TSV Owen rettet Punkt gegen Schorndorf – Probleme bleiben
Zum Leben zu wenig

Mit einem am Ende leistungsgerechten 30:30 (16:18) - Unentschieden trennten sich die beiden Handball-Landesligisten TSV Owen und SG Schorndorf am gestrigen Abend in der Owener Teckhalle. Zumindest für die Gastgeber kein wirklicher Grund zum Feiern.

Owen. „Zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig“, so der Kommentar von Owens überragendem Spielmacher Nico Sigel nach dem Spiel. Für viele Owener Anhänger stellt sich bereits jetzt die Frage, wie der zurzeit in blendender Verfassung agierende Sigel ab März ersetzt werden soll. Dann nämlich steht eine seit langem geplante Indienreise auf dem Programm. Ein kniffliges Pro­blem für die TSV-Verantwortlichen.

Abteilungschef Dietmar Kerner hatte nach seiner flammenden Rede vor dem Wochenende eine Reaktion von der Mannschaft erwartet. Doch die deutlichen Worte des Abteilungsleiters schienen eher das Gegenteil bewirkt zu haben. Völlig konfus agierten die Gelben zu Beginn der Partie. Viel zu harmlos in der Abwehr ließen sie den gegnerischen Angreifern zu viel Raum. Vor allem Schorndorfs Spielertrainer Rene Biler und Tobias Römer konnten nach Belieben schalten und walten. Hinzu kam ein treffsicherer Baxi Bajrovic auf der rechten Rückraumposition.

Owen lag schnell mit 2:5 im Rückstand. Die Mannschaft fand nicht in die Partie. Nur Raphael Schmid am Kreis zeigte sich in guter Verfassung. Im Rückraum blieben Fabrizio Mosca und Matthias Büchele weitgehend wirkungslos. Büchele stand in der Defensive zwar seinen Mann, im Angriff lief jedoch wenig zusammen. Die hohe Fehlerquote in der Offensive machte den Owenern zu schaffen. Beim Zwischenstand von 6:10 schien es erneut auf eine deftige Klatsche hinauszulaufen. Doch es wurde besser: In Unterzahl gelang Nico Sigel das 8:11, kurze Zeit später ging der TSV durch Raphael Schmid beim 12:11 sogar erstmals in Führung.

Viele in der Halle glaubten bereits an die Wende. Doch erneut schlichen sich leichte Fehler ein. Die Gäste zeigten sich kaltschnäuzig und zogen erneut auf 18:15 davon. Wieso Owens Coach Manfred Haase in dieser Phase nicht zum grünen Karton griff, das bleibt wohl sein Geheimnis. Bitter für Owen: die Verletzung des zwischenzeitlich eingewechselten Jörg Waldenmayer. Der Torhüter schied mit einer Knieverletzung aus. Danach ging es beim Stand von 16:18 in die Kabine. Im zweiten Durchgang blieben die Gastgeber auf Tuchfühlung. Doch in den Griff bekam man den Gegner auch weiterhin nicht. Immer wieder trafen Baxi Bajrovic oder Tobias Römer für die Gäste. Mit dem vom Siebenmeter meist sicheren Rene Biler markierten diese Drei zusammen 24 von 30 Treffern für die Gäste. Für viele Owener Anhänger stellte sich die Frage, ob man das nicht unbedingt kreative Spiel der Gäste hätte nicht einfacher unterbinden können. Auch eine Manndeckung von Nico Sigel zeigte wenig Wirkung. Owen wirkte im Angriff ideenlos. Lediglich den Einzelaktionen von Sigel war es zu verdanken, dass die Gastgeber den Anschluss nicht verpassten. Kurz vor Ende der Partie nutzte erneut Nico Sigel mit einer Einzelaktion die Chance zum Ausgleich. Doch noch blieben Schorndorf knapp 30 Sekunden. Doch diesmal hielt der TSV dem Druck stand und stemmte sich mit vereinten Kräften gegen die drohende Niederlage.

Nun ist die Owener Abteilungsleitung gefordert, um bis März einen Ersatz für ihren Spielmacher zu finden. Im Spiel gegen den Tabellenzweiten TV Reichenbach am Samstag gibt Sigel seine Abschiedsvorstellung. Bleibt zu hoffen, dass es nicht ein Abschied aus der Landesliga wird.jb

TSV Owen: Langlinderer, Waldenmayer – Bäuchle (3), Mosca (2), Kirchner, Dunkel (2), Schmid (6), Krüger (5/4), Meissner (2), Sigel (8), Jauss, Büchele, Bauer (2).

SG Schorndorf: Hummel, Pflug – Eckstein (1), Karoly, Friz, Roth, Bajrovic (9). Schauz (4). Wiesner (1), Hämmer, Biler (7/6), Römer (8). Geiger, Egger.

Schiedsrichter: Schaible/Strobel (VfL Nagold)