Der VfL biegt gegen Kehler FV Rückstand um und verschenkt Punkte
Zwischenhoch verpufft

Nur 110 Zuschauer erlebten am Samstag eine mitreißende Begegnung zwischen dem VfL Kirchheim und dem Kehler FV 07. Die Teckstädter verwandelten einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung, mussten sich am Ende jedoch mit einem 3:3 (1:2) zufriedengegeben.

Kirchheim. Die Spieler des VfL Kirchheim verließen das Spielfeld, als hätten sie die Partie soeben verloren. Zu tief saß der Stachel des Ausgleichs zwei Minuten vor Schluss durch eine Standardsituation. Nach einem Feistoß von Yannick Imbs war die Kirchheimer Hintermannschaft unaufmerksam, und Dennis Kaiser erzielte den nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3 Ausgleich (88.). „Wir haben verteidigt wie eine Jugendmannschaft“, ärgerte sich VfL-Torwart Benjamin Huber.

Vor allem in der ersten Viertelstunde war der VfL-Keeper fast auf sich allein gestellt. Die zwei wieselflinken Stürmer Yannick Imbs und Victor Anstett brachten die VfL-Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit. Zunächst kam Imbs nach guter Vorarbeit von Anstett einen Schritt zu spät (6.), eine Minute später war der Kirchheimer Schlussmann erneut einen Schritt schneller (7.). Es deutete sich jedoch bereits an, das dies nicht lange gut gehen konnte. Wiederum zwei Minuten später war es dann so weit: Nach einer Flanke von Dennis Kaiser fühlte sich keiner zuständig für Imbs, und der Toptorjäger der Oberliga erzielte das 1:0 (9.). Der Ärger über den vermeidbaren Treffer war bei den Kirchheimern noch nicht verraucht, da schlug Imbs erneut zu. Nach schöner Einzelleistung gelang ihm mit dem 2:0 (13.) sein 22. Saisontor. Zu diesem Zeitpunkt sahen die Teckstädter wie der sichere Verlierer aus. „Wir haben den VfL Kirchheim überrascht“, meinte Kehls Trainer Bora Markovic.

In der Folgezeit bewies der VfL jedoch Charakter. Allen voran Benjamin Barth. Der Kirchheimer Neuzugang, der sich von Spiel zu Spiel steigert, leitete einen mustergültigen Angriff über Abdulsamed Akin ein. Der passte das Leder genau in den Lauf von Benjamin Barth. Dessen Schuss ging an den Innenpfosten und Andre Kriks reagierte am schnellsten und drückte den Ball zum 1:2 über die Linie (21.). Eine Minute später fiel fast der Ausgleich. Andre Kriks jubelte erneut, doch diesmal stand der Kirchheimer Stürmer im Abseits, und der Treffer wurde zu recht nicht anerkannt.

Nach dem Seitenwechsel hatte der VfL zunächst Glück. Als Torwart Huber gegen Aron Zimmerer glänzend parierte (50.). In der Folgezeit spielten dann nur noch die Gastgeber, und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fallen würde. Nach einer Vorlage von Uwe Beran war es wiederum Andre Kriks, der mit einem platzierenden Flachschuss aus 18 Metern dem Kehler Schlussmann keine Chance ließ (57.). Danach folgte der große Auftritt des eingewechselten Ferdi Er. Nur zwei Minuten stand der 30-Jährige auf dem Platz, dann schickte er Andre Kriks auf die Reise, doch dieser scheiterte an Torwart Tobias Kornmaier (59.). Kriks war in dieser Phase kaum von der Kehler Abwehr in den Griff zu bekommen.

Kurz darauf hätte Ferdi Er seine starke Leistung mit dem Führungstreffer krönen können, doch sein Schuss strich um Zentimeter am Tor vorbei (61.). In dieser Phase hätte der VfL für die Vorentscheidung sorgen müssen, empfand auch Trainer Rainer Kraft: „Ich kann aber keinem Spieler einen Vorwurf machen.“ Ein Sonderlob gab es sogar für Ferdi Er. „Ferdi machte heute sein bestes Spiel seit ich Trainer in Kirchheim bin“, meinte Kraft.

Dann war es endlich so weit. Nach einem Handspiel von Stefan Laifer zeigte Schiedsrichter Benjamin Butz auf den Elfmeterpunkt. Diese Chance ließ sich Benjamin Barth nicht entgehen und verwandelte sicher zum verdienten 3:2 (66.). In den letzten zehn Minuten häuften sich dann die Nachlässigkeiten im Kirchheimer Spiel. „So ein Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben – das ist es, was uns noch zu einer Spitzenmannschaft fehlt“, meinte Rainer Kraft.