Dorfmerkingen eine echte Reifeprüfung an. Auf dem bekannt engen Fußballplatz des Miniorts (1 100 Einwohner) wollen die Weilheimer das Maximum herausholen.

„Das wird eine schwierige Aufgabe“, prophezeit Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess vor dem Auftritt in dem idyllisch gelegenen Härtsfelddorf. Die Sportfreunde befinden sich nach wie vor im Dunstkreis der Spitzengruppe. Mit einem Sieg könnten sich die SFD im Idealfall sogar bis auf Tabellenplatz zwei – also auch vorbei am TSV Weilheim – schieben. „Wir müssen somit im Vergleich zum Spiel gegen Waldstetten noch zulegen“, gibt sich Friess kämpferisch, „vor allem in der ersten Halbzeit hatten wir vergangenen Sonntag Probleme, nach der langen Winterpause wieder auf Wettkampfmodus umzuschalten.“ Trotz Sand im Getriebe reichte es letztlich zu einem knappen 3:2. Mit solch einem Resultat zugunsten seines Teams könnte sich der TSVW-Funktionär auch in Dorfmerkingen problemlos anfreunden.

Aktueller Trumpf der Weilheimer ist – trotz zweier Gegentore beim jüngsten Heimauftritt – die Defensive. Lediglich 17 Gegentore hat das Hübbe-Team zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Konto, selbst die Essinger Spitzenreiter weisen derer sieben mehr auf. Die Weilheimer tun sich auf fremden Geläuf freilich schwerer als auf heimischem Gelände. Nur drei der bisherigen acht Matches hat das Team um die internen Toptorjäger Kai Hörsting und Ferdi Er (jeweils 11 Treffer) in dieser Runde gewonnen. Was unterstreicht, dass sich Trainer Alexander Hübbe ganz intensiv Gedanken machen muss, welches taktische Konzept er einem möglichen Dorfmerkinger Offensivwirbel entgegensetzen kann. Personell schaut es in Weilheim ganz gut aus, auch wenn vergangenen Sonntag kein Reservekeeper zur Verfügung stand.

Beim VfL Kirchheim ist die Laune, trotz eines wesentlich schlechteren Tabellenplatzes, momentan mindestens genauso gut. „Die Jungs haben sich beim 4:2 in Bad Boll für ihre Leistung belohnt“, meint Trainer Erol Sarikoc. Der „Boller“ Stimmungsaufheller kommt gerade recht vor dem absolut wegweisenden Spiel gegen den FC Germania Bargau. Der Blick in die Tabelle verdeutlicht die Brisanz – der Dreizehnte trifft auf den Zwölften. In der Hinrunde zogen sich die Kirchheimer Kicker nach einem desaströsen Saisonstart (1:6, 1:4, 0:4) mit einem völlig überraschenden Sieg in Bargau ein Stück weit aus dem Sumpf – ein gutes Omen? Die Taten an diesem 8. September waren genau genommen die Initialzündung für bessere Zeiten und Leistungen. Mittlerweile entwickeln sich die Dinge unter der Teck wesentlich besser, als von Skeptikern vermutet. Was der Sportliche Leiter Norbert Krumm auch der akribischen Trainingsarbeit von Erol Sarikoc zuschreibt. „Gegen Bargau muss die Mannschaft allerdings wieder alles abrufen“, fordert Krumm, „das heißt konsequent Pressing spielen, auch in Zweikämpfen aggressiv gegen den Ball arbeiten und Ideen in der Spielereröffnung entwickeln.“

Mit einem Sieg könnten die Kirchheimer (seit vier Spielen ungeschlagen) die Abstiegsplätze verlassen. „Wir haben eine Riesenchance“, betont Krumm. Das nennt man echte Perspektiven bei einem Team, das manche nach dem dritten Spieltag schon als ersten sicheren Absteiger gehandelt hatten. Die 90 Minuten morgen an der Jesinger Allee (Anpfiff 15 Uhr) dürften unter diesen Voraussetzungen alles andere als langweilig werden.