Gesucht haben sie sich nicht, aber gefunden. „Ich habe in einer Kneipe gearbeitet, und er kam rein, um was zu trinken“, erinnert sich Melanie Hahn. „Fang nie was mit einem Gast an“, lautete ihr Grundsatz. „Mach‘ nie die Frau hinter der Theke an“ seiner. Gefunkt hat es trotzdem, und seit kurz vor dem ersten Lockdown Anfang 2020 sind die beiden ein Paar. Dass er mit seinen 29 Jahren ganze 15 jünger ist als sie, war anfangs schon ein Thema. „Aber nur für mich“, gibt Melanie Hahn zu. Inzwischen dienen Zahlen höchstens zur Belustigung. Viel schwerer wiegen die gemeinsamen Interessen – und von denen gibt es viele.
Robin Storm steht bei Kreisliga-A-Aufsteiger TSV Notzingen seit der Saison 2017/18 zwischen den Pfosten. Seine ganze fußballerische Jugend hat der Zimmermann in Schwaikheim verbracht. Torhüter ist er bereits seit der F-Jugend. „Wir waren mal bei einem Hallenturnier und haben jedes Spiel mit 11:0 oder 12:0 verloren. Dann hab‘ ich mich ins Tor gestellt. Seither spiele ich da“, erzählt der 29-Jährige lachend. Nach den vielen Jahren in der Kreisliga B freut er sich ganz besonders auf die kommende Saison. „Ich hab‘ gesagt, mit diesem Verein will ich den Aufstieg schaffen.“
Ein Herz für Basketball
Neben dem Fußball hat er noch eine zweite Leidenschaft – Basketball. „Der Sport fasziniert mich einfach, seit mein Onkel mich vor 20 Jahren mal zu einem Spiel geschleppt hat“, erzählt der Kirchheimer. Als Gründer des Supporter-Fanclubs der Knights ist er bei fast jedem Spiel dabei. Selbst Körbe zu werfen, hat sich vor Jahren schon als keine gute Idee erwiesen. „2016 gab es ein Spiel zwischen Mannschaft und Fans. Da hab‘ ich mir meinen ersten Kreuzbandriss zugezogen.“ Daher unterstützt er das Team lieber von den Rängen aus. Gemeinsam mit seiner Partnerin, die bei den Knights-Heimspielen für die Hallenkoordination zuständig ist. „Ich organisiere alles, was in der Halle passiert.“ Vom kompletten Auf- und Abbau über das Catering bis hin zu Dutzenden Kleinigkeiten, die am Matchday erledigt sein müssen. „Dafür habe ich natürlich ein tolles Team, ohne das das gar nicht gehen würde“, lobt die 44-Jährige ihre Helfer. Dass sie inzwischen selbst glühender Knights-Fan ist, wird sofort deutlich. „Wir hoffen alle, dass das mit einer neuen Halle doch noch irgendwie klappt. Als Fan wünsche ich es mir sowieso. Aber als Angestellte habe ich einen noch besseren Einblick und sehe, was da alles dranhängt.“
Im Moment steht jedoch der Fußball im Fokus, und seit Wochen ganz speziell der Teckbotenpokal, für dessen Gelingen sich beide voll reinhängen. Denn statt einfach nur als Teilnehmer und als Fan dabei zu sein, ist das Pärchen in Planung und Umsetzung voll involviert. „Letzte Woche waren es 45 Stunden bei der Arbeit und 50 Stunden auf dem Eichert“, rechnet Robin Storm zusammen. Er ist als Mann vom Fach in der Arbeitsgruppe „Infrastruktur“ engagiert, sie kümmert sich im Team um die Sponsoren und die Helfereinteilung. „Wir wollen, dass hier was zusammenwächst. Der TSV ist ein toller Verein, und ich finde, wir haben das hier oben super hinbekommen“, lobt Melanie Hahn.
Am ersten Tag 200 Prozent geben
Dass ein gewisser Druck herrschte und viele Augen darauf gerichtet waren, wie sich der TSV als erstmaliger Ausrichter des Teckbotenpokals schlagen würde, war den Verantwortlichen dabei durchaus bewusst. „Es ist halt auch krass. Am Sonntag kommen alle Mannschaften, da sind die meisten Menschen hier. Man macht Samstagabend alles fertig, und am Sonntag muss man plötzlich 200 Prozent abliefern“, sagt Robin Storm.
Trotz aller Begeisterung blickt das Pärchen mit einem Auge auch schon auf die Zeit nach dem Teckbotenpokal. Denn dann geht es mit dem gemeinsamen Hund in den wohlverdienten Urlaub nach Kroatien, bevor in den geliebten Ballsportarten die Saison wieder losgeht.

