Nostalgie
Als ganz Dettingen zu Gitarrenklängen sang

Der Gastgeber-Triumph von 1997 hat bis heute Seltenheitswert – Andreas Ochs erinnert sich gerne.

Teckbotenpokalsieger in Feierlaune: Die SF Dettingen gewannen 1997 als erste Mannschaft überhaupt das Heim-Turnier. Archivfoto:
Teckbotenpokalsieger in Feierlaune: Die SF Dettingen gewannen 1997 als erste Mannschaft überhaupt das Heim-Turnier. Archivfoto: TB

Als Holger Heinel den letzten Jesinger Elfmeter pariert hatte, gab es auf dem Dettinger Sportgelände kein Halten mehr – die Sportfreunde hatten an diesem 17. August 1997 gerade den TSV Jesingen im Elfmeterschießen bezwungen und als erste Gastgebermannschaft überhaupt den Teckbotenpokal auf eigenem Gelände gewonnen.

Fast drei Jahrzehnte später muss Andreas Ochs nicht lange überlegen, wenn er an diesen Abend zurückdenkt. „Die Stimmung war einfach überragend“, sagt der 49-Jährige. „Vor allem unsere Jugendspieler standen hinter dem Tor und haben bei jedem Elfmeter lautstark angefeuert.“ Seinen Namen skandierten sie dabei immer wieder: „Andi O-ochs, Andi O-ochs.“

Der damalige Stürmer war erst ein Jahr zuvor aus der eigenen A-Jugend zu den Aktiven gestoßen. Gleich in seiner ersten Saison gelang unter Spielertrainer Dietmar „Didi“ Weil der Aufstieg in die Bezirksliga, ein Jahr später der nächste Höhepunkt: Im Finale gegen den TSV Jesingen sahen rund 600 Zuschauer ein nervenaufreibendes Endspiel. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung stand es 0:0. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Dort entwickelte sich ein wahrer Krimi. Für die Sportfreunde trafen nach einem Fehlschuss von Tibor Küstermann just Ochs sowie Martin „Oblak“ Knorr, Costa Giacobbe und Andy Ruml. Als Torhüter Heinel den entscheidenden Strafstoß von Frank Winter entschärfte, war der dritte Turniersieg der Vereinsgeschichte perfekt.

Dabei war der Titelgewinn nur die eine Seite des Events. Beim zweiten Turnier seit der Umstellung auf den einwöchigen Modus im Jahr zuvor mussten die Spieler des Gastgebers kräftig mit anpacken. Dienstpläne gehörten damals genauso zum Teckbotenpokal. „Natürlich mussten auch wir Schichten übernehmen“, erinnert sich Andreas Ochs.

1997 feierte in Dettingen zudem eine Veranstaltung Premiere, die heute kaum noch wegzudenken ist: die Players Night. „Damals haben wir sogar Freikarten verteilt, damit das Festzelt voll wird“, erzählt Ochs. Überhaupt seien die Dimensionen mit heute kaum vergleichbar. „Das Zelt war vielleicht für 200 Leute ausgelegt. Wenn man sieht, was heute auf die Beine gestellt wird, ist das eine ganz andere Größenordnung.“

Der eigentliche Höhepunkt begann allerdings erst nach der Pokalübergabe. „Gefeiert wurde natürlich im Festzelt“, so Ochs, dem besonders sein damaliger Mitspieler Costa Giacobbe in Erinnerung geblieben ist. „Der hatte seine Gitarre dabei, irgendwann haben dann alle gemeinsam gesungen.“

Nach seiner Zeit bei den Sportfreunden wechselte Ochs 2000 zum TSV Weilheim, zwei Jahre später zum TV Neidlingen, wo er bis heute lebt. Seine Verbindungen nach Dettingen sind aber nie abgerissen: Gemeinsam mit Turnierorganisator Christian Renz und anderen ehemaligen lokalen Kicker-Granden schwingt er bei den Herren 40 des TC Neidlingen den Schläger. Die gesamte Mannschaft wird übrigens auch beim aktuell laufenden Turnier aufschlagen – dann aber am Bierwagen, wo die TCN-Sandplatzwühler am Samstag einen Arbeitsdienst übernehmen.