Serie Weihnachtsaktion

Mit historischer Löschtechnik soll es bald „aufwärtsgehen“

Spendenaktion Der Teckbote sammelt in der Weihnachtszeit Geld – das unter anderem dem Anbau eines Aufzugs am Feuerwehrmuseum zugutekommt. Von Andreas Volz

Interessantes hat das Kirchheimer Feuerwehrmuseum für alle Altersklassen zu bieten.Fotos: Jean-Luc Jacques
Interessantes hat das Kirchheimer Feuerwehrmuseum für alle Altersklassen zu bieten.Fotos: Jean-Luc Jacques

Das Kirchheimer Feuerwehrmuseum macht dieselben Entwicklungsschritte durch wie das Löschwesen: Einstmals war das Wasser noch – mühsam und wenig effektiv – per Hand in Eimerketten weitergereicht worden. Nach und nach setzten sich technische Neuerungen durch, die es erlaubten, unablässig aus vollem Rohr auf das brennende Material zu zielen.

Das Museum in der Henriettenstraße steht nun an anderer Stelle kurz vor dem entscheidenden Schritt, die alte „Handarbeit“ durch modernere Technik zu ersetzen. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, deshalb kommen auch immer mehr Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen in unser Museum“, erklärt Helmut Eiting, der Erste Vorsitzende des Museumsträgervereins mit dem etwas sperrigen Namen „Verein der Freunde und Förderer der historischen Feuerwehrtechnik der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim unter Teck“. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, für den beschränkt sich der Besuch des Feuerwehrmuseums auf das Erdgeschoss – es sei denn, er lässt sich auf der Treppe stützen oder gar „auf Händen tragen.“

Das soll nun anders werden: Der umtriebige Verein plant den Anbau eines Aufzugs. Der soll von außen von der Hofseite her zugänglich sein und direkt in das obere Stockwerk führen. Das ist die einfachste Lösung: „Ein Treppenlift geht nicht, dafür ist unsere Treppe zu schmal.“ Außerdem gäbe es dann Schwierigkeiten mit den Fluchtwegen, und das wäre für ein Feuerwehrmuseum besonders unpassend.

An Ideen und Tatkraft fehlt es dem Förderverein definitiv nicht. Was fehlt, ist das Geld. Helmut Eiting: „Der Aufzug wird uns zwischen 40 000 und 45 000 Euro kosten, auch wenn wir viel in Eigenleistung machen können. Das können wir leider nicht selbst finanzieren.“ Deshalb ist der Vereinsvorsitzende froh, dass das Anliegen der historischen Löschtechnikfreunde von der Weihnachtsaktion des Teckboten unterstützt wird.

Die Umsetzung dürfte im kommenden Jahr nicht lange auf sich warten lassen: „Wir wollen gleich 2017 mit den konkreten Planungen anfangen.“ Insgesamt dürfte es fünf bis sechs Monate dauern, bis sich der Aufzug erstmals für Museumsbesucher in die Luft schrauben könnte. „Das ist auch abhängig von den Lieferzeiten.“

Einen Wunschtermin nennt Helmut Eiting auch: „Es wäre richtig klasse, wenn wir den Aufzug schon zu unserem Tag der offenen Tür am 21. Mai nutzen könnten.“ Allerdings ist ihm durchaus bewusst, dass es sich bei diesem Wunsch in erster Linie um einen Wunschtraum handelt: „Das wäre zwar optimal, aber ich glaube nicht, dass es wirklich klappen wird. Dafür ist die Zeit dann doch zu knapp.“

Dabei ist es sonst ja eher die Feuerwehr selbst, bei der die Zeit knapp werden könnte, weil jede Minute zählt. In der Geschichte des Löschwesens dagegen kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger nicht an, denn diese Geschichte reicht viel weiter zurück als die Entstehungszeit der Feuerwehren hierzulande. Da geht es dann doch wieder um die eingangs bereits erwähnten Eimerketten.

„Durch der Hände lange Kette um die Wette fliegt der Eimer, hoch im Bogen sprützen Quellen, Wasserwogen“, heißt es in Schillers „Lied von der Glocke“, und damit beschreibt er präzise, wie noch Ende des 18. Jahrhunderts einem Brand zu Leibe gerückt wurde. Zu sehen gibt es diese Eimer aber auch im Kirchheimer Museum. Richtig modern sind dann schon Feuerwehrfahrzeuge wie das von 1923 – aus der Kolb & Schüle-Werksfeuerwehr. Laut Helmut Eiting war es „das erste motorisierte Löschfahrzeug im Oberamt Kirchheim“. Und nicht nur das, auch im späteren Altkreis Nürtingen: „Die Nürtinger waren erst ein Jahr später dran.“

Stolz ist Helmut Eiting auch dar-auf, dass alle Fahrzeuge voll funktionsfähig sind, obwohl sie nicht mehr zum Einsatz kommen: „Das Fahrzeug von 1923 wäre heute natürlich viel zu langsam. Aber seine Pumpenleistung ist immer noch beachtlich. Bei einer Vorführung am Neuen Schloss in Stuttgart haben wir damit alle beeindruckt.“

Wer sich einmal selbst vom Museum und dessen Exponaten beeindrucken lassen will, hat dazu zwischen April und Oktober jeweils mittwochs und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr die Gelegenheit. Gruppenführungen gibt es das ganze Jahr über auch zu anderen Terminen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Termine lassen sich am besten per E-Mail an Feuerwehrmuseum-kirchheim@t-online.de vereinbaren.

Den Weg nach oben soll nächstes Jahr im Kirchheimer Feuerwehrmuseum ein Aufzug deutlich erleichtern.
Den Weg nach oben soll nächstes Jahr im Kirchheimer Feuerwehrmuseum ein Aufzug deutlich erleichtern.
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