Handball-Landesliga: VfL und TSVO kämpfen um den Klassenerhalt
Zwischen Hoffen und Bangen

Eine Rückrunde ganz im Zeichen des Abstiegskampfes erwartet Fans der Handball-Landesligisten aus Kirchheim und Owen. Die deutlich besseren Karten hat der VfL, der heute gleich seinen Heimnimbus ausspielen möchte. Doch auch bei Ligaschlusslicht Owen glimmt noch ein Fünkchen Hoffnung, obwohl der morgige Gegner ­nahezu unschlagbar scheint.

Kirchheim/Owen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde mit lediglich 9:13 Punkten startet der VfL Kirchheim am heutigen Samstag um 20 Uhr in der Walter-Jacob-Halle in das neue Jahr. Ziel der Rückrunde: am Saisonende mindestens 20 Punkte auf der Habenseite, um so den Ligaverbleib zu sichern. Diese Mission startet allerdings unter schweren Bedingungen, denn mit dem TSV Schmiden II ist heute gleich der aktuelle Tabellenzweite zu Gast. Mit lediglich vier Minuspunkten (eine Niederlage, zwei Unentschieden) gegenüber 18 Punktgewinnen, hat Schmiden eine starke Hinrunde ge­spielt und als einziges Team Tabellenführer Unterensingen schlagen können.

Doch dem VfL ist keineswegs angst und bange. Daheim musste sich die Mannschaft nur Unterensingen beugen. Ansonsten ist die Walter-Jacob-Halle eine Festung, in die jeder Gegner mit gehörigem Respekt einläuft, zumal kaum eine andere Heimmannschaft in der Liga von ihren Zuschauern derart kräftig unterstützt wird wie in Kirchheim.

Nach dem Pokalerfolg gegen Len­ningen hat VfL-Coach Ralf Wagner unter der Woche noch einmal im Training die Zügel angezogen. Der Mannschaft merkt man die Entschlossenheit, den Klassenerhaltes erneut schaffen zu wollen, deutlich an. Um die guten Vorsätze mit einem Erfolg zu belohnen, wird sich die Mannschaft allerdings kräftig strecken müssen. Dafür kann Trainer Wagner aber auf alle Spieler zurückgreifen. Der einzige Ausfall ist gleichzeitig der einzige Langzeitverletzte. Marcel Metzger (Kreuzbandriss) wird voraussichtlich noch ein ganzes Jahr im Spielbetrieb fehlen. Matthias Mikolaj, der nach seiner Knieverletzung im Pokal erstmals wieder im Kader war, stabilisiert sich im Training weiter und könnte neben der Abwehr auch wieder zu Kurzeinsätzen im Angriff kommen. Als Alternative steht im Rückraum auch wieder Fabian Smetak bereit.

Nach sieben Wochen Spielpause geht auch für den TSV Owen die Rückrunde los. Gegner dabei ist morgen um 17 Uhr allerdings kein geringerer als Titeltopfavorit SKV Unterensingen. Keine leichte Premiere für den neuen TSVO-Coach Sinisa Mitranic, der seit knapp sechs Wochen das Kommando auf der Owener Bank hat und dabei schon seine Handschrift erkennen ließ: Beim EZ-Pokal Anfang Januar trat die Mannschaft bereits wesentlich selbstsicherer auf als vor Weihnachten. Als Neuzugang können die Gelbhemden einen alten Bekannten begrüßen. Marius Dotschkal kehrt nach knapp 18-monatigem Gastspiel beim TSV Weilheim zurück zum TSVO. Doch nach langer Wechselsperre und auch leichten Verletzungen fehlt Dotschkal noch die Spielpraxis. Zudem plagte er sich Mitte der Wochen noch mit einem grippalen Infekt herum.

Mit zahlreichen Trainingseinheiten und deutlich höherer Intensität wollen die Gelbhemden den Grundstein für den Klassenerhalt legen. Doch beim Tabellenführer in Unterensingen wird es alles andere als leicht. Zwar verloren die Gastgeber die letzten Partie beim TSV Schmieden II. Doch eine ähnliche schwarze Serie wie in der vergangenen Saison, als der SKV im Januar den Aufstieg verspielte, deutet sich heuer nicht an.

So oder so fahren die Teckstädter als krasser Außenseiter in die Bettwiesenhalle nach Unterensingen. Im Hinspiel setzte es für den TSVO eine 22:35-Klatsche, das soll, wenn es nach dem Wunsch des neuen Trainers geht, nicht noch einmal passieren. „Wir fahren nach Unterensingen, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, ansonsten bräuchten wir ja erst gar nicht anreisen“, so Owens Kapitän Raphael Schmid. Klar ist aber dennoch, dass der Fokus auf den nächsten Wochen liegt, denn dann müssen die nötigen Punkte geholt werden, um am Ende vielleicht doch noch den kaum für möglich gehaltenen Klassenerhalt einzufahren.

Personell wird Mitranic fast aus dem Vollen schöpfen können. Lediglich Kreisläufer Manuel Bauer und der immer noch verletzte Jörn Lehmann fehlen.rh/jb

VfL Kirchheim: Oßwald, Pisch – S. Smetak, Latzel, Schafhitzel, M. Mikolaj, Keller, F. Smetak, Lehmann, Real, Rudolph, J. Mikolaj, Späth, Schwarzbauer, Habermeier

TSV Owen: Langlinderer, U. Raichle – J. Martin, Thum, S. Martin, Mosca, Dotschkal, Kerner, Büchele, Schmid, Dur-Schmid, Bäuchle, Kupferschmid, Jauss