Reutlingen. Die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim zieren weiter ohne jeden Sieg das Tabellenende. Doch wer dieses Team aufmerksam beobachtet, kann seit dem ersten Spiel Ende September eine erstaunliche Entwicklung beobachten. Damals, nach dem 59:97 in Böblingen, war hinterher zu lesen: „So gesehen gab die zweite Hälfte durchaus Anlass zur Hoffnung, dass aus diesem Team im Laufe der Saison noch eine konkurrenzfähige Truppe zusammenwächst.“ Nach dem Spiel beim Spitzenteam TSG Reutlingen ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen zu behaupten: Der VfL hat nun ein konkurrenzfähiges Team.
Das musste auch Reutlingens Coach Vasili Tsuknidis zugeben, der Pasko Tomic zur Leistung seiner Mannschaft gratulierte: „Dass ihr so stark seid, hätte hier keiner erwartet.“ Womöglich unterschätzten die Reutlinger den VfL nach den eigenen drei Siegen in Folge und einem Blick auf die Tabelle auch. Kirchheim startete jedenfalls stark, Chris Schraml traf gleich zwei Dreier, Constantin Munz setzte einen hinterher, und so führte Kirchheim nach dem ersten Viertel 16:14. Die TSG nahm die Sache nun allerdings deutlich ernster, konterte zum 27:21 (15.), doch der VfL hielt bravourös dagegen. Mit sicher verwandelten Freiwürfen (Spielbilanz: 19:23) sowie Dreiern von Munz und Chara Kiriakidis konnte so bis zum Wechsel der Anschluss wiederhergestellt werden – 34:36.
Nach der der Pause legte die Tomic-Truppe dann los wie die Feuerwehr, legte sofort einen 7:0-Lauf zum 41:36 (23.) hin, die Reutlinger wirkten verunsichert. Doch die Routiniers hielten dagegen: Georgios Tsuknidis, in Kirchheim als ehemaliger Spieler der Knights wohlbekannt, netzte einen Dreier zum 43:42-Anschluss ein (24.), Ex-Bundesliga-Profi Philipp Wildermuth holte den Reutlingern die Führung zurück. Doch noch ließ der VfL nicht nach. Nach dem 49:53 (27.) sorgte Kapitän Dominik Eberle mit einem persönlichen 5:0-Lauf für die erneute Führung (54:53, 28.), doch es sollte bis zur 35. Minute dauern, bis endlich auch wieder ein Mannschaftskollege von ihm treffen sollte. Eberles elf Punkten nacheinander standen so 21 der Gastgeber gegenüber – 60:74, das Spiel war entschieden.
Trotzdem war Tomic zufrieden: „Vor sechs Wochen haben wir diese ,mission impossible‘ gestartet. Jetzt diskutieren wir nach 28 Minuten an der oberen Grenze über schlechte zwölf und kleine Fehler. Davon haben wir vor ein paar Wochen nicht einmal geträumt.“ut
VfL Kirchheim: M.Beck (4/1), C.Bozic (9), Eberle (15), Gritschke (12), Kiriakidis (9/1), Munz (10/2), Reichmuth (2), Reza (2), Schlipf (2), Schraml (8/2), M.Wanzke