OB-Wahl 2019

Gemeinderat bleibt beim Beobachten

Oberbürgermeisterwahl Die fünf Fraktionen und die beiden Gruppierungen im Kirchheimer Ratsrund verhalten sich überwiegend neutral. Nur die SPD unterstützt ganz eindeutig ihre einstige Fraktionsvorsitzende. Von Andreas Volz

Rathaus Kirchheim
Rathaus Kirchheim. Foto: Carsten Riedl

Oberbürgermeisterwahl in Kirchheim - und das zum ersten Mal seit 16 Jahren mit einer Auswahl. Was sagt der Gemeinderat dazu, das Kontrollgremium der Stadtverwaltung? Der Teckbote hat die fünf Fraktionen und die zwei Gruppierungen befragt. Fast alle freuen sich darüber, dass es nun zwei Bewerbungen und damit auch zwei Namen auf dem Stimmzettel für den 1. Dezember gibt, und fast alle wollen im Wahlkampf neutral bleiben.

Kein Zurücklehnen möglich

Die Freien Wähler sehen, dass das Interesse an der Wahl gestiegen ist, seit Dr. Pascal Bader am 4. November seine Bewerbungsunterlagen abgegeben hat. Wie der Fraktionsvorsitzende Dr. Christoph Miller mitteilt, finden sie das ebenso positiv wie die Tatsache, „dass sich die Oberbürgermeisterin jetzt nicht zurücklehnen kann, sondern im Wahlkampf gefordert ist“. Aber trotz „Unzufriedenheit in einigen Punkten“ bewerten die Freien Wähler die Arbeit der Amtsinhaberin in den vergangenen Jahren als „durchweg positiv“. Christoph Millers Fazit: „Eine ausgeprägte Wechselstimmung ist in der Fraktion nicht vorhanden. Wir könnten so weitermachen.“

Ein ähnliches Bild bei den Grünen: „Trotz einiger Differenzen, und obwohl uns einiges nicht schnell genug ging, ist die Zusammenarbeit mit Angelika Matt-Heidecker im Großen und Ganzen gut“, konstatiert die Fraktionsvorsitzende Sabine Bur am Orde-Käß. Einen eigenen Kandidaten hatten die Grünen nicht gesucht, „aber wir finden es gut, dass es jetzt eine Wahlmöglichkeit gibt“. Die Fraktion wolle sich neutral verhalten und keine Wahlempfehlung aussprechen: „Wir empfehlen den Wählern, auf die Programme zu schauen und sich ein eigenes Bild von den Bewerbern zu machen. Für beide gibt es gute Gründe, aber bei beiden sehen wir auch noch gewisse Fragezeichen.“

Auch die CDU-Fraktion will keine Wahlempfehlung abgeben, sagt deren Vorsitzender Dr. Thilo Rose: „Es ist gut, dass wir eine Wahl haben und dass die Bürger entscheiden können, wer aus ihrer Sicht die Geschicke der Stadt lenken soll.“ Jedem einzelnen Fraktionsmitglied sei es freigestellt, sich eindeutig für einen der beiden Bewerber zu positionieren. Generell sieht Thilo Rose dem Wahlausgang pragmatisch entgegen: „Der Gemeinderat ist gewählt, um die Verwaltung zu beaufsichtigen. Die Wähler können nun frei entscheiden, wen wir an der Verwaltungsspitze beaufsichtigen sollen.“

Die einzige Fraktion, die eine ganz eindeutige Empfehlung abgibt, ist die SPD-Fraktion, wie deren Vorsitzender Marc Eisenmann erläutert: „Ich glaube, es ist nicht überraschend, dass wir die Kandidatur der Oberbürgermeisterin unterstützen, die vor 16 Jahren noch unsere Fraktionsvorsitzende war. Wir finden, dass sie die richtige Kandidatin ist.“ Trotzdem sieht auch Marc Eisenmann die Kandidatur Pascal Baders grundsätzlich positiv: „Wir waren zwar nicht in der Verantwortung, einen weiteren Kandidaten zu suchen. Aber zu einer Wahl gehören auf jeden Fall mehrere Bewerber.“

Für die FDP/KiBü-Fraktion nimmt Stadtrat Ulrich Kreyscher Stellung: „Wir sehen das ganz neutral. Aber ich persönlich bin sehr erfreut, dass es einen zweiten Kandidaten gibt. Dadurch haben wir jetzt einen demokratischen Vorgang - eine echte Wahl.“ Seine Fraktion wünsche sich, dass sich das nun auch in einer entsprechend hohen Wahlbeteiligung niederschlägt: „Wir erwarten mit Spannung den 1. Dezember. Der Bürger kann entscheiden, und das ist für mich ausschlaggebend.“

Alle können frei entscheiden

Der dienstältere der beiden CIK-Stadträte, Hans Kiefer, sagt ganz klar: „Die Christliche Initiative Kirchheim will sich nicht positionieren. Dafür sind wir zu heterogen, und außerdem sind wir ja auch keine Partei.“ Auf jeden Fall aber sei die CIK froh, dass es eine echte Wahl gibt, die spannend werde. Eine Empfehlung der Initiative gebe es allerdings nicht - weder nach außen noch nach innen: „Bei uns können alle frei entscheiden, wen sie unterstützen wollen.“

Linken-Stadtrat Heinrich Brinker steht beiden Bewerbern nicht einfach nur neutral gegenüber, sondern positiv neutral: „Mir gefallen beide Programme. Beide Kandidaten sind auf der richtigen Linie. Ich kann mich beiden nur anschließen und wünsche beiden viel Erfolg.“

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