Ein wunderbarer Spätsommerabend im Wendlinger Sportpark Speck. Trotz Ferienzeit herrscht relativ wenig Betrieb auf der Anlage. Dann schreiten die Fußballerinnen der SGM Wendlingen-Ötlingen zur Tat. Mittwochs steht regelmäßig Athletiktraining auf dem Programm, diesmal mit Schwerpunkt Treppenlaufen. Zwar nicht übermäßig beliebt diese Übung, jedoch wichtig vor dem näher rückenden Saisonstart am 14. September. Das Leiden an den Treppen soll mithelfen, Leid in der Runde zu ersparen.
Speziell für die SGM geht es auch darum, einen hart erarbeiteten Nimbus zu wahren. Denn: Die Fußballerinnen aus Ötlingen und Wendlingen bilden eine Landesliga-Konstante. Für die kommende Runde – die achte auf diesem Level in Serie – sorgt das Wort Konstanz noch für eine zusätzliche Note, denn keine Akteurin hat die Spielgemeinschaft verlassen. Mit Fanny Schickinger (nach drittem Kreuzbandriss) und Laura Gerlinger kommen zudem zwei Langzeitverletzte zurück, ebenso Torhüterin Amelie Vogt nach einem Auslandsaufenthalt.
Harald Weniger fällt die Aufgabe zu, beim Vorsaison-Fünften neue Impulse zu setzen. Der Metzinger folgt auf Carlo Liotti, dessen Wirken im Rübholz und Speck auf nur eine Saison begrenzt blieb. „Wir haben uns viele Trainer angeschaut“, berichtet Uwe Starz, Spielleiter bei der SGM. Vor allen Dingen Wenigers langjährige Trainererfahrung sowie die menschliche Art hätten das Recherche-Quartett, bestehend aus ihm, Martin und Jana Bestenlehner plus Franziska Claus überzeugt.
Lob fürs Team verteilt der Coach bereits reichlich. „Die Spielerinnen sind topfit, haben gut trainiert“, berichtet der 60-Jährige. Der Kader sei ausreichend groß. „Ganz wichtig in diesem Zusammenhang, dass wir mit der zweiten Mannschaft, die in die Regionenliga aufgestiegen ist, eine optimale Ergänzung haben“, betont Weniger. Die SGM II startet am Sonntag um 11 Uhr gegen den TSV Ruppertshofen in die Runde, ehe um 13 Uhr das Match der „Ersten“ gegen die SSG Ulm folgt.
Franziska Claus (33) gehört zu den routiniertesten Akteurinnen überhaupt im württembergischen Fußball. Zur neuen Saison wurde die einstige Weilheimerin vom Team wieder zur Kapitänin gewählt. Ihre Nebenspielerin in der Innenverteidigung, Caroline Müller, bleibt Co-Spielführerin. „Die Liga ist extrem schwer einzuschätzen“, mahnt Claus zur Haltung, alle Begegnungen mit Respekt anzugehen. „Doch was gibt es Schöneres, als jeden Sonntag auf Punktejagd zu gehen“, stellt sie im Nachsatz lächelnd fest.
Sabrina Trampitsch kam im Sommer 2024 zur SGM, wusste in der Premiere-Saison gleich zu überzeugen. Mit 32 Toren sicherte sie sich in der Landesliga-Staffel mit großem Vorsprung Platz eins in der Torjägerinnen-Hitliste. „Wir waren kürzlich nach dem Traingslager im Rübholz zwar fix und fertig“, berichtet die 23-Jährige schmunzelnd, die Vorbereitungsphase sei jedoch in Summe gut verlaufen. Trampitsch-Fazit: „Alle waren und sind motiviert und diszipliniert.“
Die Offensivkraft soll erneut eine maßgebliche Rolle spielen, die Last auf ihren Schultern jedoch nicht zu schwer werden. „Testspiele haben gezeigt, dass neben Sabrina auch andere Tore schießen“, ordnet Kapitänin Claus die Sache ein. Einen konkreten Tabellenplatz will zwar niemand als Saisonziel ausgeben, dass es gerne mehr als Platz fünf wie zuletzt sein darf – ein offenes Geheimnis.

