Volleyball
Zäher Neuaufbau nach der Zäsur

Oberligist SG Volley Neckar-Teck kämpft als Tabellenletzter um den Klassenerhalt. Obwohl noch sieglos, wirkt die Grundstimmung beim einstigen Regionalliga-Kandidaten überraschend unaufgeregt.  

Eine Szene aus besseren Zeiten – nach Platz vier in der vergangenen Saison kämpfen die Volleyballer aus Dettingen, Unterboihinge
Eine Szene aus besseren Zeiten – nach Platz vier in der vergangenen Saison kämpfen die Volleyballer aus Dettingen, Unterboihingen und Nürtingen aktuell um den Erhalt der Oberliga. Foto: Markus Brändli

Es klang nach Zäsur. Als im Frühjahr beim Oberliga-Team der SG Volley Neckar-Teck ein Kommen und Gehen einsetzte, erschien Abstiegskampf in der folgenden Runde fast schon als eine logische Konsequenz. Der personelle Aderlass von fast einem Dutzend Akteuren führte unter anderem zum Verlust von Routine auf dem Platz. „Vielleicht ist diese Oberliga-Saison die größte Herausforderung überhaupt für die SG in den letzten Jahren“, warnte Trainer Jörg Papenheim (der Zurückgekehrte wirkt im Duo mit Damian Dokla) dann im Spätsommer. Von einer Wiederholung des vierten Tabellenplatzes wollten folglich weder er noch andere SG-Verantwortliche sprechen.

Kurz vor Vorrundenschluss liefern Zahlen gnadenlos Belege, wie zäh dieser Neuaufbau nach der Zäsur vonstatten geht: Die SG blieb in allen acht bisherigen Partien sieglos, ist Tabellenletzte, hat nur zwei Pluspunkte bei knappen Niederlagen mitgenommen. Von Niedergeschlagenheit scheint jedoch vor dem letzten Auftritt in diesem Jahr (Samstag, 16 Uhr, Sporthalle Dettingen) gegen den Tabellendritten SV Fellbach trotzdem keine Spur zu sein.

„WIr machen auf dem Platz eigentlich nicht viel falsch“, betont SG-Coach Papenheim; so sei beispielsweise das sportliche Niveau bei der jüngsten 2:3-Niederlage beim Kellernachbarn ASV Botnang II durchaus okay gewesen. Was seiner Mannschaft in vielen Matches allerdings fehle, sich zuzutrauen, eine Partie gewinnen zu können. „In Botnang haben wir beispielsweise im dritten Satz total dominiert“, erinnert sich Papenheim, doch als es in den entscheidenden Satz ging, sei die Partie gekippt. Bitterer Begleiteffekt: Der Fall in die Verbandsliga wurde für den einstigen Regionalliga-Anwärter (im April 2023 in den Aufstiegsspielen knapp gescheitert) durch die Pleite im Stuttgarter Westen ein Stück wahrscheinlicher. 

Den ersten Warnschuss hatte es bereits vor Start der Punktrunde gegeben. Am 29. September scheiterte die Spielgemeinschaft aus TTV Dettingen, TG Nürtingen und TV Unterboihingen in der ersten Runde des württembergischen Verbandspokals überraschend am zwei Klassen tiefer spielenden TB Neuffen. 

Lediglich rund zehn Spieler stehen dem Trainerduo Papenheim/Dokla aktuell Woche für Woche zur Verfügung – personelle Ausfälle wie kürzlich durch die Zwangspause für Neuzugang und Mitte-Positionsakteur Max Ulbrich (Sprunggelenkverletzung) sind folglich nur schwer zu kompensieren. Das Thema Transfers scheint derweil offenbar keines bei der Spielgemeinschaft zu sein. „Das würde den Jungs in der aktuellen Mannschaft nicht gerecht“, sagt Papenheim, der den Nachwuchsspielern erklärtermaßen beim derzeit laufenden Team-Neuaufbau möglichst viel Spielpraxis ermöglichen möchte. Das Reaktivieren von Ehemaligen sei zudem aktuell kein Thema. Wenn es personell ganz eng werde, stünden Akteure aus dem eigenen Unterbau bereit.

So geht der Abstiegskampf für die SG Volley Neckar-Teck in eine vorentscheidende Phase. „Der Knoten muss endlich platzen, doch wenn wir absteigen, steigen wir wieder auf“, gibt sich Jörg Papenheim kämpferisch. Mindestens genauso wichtig wie Platzierungen sei ihm, dass die „coole Mannschaft“ auch nach der Saison zusammenbleibe.