Fussball
Wirbelwind auf links

Alexandre Azevedo aus Kirchheim ist unter seinem neuen Trainer Nico Willig mit dem VfB Stuttgart II in die Vorbereitung auf die Drittliga-Saison gestartet.

Alexandre Azevedo im Kopfballduell mit Janik Wiedmann vom TSV Essingen: Der Kirchheimer will hoch hinaus. Foto: Michael Treutner

Die Pause ist vorbei, der Urlaub Geschichte. Jetzt heisst es für die Profi-Fussballer wieder ranklotzen. Das gilt auch für Alexandre Azevedo. Die vergangene Saison ist spannend zu Ende gegangen für den 20-Jährigen, zumindest auf europäischem Parkett. Denn mit der U19 des VfB Stuttgart hat er gegen Barcelona den Einzug ins Final Four der Youth League nur knapp verpasst. In der 3. Liga hat es die zweite Mannschaft mit dem Brustring als 15. gerade so geschafft, den Abstieg zu verhindern. Doch der Klassenerhalt kann im Jahr nach dem Aufstieg dennoch als Erfolg gewertet werden. „Neben Aufsteiger Hoffenheim sind wir im Moment die einzige zweite Mannschaft, die da oben mitmischt“, weiß der 20-Jährige.

In der kommenden Spielzeit soll es dennoch weniger spannend werden, was den Ligaverbleib angeht. Eine Überraschung direkt zum Trainingsbeginn vergngene Woche gab es auf der Position des Trainers, denn mit Markus Fiedler ist ein langjähriger Coach im Nachwuchszentrum des VfB zu Zweitligist 1. FC Magdeburg gewechselt. Für ihn ist nun Nico Willig aufgerückt.

Den kennt Alexandre Azevedo bereits, hat in der U19 schon zwei Jahre únter ihm trainiert. „Die ganzen Youth-League-Spiele waren auch mit ihm“, sagt der Kirchheimer. Er sieht es für sich als Vorteil an, mit einem bekannten Gesicht zusammen zu arbeiten. „Da fällt es einem dann auch nicht so schwer, mal persönlich zu sprechen“, erklärt der 20-Jährige. Eine Bevorzugung wird es deshalb aber sicher nicht geben. Wie jeder andere auch wird er sich beweisen und für jedes Spiel neu empfehlen müssen. „Trotzdem weiß der Trainer schon mal, worauf er sich einstellen muss.“

Seit dem Trainingsauftakt schuften die „Jungen Wilden“ täglich auf dem Platz, haben auch schon ihr erstes Testspiel absolviert. Gegen den Oberligisten TSV Essingen gab es nach einem schnellen 0:1-Rückstand am Ende einen verdienten 6:1-Sieg. Alexandre Azevedo kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und kreierte auf der linken Seiten mit Deli Hajdini viele Chancen.

Hoffen auf den Ruf von oben

Der nächste Test steht am morgigen Freitag an, ehe es für eine Woche ins österreichische Bludenz ins Trainingslager geht. „Dort werden wir dann ebenfalls zwei Testspiele absolvieren“, verrät der Kirchheimer, der natürlich auf so viel Einsatzzeit wie möglich hofft. Und wer weiß, vielleicht kommt ja auch noch irgendwann der Ruf von oben, schließlich hat Alexandre Azevedo schon mal Teile der Vorbereitung mit dem Erstliga-Kader absolviert. „Die Trainer beider Mannschaften stehen ja im ständigen Austausch miteinander. Und je nach dem, auf welcher Position es Bedarf gibt, wird eventuell jemand hochgezogen.“ Die Spieler bekommen das sehr kurzfristig mitgeteilt. „Meist mit nur ein, zwei Tagen Vorlauf.“

Ob der Ruf von oben kommt oder nicht – der Linksverteidiger möchte sich so teuer wie möglich verkaufen und vor allem verletzungsfrei bleiben.