Albstadt. Ein großer Pool an Turnerinnen machte es möglich, dass nach dem Ausfall von drei Oberliga-Stammturnerinnen am vierten Wettkampftag doch noch ein schlagkräftiges Team in Meßstetten ganz vorne mitmischen konnte. Aus der Kreisligamannschaft kam Lara Rüping hinzu. Lena Flaig, die erfahrene Oberligaturnerin, stocke von geplanten zwei auf vier Geräteeinsätze auf. Nach berufsbedingt nur leichtem Training war die 23-Jährige selbst gespannt, wie sie ihren ersten Vierkampf nach langer Zeit meistern würde. Mit 11,20 Punkten gelang es ihr, am Sprung eine solide Wertung vorzulegen und allen nachfolgenden Turnerinnen die Anfangsnervosität zu nehmen. Stephanie Haible (10,75) und Anna-Lena Mühleisen (10,80) zogen mit sauberen Sprüngen nach. Jessica Preuss wurde für ihren Überschlag mit ganzer Schraube mit 11,55 Punkten belohnt und war entscheidend am guten Geräteergebnis von 44.20 Punkten beteiligt.
Am Stufenbarren galt es, die verletzte Lara Froschauer durch ihre Namensvetterin Lara Rüping zu ersetzen. Die Kreisligaturnerin gab bei ihrem Oberligadebüt eine gute Figur ab und konnte mit 9,00 Punkten gut mithalten. Das VfL-Team zeigte seinen besten Barrendurchgang der Saison. Lena Flaig und Stephanie Haible (beide 9,20) hatten nur kleine Fehler. Joana Preuss (9,25) konnte den Punktrichtern fünf Hundertstel mehr abringen. Einzig Lory Fröchtling (10,00) gelang es, an der Zehnpunktemarke zu kratzen. Allerdings lag die TSG Tübingen zwischenzeitlich nach zwei Geräten mit vier Punkten in Führung.
So richtig spannend wurde es am Schwebebalken, an dem die Kirchheimer schwierige Elemente vorweisen können, aber damit auch das Risiko von Übungsunterbrechungen eingehen. Stephanie Haible (10,20) begann gewohnt ruhig ihren Vortrag, musste aber einen Absteiger in Kauf nehmen. Joanna Preuss (11,75) turnte die schwierigste Übung. Diesmal gingen jedoch wertvolle Punkte durch Unsicherheiten verloren. Sichtlich nervös stieg die zwölfjährige Lory Fröchtling auf das Gerät. Erstmals im Wettkampf wagte sie die Akrobatikverbindung von Bodengang und Flickflack, die jedoch mit einem Absteiger verbunden war – nicht dem einzigen in ihrem Vortrag, sodass 9,70 Punkte übrig blieben. Auch Lena Flaig stand nach dem Rückwärtssalto auf dem Boden anstatt auf dem Balken, brachte aber 10,85 Punkte in die Teamwertung ein. Auf Jessica Preuss lag nun alle Hoffnung, eine möglichst hohe Wertung zu erzielen. Mit viel Wettkampferfahrung gelang ihr ein guter Vortrag (12,50). Am Schwebebalken verpasste die Kirchheimer Mannschaft die einzige kleine Chance, die TSG Tübingen zu überholen.
Kirchheims stärkste Disziplin, der Boden, sollte den Wettkampf abschließen. Nach drei Geräten lag die Mannschaft mit 4,55 Punkten Rückstand auf die TSG Tübingen auf Platz zwei. Anna-Lena Mühleisen eröffnete mit Leichtigkeit und es gelang ihr wieder einmal, das Publikum zu begeistern. Ungewohnt verhalten bewertete die Jury ihren Vortrag allerdings mit nur 11,55 Punkten. Lory Fröchtling (11,75) turnte nahezu ohne Standfehler. Joanna Preuss konnte zur Musik des „Rosaroten Panther“ ihre Kür mit 11.45 Punkten abschließen. Nach drei Wertungen war klar, dass die Kirchheimer Mädels auf ein außerordentlich strenges Punktgericht gestoßen waren. Lena Flaig konnte mit Routine noch 10.65 Punkte beisteuern. Die Tageshöchstnote von 13,90 Punkten fiel wieder an die nervenstarke Jessica Preuss. Mit Anmut und selten gesehener Ausdrucksstärke glänzte sie mit einer fehlerfreien und schwierigen Kür.
Nach vier Geräten konnten die Kirchheimer 175,60 Punkte vorweisen, 3,75 Punkte weniger als die TSG Tübingen (179.25). Ein Ergebnis, das zeigt, dass der VfL II in der Oberliga wieder ganz vorne mitmischen kann. Die Saison beendet der Finaltag der vier besten Oberligateams am kommenden Samstag, erneut in Meßstetten. Dabei werden der KSV Hoheneck (173,70) und der SV Hülben (171,95) ebenfalls am Start sein.mp
