Turnierauftakt
Blitz, Ballzauber und Begeisterung

Trotz Platzregen und Gewitter strömen am ersten Tag des Teckbotenpokals knapp 2000 Zuschauer in den Notzinger Eichert. Die zwölf Partien warten mit 56 Treffern und rekordverdächtigen Episoden auf.

Treffender als Äffle und Pferdle auf dem Schirm konnte man es zum Auftakt des Teckbotenpokals nicht ausdrücken. Der guten Stimmung neben und dem Torhunger auf den Plätzen im Notzinger Eichert tat das Wetter allerdings keinen Abbruch. Foto: Jörg Bächle

Sonne, Regen, Gewitter und Tore wie am Fließband: Der Auftakt zum Teckbotenpokal in Notzingen war wettertechnisch und sportlich gleichermaßen abwechslungsreich wie unterhaltsam. Der erste von insgesamt 56 Sonntagstreffern fiel bereits nach rekordverdächtigen drei Minuten durch Notzingens Felix Bosch in der Partie des Gastgebers gegen den TV Neidlingen II – das Auftaktmatch des 61. Turniers, das die Notzinger 5:0 gewannen, ging noch aus einem anderen Grund in die Annalen ein: Die Rote Karte für Neidlingens Liam Breuling wegen Tätlichkeit war die Erste in einem Auftaktspiel überhaupt.

Turniergeschichte schrieb auch Robin Jensch: Der Stürmer des CSV Kirchheim erzielte den ersten Treffer für den Christlichen Sportverein bei einem Teckbotenpokal. „Fühlt sich sehr gut an, so kann es weitergehen“, freute sich Jensch, der mit seinem Team, immerhin amtierender Meister und Pokalsieger des Eichenkreuzspielbetriebs, das Viertelfinale anpeilt. „Das trauen wir uns schon zu“, so der Siegtorschütze beim 1:0 des CSV über den SV Nabern.

Das Kirchheimer Stadtduell war übrigens ebenso wie das Kräftemessen zwischen den Wernauer SF und der SGOH II wegen Gewitters kurzzeitig unterbrochen worden. „Normalerweise wartet man nach einem Blitz 20 Minuten, ehe weitergespielt werden kann“, klärte Michael Goodreau vom TSV Ötlingen, einer von acht gestern aktiven Schiedsrichtern auf – seine Kollegen Ferruh Erdem (VfB Neuffen) und Martin Ruoff (SF Isingen) baten bereits nach fünf Zeigerumdrehungen wieder auf die Plätze, nachdem Blitz und Donner rasch abgezogen waren.

Die Wetterunbillen – den ganzen Tag über wechselten sich starker Platzregen und Trockenphasen ab – ließen die Turniermacher indes nicht verzweifeln. Im Gegenteil: Bei den Notzingern überwogen Stolz und Freude, punktgenau zum ersten Anpfiff alles reibungslos organisiert zu haben. „Das hätten uns so bestimmt nicht alle zugetraut“, betonte Steffen Eppinger, langjähriger Kassier der Fußballabteilung, dessen umtriebiger Leiter vor fünf Jahren die Zusage für die Ausrichtung erkämpft hatte. „Wir sind stolz, den Teckbotenpokal ausrichten zu dürfen“, betonte Michael „Panker“ Panknin vor dem Auftaktspiel am Turniersprechermikrofon.

Der 39-Jährige, wie das gesamte Führungsteam mit Funkgerät ausgestattet, war nicht nur mit organisatorischen Fragen beschäftigt. Zwischenzeitlich sorgte Panknin auch dafür, dass Ballkinder aus Sicherheitsgründen genügend Abstand zur Seitenlinie einhielten. „Nicht, dass da noch was passiert“, so Panknin.

Einen im Vergleich zu bisherigen Turnieren ungewöhnlichen Arbeitsplatz hatte Günther Friess. Der Weilheimer übte seinen Job als offizielle Bezirksaufsicht neben dem überdachten Kaffee- und Kuchenverkauf zwischen den beiden Spielfeldern aus. „So bin ich für alle gut sicht- und erreichbar“, witzelte er zwischen Drucker, Spielberichtsbögen und Kuchenbüffet.

Rund 200 Meter Luftlinie von ihm entfernt verrichtete der Schirmherr des Turniers seinen Dienst: Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher ließ es sich nicht nehmen, die erste Kassen-Schicht am Haupteingang zu übernehmen. „Ich hoffe, dass das Wetter die Woche über mitmacht“, hatte er noch vor den ersten Partien gesagt.

Zaungast der Auftaktpartien war auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hiller. „Die letzten Tage war es terminlich zwar stressig, aber es ist Ehrensache, beim Teckbotenpokal vorbeizuschauen“, verriet der 40-jährige Nürtinger, der sich am Nachmittag nach Neckarhausen verabschiedete, wo er das Finale des Sennerpokals verfolgte. „Zum Endspiel am Sonntag in Notzingen will ich aber auch kommen“, so Hiller.

Ein weiterer Promi hat sich derweil für Donnerstag angesagt: Der ehemalige VfB-Profi Kai Oswald aus Bissingen, Ende Juni bereits als Losfee bei der Gruppenauslosung dabei, will er zur Players Nights im Eichert aufschlagen.