Die Siege am Doppelspieltag wecken Begehrlichkeiten im Knights-Umfeld
Zuckerbrot und Peitsche

Nach den innerhalb von 72 Stunden eingefahrenen Saisonsiegen fünf und sechs wachsen im Umfeld der Kirchheimer Zweitligabasketballer die Begehrlichkeiten. Trainer Frenkie Ignjatovic ist zwar bemüht, auf die Euphoriebremse zu treten, nimmt jedoch auch erstmals das Wort „Play-offs“ in den Mund.

Kirchheim. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern. Herrschte vor genau einem Jahr nach vier Niederlagen in Folge und dem damit verbundenen Absturz auf Tabellenplatz 13 noch die große Basketball-Tristesse in Kirchheim, verspricht der Herbst 2013 für die Knights ein goldener zu werden. Sechs Siege nach acht Spielen, Tabellenplatz fünf und ein Team, das laut Trainer Frenkie Ignjatovic „Charakter zeigt und kämpferisch überzeugt“.

Deutlich wird dieses Lob an den beiden Siegen gegen Ehingen am vergangenen Freitag und Gotha zwei Tage später. Zumal man gegen beide Teams vergangene Saison nach jeweils ähnlichem Spielverlauf noch das Nachsehen hatte. Der Unterschied zu 2012: Die Knights verfügen heuer mit Bryan Smithson über den vergangene Saison so schmerzlich vermissten Leader, sind zudem in der Breite besser aufgestellt. Gegen Ehingen und Gotha konnten jeweils vier Spieler zweistellig punkten, wodurch Kirchheims Korbjäger für die Konkurrenz schwerer auszurechnen sind. „In den Statistiken ist keiner unserer Spieler weit vorne, unser Erfolg basiert auf der Teamleistung, und das ist auch gut so“, findet Ignjatovic.

Homogenität scheint also Trumpf in einer Liga, die nach acht Spieltagen immer noch keine klaren Favoriten erkennen lässt. „Unsere beiden Siege haben bestätigt, wie ausgeglichen die Liga diese Saison ist“, meint auch Ignjatovic. Beispiel BG Karlsruhe: Nach dem Auftaktsieg gegen die Knights noch als Aufstiegskandidat gehandelt, warten die Badener seitdem aufs nächste Erfolgserlebnis. Beispiel BBC Magdeburg: Trotz verhältnismäßig hohem Etat ziert der Aufsteiger mit nur einem Sieg das Tabellenende. Kein Wunder also, dass Ignjatovics Parole für diese Woche „Genießen“ lautet: „Wenn man sieht, wer alles hinter uns in der Tabelle steht, ist das durchaus mal drin.“

Gleichzeitig ist der Blick der Kirchheimer bereits auf die zwei Teams an der Spitze gerichtet. Nach dem Gastspiel beim Tabellenzweiten in Chemnitz am kommenden Sonntag gastiert übernächsten Samstag Spitzenreiter Göttingen in der Sporthalle Stadtmitte. Spätestens dann wird man wissen, ob die Knights tatsächlich so gut sind, wie die acht bisherigen Spiele glauben gemacht haben, oder nicht doch eine ähnliche Zitterpartie droht wie vergangene Saison.

Dass nicht zuletzt die beiden jüngsten Erfolge Begehrlichkeiten bei den Fans geweckt haben, ist auch dem Trainer nicht verborgen geblieben. „Wenn wir bis Weihnachten zehn Siege haben, können wir über die Play-offs reden“, verteilt Frenkie Ignjatovic Zuckerbrot, um gleich wieder die Peitsche zu schwingen: „Wenn nicht, dann bleibt unser Ziel der Klassenerhalt.“ Bevor der Weihnachtsmann kommt, sind noch sieben Partien zu absolvieren.